Donnerstag, 23. Oktober 2014

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Workshop im Alten Rathaus: Der Stein gestaltet mit


Guten Tag!

Heddesheim, 25. Juli 2011. Der Heddesheimer Kunstverein lud am 17. Juli 2011 zu einem Workshop mit dem Maler und Bildhauer George Mirenes in die Ausstellungsr√§ume im Alten Rathaus ein. F√ľnfzehn Besucher waren gekommen, um zu sehen wie aus einem Rohling eine Skulptur entsteht. Oder legten selbst Hand an.

Von Sabine Prothmann

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George Mirenes bei der Ausstellungseröffnung. Archivbild heddesheimblog.de

“Ich lass‚Äô mich vom Stein inspirieren”, erkl√§rt der Maler und Bildhauer George Mirenes bei einem Workshop am vergangenen Sonntag in den Ausstellungsr√§umen des Alten Rathauses.

Nach und nach kommen gut 15 Besucher, Zuschauer und letztlich auch Mitgestalter, um zu sehen, wie der K√ľnstler Leben und Form in den harten Stein bringt.

St√ľhle sind im Halbkreis um den Arbeitstisch des Bildhauers aufgestellt. Mirenes erz√§hlt, beantwortet Fragen und erkl√§rt: “Man muss sich in den Stein hineinversetzen”.

Meist arbeitet der K√ľnstler mit Serpentin, ein Stein der nur in Afrika vorkommt, den er sich von dort aus Zimbabwe oder Sambia als Rohling schicken l√§sst. Der Stein ist, seine Formen oft bizarr.

F√ľr den Anf√§nger ist der weiche Speckstein eher geeignet, sagt Mirenes.

George Mirenes hat in Zimbabwe gelebt und mit afrikanischen K√ľnstlern gearbeitet. Das hat sein Bildhauerhandwerk ma√ügeblich beeinflusst. Das war eine einschneidende Erfahrung.

Kunst und hartes Handwerk

Und neben der Kunst ist es hartes Handwerk, was Mirenes den Besuchern in der Galerie zeigt. Mit Hammer und Meißel, mit Feile und Sandpapier lässt er den Stein Gestalt annehmen.

“Wer m√∂chte?”, fragt er immer wieder und meist schon nach Kurzem zeigen die “Mitgestalter” Erm√ľdungserscheinungen, es ist anstrengend und m√ľhsam den harten Stein zu bearbeiten.

Mit einem Stift hat er zunächst skizziert, wie die Skulptur entstehen soll. Ein Gesicht.

Doch der Stein gestaltet mit, w√§hrend der Bildhauer ihn bearbeitet. Pl√∂tzlich entstehen weitere Skulpturen in einem Stein. “Das ist eine sch√∂ne √ÉŇďberraschung”, freut sich Mirenes. Er entdeckt auf der anderen Seite ein zweites Gesicht.

Manchmal hole er keine komplette Figur heraus, sondern nur Einzelteile, “der Rest bleibt Natur”.

Mirenes: “Das ist ein Geduldsspiel.”

“Ich arbeite alles mit der Hand und nicht mit der Maschine”, erz√§hlt der K√ľnstler. Nach der Gestaltung wird der Stein mit immer feinerem Schmirgelpapier bearbeitet. Mit einem Industrief√∂n wird der Stein nach Bearbeitung sehr hei√ü gemacht, das kann gut drei Stunden dauern – “das ist ein Geduldsspiel”, denn er muss langsam warm werden. Die W√§rme h√§lt der Stein dann 24 Stunden.

Zur Anschauung hat er einen Fön mitgebracht, doch schon nach kurzer Zeit versagt er seinen Dienst. Er ist zu heiß geworden, erklärt Mirenes.

Dann wird er mit Wachs √ľberzogen, anschlie√üend poliert. Erst dann sieht man die wunderbare Maserung und die leuchtenden Farben.

Nach gut eineinhalb Stunden nimmt der Stein immer mehr Form an, aber es ist ein weiter Weg vom Rohling zum fertigen Kunstwerk. Die Gesichter sind zu erahnen.

Die Besucher sind interessiert und begeistert, hier konnten sie hautnah erleben, wie Kunst entsteht.

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√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (47) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.