Guten Tag!
Heddesheim, 30. Januar 2010. Der Heddesheimer BĂŒrgermeister Michael Kessler ist fest entschlossen, sich selbst und den Ruf seiner Gemeindeverwaltung zu beschĂ€digen. Anders lĂ€sst sich die peinliche AbsurditĂ€t seines Kleinkriegs gegen das heddesheimblog und jeden, der mutmaĂlich damit zu tun hat, nicht erklĂ€ren.
Kommentar: Hardy Prothmann
WĂ€hrend landauf, landab Journalisten mit kritischem Blick auf das heddesheimblog schauen und ĂŒberlegen, ob unsere Arbeit die “Zukunft des Lokaljournalismus” sein könnte, wĂŒnscht sich der Heddesheimer BĂŒrgermeister Michael Kessler die glorreiche Vergangenheit zurĂŒck.
Glorreich war diese, weil er darin so glorreich war. Kein Wort der Kritik wurde ĂŒber ihn geschrieben. Im Mitteilungsblatt bestimmt er bis heute selbst, wie glorreich er ist, das Verlautbarungsorgan Mannheimer Morgen transportiert bis heute unkritisch und gefolgsam seine Heilsbotschaften fĂŒrs Heddesheimer Volk.

Verengter Blick: Jedes bĂŒrokratische Register wird gezogen. Bild: hblog
Seit Mai 2009 ist Herr Kessler in Not. Seitdem berichtet das heddesheimblog kritisch auch ĂŒber ihn und die Arbeit der Verwaltung. Kritisch heiĂt: Wir schreiben das Positive genauso auf wie das Negative.
Dem BĂŒrgermeister schmeckt das nicht, weil er keine Kontrolle darĂŒber hat. FĂŒr einen Kontrollfreak wie ihn muss das eine Qual sein.
BĂŒrokratische HĂŒrden
Also versucht er in einem absurden Stellungskrieg das heddesheimblog einzukesslern und sich so Erleichterung zu verschaffen, indem er es uns schwer macht. Dabei zieht er alle bĂŒrokratischen Register, die ihm einfallen.

Artikel vom 28. Januar 2009. Wolfgang Unverricht wird ausgiebig zitiert. Quelle: MM
Die Mitarbeiter lĂ€sst er eine Verwaltungsanordnung unterschreiben, mit der diese in Kenntnis gesetzt werden, dass Presseanfragen kĂŒnftig nicht beantwortet werden dĂŒrfen, sondern ans Rathaus, also ihn, weitergeleitet werden mĂŒssen.
Der Anlass: Unsere Berichterstattung ĂŒber die Ăffnung der Eisbahn.
Konsequenterweise mĂŒsste er deshalb den Leiter des Bauhofs, Wolfgang Unverricht, abmeiern. Denn der hat mit dem Mannheimer Morgen geredet, wie dieser Artikel vom 28. Januar 2010 beweist (siehe Bild rechts).
Herr Unverricht wird nicht abgemeiert werden – denn der Ukas in Sachen Presse gilt nicht fĂŒr das Haus- und Hofblatt Mannheimer Morgen oder andere. Es gilt ausschlieĂlich fĂŒr das heddesheimblog. Es handelt sich um den “heddesheimblog-Erlass”.
Vasallen werden vorgeschickt
Auch das heddesheimblog wollte gerne zum selben Thema mit dem Bauhofleiter sprechen und wandte sich an die Gemeinde. Dort verlangte man die schriftliche Einreichung unserer Fragen.
Journalistische Anfragen darf das heddesheimblog nur noch an diese Adresse richten: gemeinde@heddesheim.de.
Meist antwortet dann mit groĂer Verzögerung, die eine aktuelle Berichterstattung praktisch unmöglich macht, das Sekretariat des BĂŒrgermeisters. Diese Antworten sind meist so unzureichend, das sie fĂŒr eine Berichterstattung nicht verwendet werden können. Manchmal wird auch gar nicht erst geantwortet. Und wörtliche Zitate? Fehlanzeige. (siehe hierzu unsere Dokumentation)
Der Sinn des Verfahrens: AuskĂŒnfte sollen so mĂŒhsam werden. Sollten wir eine Nachfrage haben, geht das Verfahren wieder von vorne los.
VollstÀndig absurd wird es, wenn Herr Kessler seine Vasallen vorschickt.
So wies vor kurzem der Leiter des BĂŒrgerservices, Franz Winkler, eine Rathaus-Mitarbeiterin an, ihn zu informieren, wenn unsere Mitarbeiterin donnerstags das Mitteilungsblatt im Rathaus holt.
Als unsere Mitarbeiterin eintraf, wurde sie von der Angestellten gebeten, kurz zu warten. Die Angestellte informierte ihren Chef. Herr Winkler kam und fragte: “In welcher Funktion holen Sie das Blatt? Privat oder fĂŒr die Redaktion des heddesheimblogs?” “SelbstverstĂ€ndlich fĂŒr die redaktionelle Arbeit”, antwortete die Mitarbeiterin. Sie durfte das BlĂ€ttchen mitnehmen.
Vielleicht hat Herr Kessler mit diesem Vorgang auch nichts zu tun. Vielleicht praktizierte Herr Winkler auch nur vorauseilenden Gehorsam.
Unserem freien Mitarbeiter Horst Pölitz, der als freier Journalist auf eigene Rechnung arbeitet, wurde das Mitteilungsblatt aktuell verweigert. Das Kesslersche Sekretariat “informierte”:
“Sehr geehrter Herr Pölitz,
in den Verteiler fĂŒr Pressemitteilungen des Rathauses werden Sie aufgenommen.
Entgegen der gestrigen Auskunft erhalten nur Redaktionen unser Mitteilungsblatt kostenlos. Sie können sich dieses zukĂŒnftig von der Redaktion des Heddesheimblogs geben lassen. Alternativ erhalten Sie anbei ein Bestellformular.”
LĂ€cherlicher kann man sich eigentlich kaum machen.
Immer dann, wenn Herr K. will, das seine Botschaft unters Volk kommt, lĂ€sst er das Mitteilungsblatt an alle Haushalte verteilen – auch an Nicht-Abonnenten. Es kann sich also nicht um “KostengrĂŒnde” handeln.
Einem Journalisten, der ĂŒber die Gemeinde berichtet, dieses zu verweigern, ist nicht nur kleinlich, sondern kleingeistig. Es ist pedantisch.
Der Sinn dieses Verhaltens liegt erkennbar einzig und allein darin, die Arbeit und alle Zuarbeiten des heddesheimblogs wie auch immer zu behindern. Den Mitarbeitern der Gemeinde ist vordergrĂŒndig kein Vorwurf zu machen. Sie mĂŒssen den Dienstanweisungen ihres Chefs folgen. Manche mĂŒssens, andere folgen gerne von sich aus.
Was Herr K. seinen Mitarbeitern aber nicht anordnen kann, ist, was sie ĂŒber sein Verhalten und ihn denken.

















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