Montag, 21. April 2014

Die Wirtschaftsberichterstattung des MM stellt keine Fragen, bietet keine Analyse

Drei Tage vor der Wahl werden die Zeitungsleser getÀuscht

anzpfenning

Heddesheim/Rhein-Neckar, 13. MĂ€rz 2014. (red) Alles halb so schlimm. Arbeitsplatzabbau? Geplant. Kundenverlust? Nicht schön, aber ohne Bedeutung. Umsatz? Über 25 Prozent verloren, aber das macht nichts. Was der Mannheimer Morgen seinen Leser/innen zumutet, macht fassungslos. Ist es journalistische Inkompetenz oder eine Wahlhilfe fĂŒr den Kandidaten Kessler oder beides? Wir klĂ€ren die Fakten. [Weiterlesen...]

Großkunde hat nach nur einem Jahr gekĂŒndigt

Pfenning hat Kraft verloren

pfenning_slider-1001

Angeblich sollen die Hallen fast vollstĂ€ndig ausgelastet sein – tatsĂ€chlich hat einer der Großkunden, Kraft Foods, nach nur einem Jahr gekĂŒndigt.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 02. September 2013. (red) Einer der Großkunden, die Firma Kraft Foods, Tochter der Mondelez Deutschland Services GmbH & Co. KG, hat nach nur einem Jahr den Vertrag mit Pfenning Logistics gekĂŒndigt. Nach unseren Informationen endet das VertragsverhĂ€ltnis am 30. September. Kraft teilte uns auf auf Anfrage exklusiv mit, dass eine “Übergangslösung” vereinbart worden ist, bis die GeschĂ€ftsbeziehtung erlischt. [Weiterlesen...]

Zentralorgan MM vermeldet weiter positive Nachrichten

Neues von der Baustelle – Folge 15: Was von den Versprechungen ĂŒbrig bleibt

19102012_Pfenning_1001

WĂ€hrend der Mannheimer Morgen ein zugeschicktes Bild abdruckt, auf dem alles pikobello sauber aussieht, hat unser Reporter gestern dieses Foto gemacht. Ist halt immer eine Frage der Perspektive.

 

Heddesheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 20. Oktober 2012. (red/pro) Die erweiterte Pressestelle Der Mannheimer Morgen “berichtete” vor einigen Tagen mal wieder mit einem “Hurra”-Artikel ĂŒber “ein neues Kapitel in der 80-jĂ€hrigen Unternehmensgeschichte” von “Pfenning”. Garniert mit einem “zugeschickten” Bild (zg). Wie immer klebt die Zeitung an Aussagen des GeschĂ€ftsfĂŒhrers Uwe Nitzinger – ein Blick ins eigene Archiv oder eine Recherche bei anderen Informationsquellen scheint keine Rolle zu spielen.

Von Hardy Prothmann

Was fĂŒr eine Erfolgsmeldung. Angeblich ist der neue Standort so gut wie ausgelastet und angeblich entstehen hier 600 neue ArbeitsplĂ€tze. Das ist eine interessante Information – denn genau diese Zahl hatten wir schon frĂŒher als Höchstwert berechnet. Dass man 400 ArbeitsplĂ€tze, also 40 Prozent unter den Versprechungen bleibt (bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze), ist dem Mannheimer Morgen keine Zeile wert. Es ist ja auch nicht Aufgabe der Zeitung, die Öffentlichkeit unabhĂ€ngig und kritisch zu informieren, sondern die Firmen- und Amtsbotschaften unters Volk zu bringen. Das stört auch die Frage, wie denn, wenn angeblich voll ausgelastet und angeblich 600 ArbeitsplĂ€tze, es möglich sein soll, bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze zu schaffen?

Echte Zahlen lesen sich anders

Die echten Zahlen lesen sich anders. Zwischen 2007 und 2010 hat “Pfenning” rund elf Prozent der ArbeitsplĂ€tze abgebaut. Laut Bilanz waren 2007 insgesamt 1.865 und 2010 nur noch 1.673 bei Pfenning beschĂ€ftigt. Davon rund 230 in der Verwaltung, der Rest sind eher einfache bis sehr einfache ArbeitsplĂ€tze.

Noch dramatischer sind die Umsatzzahlen. FĂŒr 2008 gab Pfenning angebliche 220 Millionen Euro Umsatz an. Die konnten wir in keiner Bilanz finden, dafĂŒr aber knappe 155 Millionen Euro im Jahr 2010. Das entspricht einem Umsatzverlust von 30 Prozent.

Über 800 Meter strecken sich die Betonhallen des “Multicube” in die Landschaft. Edeka wird ebenso neue Hallen bauen. Was fĂŒr den Moment “in Vergessenheit” geraten ist – “Pfenning” hat sich bis 2015 die Option gesichert, ein nochmals fast so großes GelĂ€nde zu bebauen. Auf den Ortskern und den sĂŒdlichen Teil Heddesheims bedeutet das eine enorme Verkehrsbelastung.

 

Erfolgreiche Entwicklung?

Ein “Jobmotor” oder eine “erfolgreiche geschĂ€ftliche Entwicklung” sieht anders aus. WĂ€hrend im Jahr 2009 noch 1,39 Millionen KonzernĂŒberschuss ausgewiesen worden sind, betrĂ€gt der Überschuss 2010 noch klĂ€gliche 613.000 Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von 0,4 Prozent. Anders ausgedrĂŒckt. Von jedem umgesetzten Euro bleibt nicht mal ein halber Cent als Gewinn.

Wie sich daraus “erhebliche Gewerbesteuerzahlungen” ergeben sollen, wissen nur die WunschtrĂ€ume von BĂŒrgermeister Michael Kessler und der Ja-Sager-GemeinderĂ€te. Der Mannheimer Morgen scheint keine Wirtschaftsjournalisten mehr zu beschĂ€ftigen, bei denen sich die Lokalreporterin mal kundig machen könnte, ob das denn tatsĂ€chlich alles so toll ist, wie sie das immer wieder beschreibt.

Ein weiteres Hauptargumente fĂŒr die Ansiedlung, die Schienenanbindung, ist, jaja, weiter möglich, tatsĂ€chlich aber nicht vorhanden.

Halbwahrheiten bis LĂŒgen

Die Konzentration der regionalen Lagerstandorte hat nicht stattgefunden. Das Argument, ohne diese Konzentration mĂŒsse “Pfenning” sich woanders neu konzentrieren und die Region verlassen, entpuppt sich wie so viele anderen Aussagen als Halbwahrheit oder LĂŒge.

Sehr interessant ist diese Aussage:

FĂŒr den Neukunden ĂŒbernimmt Pfenning neben Lagerung und Kommissionierung auch den Displaybau sowie Transporte zu grĂ¶ĂŸeren Lagerstandorten – darunter den der ein paar Hundert Meter entfernten Edeka SĂŒdwest (Nitzinger: “Da könnten wir mit Gabelstaplern hinfahren”).

Das deutet daraufhin, dass unsere Annahme eintreffen wird. Wir haben das Unternehmen mehrmals angefragt, fĂŒr welche MĂ€rkte die Waren denn bestimmt sind. Die Antwort war ein beharrliches Schweigen. Wahrscheinlich ist: Der Neukunde Mondelez (so heißt Kraft Foods Europa seit kurzem, in Amerika weiterhin Kraft Foods) lagert bei Pfenning Waren ein, die dann ĂŒber Edeka in der Region verteilt werden. Edeka hat sich kategorisch gegen einen “Verkehrslenkungsvertrag” ausgesprochen und weder BĂŒrgermeister Michael Kessler noch die Abnicker-GemeinderĂ€te haben diese eingefordert: Sprich – es können Edeka-Lkw jeder GrĂ¶ĂŸe durch den Ort brummen, um MĂ€rkte in der Region zu beliefern. So ist auch die Edeka Teil dessen, was man unter dem Begriff “jemandem eine Nase drehen” verstehen kann.

Neues Kapitel?

Was die Nachricht bedeutet, “der Firmensitz” werde mit Ende der Bauarbeiter Mitte Dezember von Viernheim nach Heddesheim verlegt, darf man gespannt abwarten. Welche der vielen “Pfenning”-Firmen ist gemeint? Die Phoenix 2010 GbR ĂŒber die Firmen-Chef Karl-Martin Pfenning angeblich eine “Generationeninvestition” ĂŒber 100 Millionen Euro getĂ€tigt hat? Wir haben im Juli exklusiv herausgefunden, dass es sich nur um eine Projektfirma handelte – tatsĂ€chlich soll die Immobilie an einen Fonds verkauft werden. Auch hier hat die Firma die Öffentlichkeit belogen.

Mitte Dezember soll der Bau abgeschlossen sein – bis alles fertig ist, wird es vermutlich noch lĂ€nger dauern. Wo “Pfenning” draufsteht, ist aber nicht “Pfenning” drin. Der Bau soll an einen Immobilienfonds verkauft werden.

 

Oder wird es die Pfennig Logistik GmbH sein? Oder tatsĂ€chlich die KMP-Holding, also die Muttergesellschaft? Oder wird irgendeine neue Gesellschaft gegrĂŒndet? Man darf gespannt sein, wie dieses “neue Kapitel” aussehen wird.

Insgesamt ist eine “Wertschöpfung” und ein Gewinn fĂŒr die Gemeinde Heddesheim bislang nicht zu sehen – ebensowenig fĂŒr die Region. Am 18. September 2012 haben wir bei der Bauunternehmung Max Bögl nachgefragt, welche Firmen vor Ort mit welchem Auftragsvolumen denn beim Bau des Klotzes beteiligt worden sind:

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Bauarbeiten “Multicube” in Heddesheim sind weit fortgeschritten
und stehen vermutlich in den kommenden Monaten vor dem Abschluss.
Wir wĂŒrden gerne erfahren, welche lokalen, regionalen Unternehmen und
Gewerbetreibende mit in die Arbeiten einbezogen waren und welche
Summe an den Bauarbeiten der Wertschöpfung vor Ort in etwa zugekommen
ist.
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Hardy Prothmann
Chefredakteur Heddesheimblog.de

Wir haben bis heute noch nicht einmal eine EingangsbestĂ€tigung erhalten. Damit ist die Frage nicht beantwortet. Wie die Antwort vermutlich lautet, kann sich jeder selbst ĂŒberlegen.

Auch, was es bedeutet, wenn große “etablierte” Medien ihrer Aufgabe einer kritischen, unabhĂ€ngigen Berichterstattung nicht mehr oder nur noch ungenĂŒgend nachkommen.

Anm. d. Red.: Wenn fĂŒr Sie das Thema neu ist – auf dem Heddesheimblog finden Sie hier ĂŒber 400 Artikel seit Mai 2009 zu “Pfenning”.

Sind Kraft Foods-Produkte fĂŒr die Region bestimmt?

Ist keine Anwort auch eine Antwort?

Heddesheim, 27. September 2012. (red) Als “bedeutenden Kunden” bezeichnete unlĂ€ngst “Pfenning” den Neukunden “Kraft Foods”, der große Teile des neuen Logistikzentrums in Beschlag nimmt. Bekannte Marken von Kraft Foods sind der FrischkĂ€se “Philadelphia” oder die aufgekaufte Marke “Jacobs-Kaffee”.

In einer Meldung heißt es:

Von Heddesheim aus werden kĂŒnftig Kunden in SĂŒddeutschland mit Kraft Foods-Produkten beliefert. pfenning logistics ĂŒbernimmt als Partner des zweitgrĂ¶ĂŸten Lebensmittelherstellers der Welt in seinem neuen „multicube rhein-neckar“ neben Lagerung und Kommissionierung auch das Co-Packing fĂŒr SĂŒddeutschland. Das bedeutet, dass dort neben der bedarfsgerechten Zusammenstellung der einzelnen Paletten fĂŒr die Kunden beispielsweise auch die Displays fĂŒr Verkaufsaktionen zusammengestellt werden.

FrĂŒher hieß es von Seiten “Pfennings” aus:

Die Waren kommen aus der Ferne und gehen in die Ferne.

Da man mittlerweile daran gewohnt ist, dass Aussagen des Unternehmens nur halb oder anders oder gar nicht gelten, haben wir uns um 18. September erstmals bei der Pressestelle von Kraft Foods erkundigt, fĂŒr welche MĂ€rkte denn die in Heddesheim gelagerten Waren bestimmt sind. Am 25. September haben wir die Anrage wiederholt mit Frist bis heute. Bislang liegt noch nicht einmal eine EingangsbestĂ€tigung vor – erstaunlich fĂŒr einen der grĂ¶ĂŸten Nahrungsmittelkonzerne der Welt.

Dokumentation unserer Anfrage:

Das Logistik-Unternehmen “Pfenning” wirbt öffentlich mit Ihrem Unternehmen als Hauptkunden im neuen Logistiklager “Multicube” in Heddesheim. Der Bau dieses Lagers hat kommunalpolitisch hohe Wellen geschlagen und den Ort gespalten.

NatĂŒrlich sind die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger an Informationen interessiert, was dort eingelagert wird und welche Belastungen durch Verkehr mit diesem Logistiklager verbunden sind.

Pfenning hatte immer damit geworben, dass die dort eingelagerten Waren aus der Ferne kommen und in die Ferne gehen.

Welche Waren lagert das Unternehmen dort ein?

Können Sie beziffern, wie viele Tonnen Ware pro Jahr hier umgeschlagen werden?

Wir wĂŒrden nun gerne wissen, fĂŒr welche MĂ€rkte die von Kraft Foods in Heddesheim eingelagerten Artikel bestimmt sind? Sind diese fĂŒr weiter  entfernte MĂ€rkte bestimmt oder werden sie regional distribuiert?

Wir vermuten, dass ausschließlich KĂŒhl-Lkw eingesetzt werden. Ist das zutreffend?

Wird es jahreszeitlich gesehen “Spitzenzeiten” geben oder ist die Belieferung eher kontinuerlich?

Wie viele Lkw werden tÀglich Ware anliefern?

Welche Art Lkw wird die Ware abtransportieren?

Über welchen Zeitraum wurden die VertrĂ€ge mit Pfenning geschlossen?

MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert “ausgewĂ€hlt”

nitzinger_tn-1

"Pfenning"-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und hĂ€ufig auch nur irgendwas, was spĂ€ter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. MĂ€rz 2012. Der Mannheimer Morgen fĂ€hrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen “Pfenning” fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und “Pfenning” bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom “neuen, guten Nachbarn” ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch fĂŒr unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erwĂŒnscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar “Pfenning”. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, große Teile der Heddesheimer Bevölkerung nicht zu erreichen. NĂ€mlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei weiß GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die HĂ€lfte des Ortes gegen die montröse, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem AckergelĂ€nde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen EinwĂ€ndungen durchgesetzt war, sah und hörte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine lĂ€ppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Geschönte Berichte

Ab und an wirft “Pfenning” mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat “Pfenning” ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der nördliche Teil, von Ost nach West, dann der sĂŒdliche Teil. DafĂŒr werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max Bögl verbaut. Bögl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, StĂŒtzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter beschĂ€ftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der Bögl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das “Pfenning”-GelĂ€nde tatsĂ€chlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im sĂŒdlichen Teil zur Benz-Straße hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU fĂŒr die Logistikansiedlung. Jetzt erfĂ€hrt man, dass mindestens “36-Monate” Vorlauf nötig seien, falls denn mal jemand Interesse haben könnte.

FragwĂŒrdige Äußerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand hĂ€tte was davon gemerkt, dass “Pfenning schon da ist” und das mit “Lkw-Verkehr”. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist hanebĂŒchen.

NatĂŒrlich weiß man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Straßen sind hĂ€ufig verdreckt – wie das halt so ist in der NĂ€he von Baustellen. Wer allerdings fĂŒr die Straßenreinigung aufkommt, ob “Pfenning” oder der Steuerzahler? Wer weiß, dazu gibt es keine Informationen.

DafĂŒr erhĂ€lt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn tĂ€glich hunderte zusĂ€tzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer beschĂ€digt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das RegierungsprĂ€sidium zustĂ€ndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner weiß oder sagen kann, wann diese SchĂ€den, die auch unfallgefĂ€hrlich sein können, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf ĂŒber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde “Kraft Foods” hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen VertrĂ€ge das “Pfenning”-Projekt ĂŒberhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verkĂŒndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele GerĂŒchte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-”Unternehmen”, das nicht publizitĂ€tspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder große “Pfenning”-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: “Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne”, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es wĂŒrde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise fĂŒr Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein “Pfenning”-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt fĂŒr die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die “Versprechungen” glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen fĂŒr den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die HĂ€lfte als LeihkrĂ€fte. Die Zahl “bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze”, mit der BĂŒrgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP fĂŒr das Projekt geworben haben, fĂ€llt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier AusbildungsplĂ€tze halte “Pfenning” nach wie vor frei fĂŒr Heddesheimer BerufsanfĂ€nger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu “Pfenning” passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

AusgewÀhlte GÀste

Am 23. MĂ€rz gibt es eine “symbolische Grundsteinlegung” – fĂŒr ausgewĂ€hlte GĂ€ste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erfĂŒllt.

"Pfenning" kĂŒndigt "NeugeschĂ€ft" an

Neues von der Baustelle: Folge 7 – Pfenning hĂ€lt sich nicht an eigene Aussagen

Heddesheim/Viernheim, 26. Januar 2012. (red/pm) Nach Angaben der Unternehmensgruppe “Pfenning” wird ab Herbst 2012 der Kraft Foods Konzern HallenkapazitĂ€ten in Heddesheim nutzen. Entgegen der ursprĂŒnglichen Zusage, man wolle die Lager der Region konzentrieren, wird also NeugeschĂ€ft angesiedelt.

Dass man den Aussagen von “Pfenning” nur sehr bedingt trauen kann, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wieder einmal bestĂ€tigt das Unternehmen, dass getroffene Aussagen nicht eingehalten werden.

“Pfenning” hatte die Entscheidung fĂŒr Heddesheim zunĂ€chst damit begrĂŒndet, dass man verschiedene Standorte in der Region bĂŒndeln wolle – andernfalls wĂ€re ein Weggang aus der Region denkbar. BĂŒrgermeister Michael Kessler sowie die BefĂŒrworter aus CDU, SPD und FDP beschworen die regionale Verbundenheit und die sinnvolle Konzentration.

TatsĂ€chlich ist davon schon lange keine Rede mehr. In den Verhandlungen wurde zudem angekĂŒndigt, dass nach Abschluss der Konzentration der Firmensitz nach Heddesheim verlagert werden wĂŒrde. Da die Konzentration ausbleibt, darf man gespannt sein, ob auch diese Aussage nicht eingehalten werden wird.

Pressemitteilung von “Pfenning Logistics”:

“Der weltweit zweitgrĂ¶ĂŸte Nahrungs- und Genussmittelkonzern Kraft Foods hat sich entschieden die pfenning-Gruppe mit der Abwicklung seines Logistikstandorts SĂŒd zu beauftragen.

Kraft Foods mußte nach der Integration des Cadbury- und LU-GeschĂ€ftes die Logistik europaweit neu organisieren und aufstellen. In diesem Zusammenhang wurde in 2010 neben den Transportstrukturen auch die Dienstleistung fĂŒr das SĂŒdlager ausgeschrieben. Hier hat pfenning logistics das insgesamt ĂŒberzeugendste Konzept fĂŒr das SĂŒdlager abgegeben, das den Großkunden vor allem in puncto Multi-User-Lagerung, weitgehende FlexibilitĂ€t, geographische Lage sowie ökologische Nachhaltigkeit ĂŒberzeugte.

Das Kraft Foods Produktsortiment wird das pfenning-Lager aus ProduktionsstĂ€tten in ganz Europa erreichen und reicht von KĂ€se und Ketchup ĂŒber Kaffee bis hin zu Schokolade, darunter befinden sich bekannte Marken wie Jacobs Krönung , CafĂ© HAG, T-Discs fĂŒr das HeißgetrĂ€nke-System Tassimo, Milka und Toblerone, Philadelphia FrischkĂ€se, das Fertiggericht MirĂĄcoli, die Salatcreme Miracel Whip sowie das Kraft Feinkostsortiment.

Der Logistikdienstleister ĂŒbernimmt mittels eines maßgeschneiderten Logistikkonzepts die Lagerhaltung, Kommissionierung sowie das Co-Packing der Produkte, die auf ganzen und kommissionierten Paletten oder in regalfertigen Displays das Lager wieder verlassen sol-len. Damit werden maßgeblich die Anforderungen der Kraft Foods Kunden erfĂŒllt.

Der Startschuss fĂŒr die Einlagerung fĂ€llt im September 2012 im neuen Logistikzentrum Heddesheim, das sich aktuell noch in der Bauphase befindet.

Damit siedelt der Logistikdienstleister entgegen ursprĂŒnglicher Planungen erhebliches NeugeschĂ€ft an und sorgt damit fĂŒr weiteres Wachstum in der Region. KĂŒnftig wird fĂŒr Kraft Foods eine GesamtkapazitĂ€t von bis zu 80.000 Paletten in einem Großteil des Lagerkomplexes bereitgehalten. Dieser Bereich wird im Zwei- bis Drei-Schicht-Betrieb von ĂŒber 200 Mitarbeitern bewirtschaftet. Ökologisch bietet das Logistikzentrum Heddesheim eine hohe Energieeffizienz.”