Montag, 20. Mai 2013

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Dokumentation: Streit um Twitter & co – oder die Angst vor der Transparenz und Meinungsfreiheit

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 25. Februar 2011. Der Heddesheimer Bürgermeister Michael Kessler, die CDU, die SPD und die FDP haben ein Problem mit dem “Verhalten” des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann. Der Vorwurf: Durch “Twittern” missachte GR Prothmann den Rat. Der Streit um Twitter & co ist nicht auf Heddesheim begrenzt.

In Augsburg gab es Ende 2009 Zoff ums Twittern. Erst im Sommer 2010 wurde es wieder erlaubt. Quelle: Augsburger Allgemeine

Der “Streit” um den “Anstand” zwischen konservativen Bürgermeistern, ihren jeweiligen “Rats-Mehrheiten” und progressiven Gemeinderäten wird landauf, landab geführt. Im Kern geht es um die Kontrolle der “Deutungshoheit”. Einzelne Gemeinderäte oder kleine Fraktionen sollen sich der “Mehrheit” unterordnen. Meinungsfreiheit ist dabei eher ein gering geachtetes Gut.

Wutentbrannte Reaktion

Am 18. Dezember 2009 berichtet beispielsweise die Augsburger Allgemeine Zeitung unter der Überschrift: “Debatte um Kommunikationsdienst – Ärger um Twitter-Nachrichten aus dem Augsburger Stadtrat” über den damals 26-jährigen Stadtrat Christian Moravcik (Grüne). Moravcik hatte getwittert und andere Stadträte fühlten sich dadurch angeblich “gestört”.

Lange Zeit allerdings nicht – es war laut Bericht “seit Monaten bekannt”, dass der junge Mann den Internet-Dienst nutzt. Doch bei einer Sitzung verfolgte eine CSU-Stadträtin am Notebook, was der “Kollege” denn da so an Nachrichten verbreitet.

Eine Bemerkung über den CSU-Fraktionschef führte zum Eklat. Die Augsburger Allgemeine, ebenfalls eher eine konservative Zeitung, berichtete: “Kränzle reagierte wutentbrannt.”

Es folgten monatelange Diskussionen um ein Verbot und schließlich eine “Selbstverpflichtung”, wie Twitter zu benutzen sei. Die Augsburger Allgemeine berichtet am 24. August 2010: “Augsburger Stadtrat: Twittern wieder erlaubt.

Die Thüringische “Goethe- und Universitätsstadt” Ilemnau (rund 26.000 Einwohner) ist da weiter. Sie achtet die Meinungfreiheit.

Hier ist Twittern sogar ins Ortsrecht aufgenommen worden.

In Ilmenau ist Twittern per Ortsrecht erlaubt

In der “Geschäftsordnung für den Stadtrat und die Ausschüsse sowie die Ortsteilräte der Stadt Ilmenau vom 5. November 2009” heißt es unter Paragraf 3 “Öffentlichkeit der Sitzungen”:

“(5) Tonbandaufzeichnungen sowie Filmaufnahmen durch Dritte sind nur mit einstimmiger
Zustimmung des Stadtrates zulässig. Die Zustimmung gilt als erteilt für Fotoaufnahmen,
wenn sie durch Journalisten vom Presseplatz aus erfolgen.
(6) Elektronische Informationen aus der öffentlichen Sitzung (z. B. Twittern) heraus sind
erlaubt. Dies gilt nicht für die nichtöffentliche Sitzung. Nur derjenige, der die elektronische
Information in das Internet eingibt, ist für die Rechtsfolgen der Verbreitung der
elektronischen Kurzinformation verantwortlich.”

Dort darf also die Presse sogar vom Platz aus fotografieren und bei Zustimmung des Stadtrates sogar filmen oder Tonbandaufnahmen machen.

In Weinheim ist die CDU Vorreiter

Im Weinheimer Gemeinderat gibt es ebenfalls Stadträte, die sich sozialer Netzwerke bedienen, darunter mindestens ein Stadtrat der CDU.

Die Städte Ladenburg und Weinheim sowie die Gemeinde Hirschberg, über die unsere Redaktion auch berichtet, sind darüber informiert, dass wir vom Pressetisch aus während der Sitzung twittern, Einträge bei Facebook vornehmen und sogar aus der Sitzung heraus nach Beschlussfassung Artikel sofort veröffentlichen.

Die Gemeinderäte und Bürgermeister dieser Kommunen haben nichts dagegen einzuwenden und verhalten sich in dieser Hinsicht vorbildlich in bezug auf Meinungsfreiheit und Transparenz.

Verboten sind dort wie in vielen Gemeinderäte Ton-, Film- und Fotoaufnahmen, außer, sie werden ausdrücklich gebilligt.

In Heddesheim lässt der Bürgermeister “observieren”

In Heddesheim hingegen rügte der Bürgermeister Michael Kessler den partei- und fraktionsfreien Gemeinderat Hardy Prothmann zum wiederholten Male, “Twittern” sei eine Missachtung des Gemeinderats.

Hier hat Hardy Prothmann einen von "kooptech" Tweet "retweetet", was man am vorgestellten RT erkennt. "kooptech" ist die renommierte IT-Journalistin Christiane Schulzi-Haddouti. Quelle: twitter.com

Der Bürgermeister Kessler lässt dazu die Twitter-Aktivität des Gemeindrats Prothmann während der Sitzung durch Gemeindebeamte beobachten. Die Arbeitsanweisung scheint klar zu sein. Sobald eine Nachricht auftaucht, in die man aus Sicht der Verwaltung eine “Missachtung” hineininterpretieren kann, unterbricht der Bürgermeister die Sitzung, um eine “Stellungnahme” vorzunehmen.

Die Frage, inwieweit es sich um eine Missachtung des Gemeinderats durch die Verwaltungsmitarbeiter und den Bürgermeisters handelt, wenn diese während der Sitzung im Internet Twittermeldungen lesen, ist in der Sitzung vom 24. Febraur 2011 nicht geklärt worden.

Angst vor “Kontrollverlust”

Der Hintergrund für Auseinandersetzungen in Augsburg, Heddesheim oder anderswo ist sicherlich mit der Angst vor “Kontrollverlust” zu begründen.

Obwohl es sich um öffentliche Gemeinderatssitzungen handelt, war man es lange gewohnt, dass sich die Fraktionen und Verwaltungen im Vorfeld der Sitzungen absprechen. Man kann das auch “Hinterzimmerdemokratie” nennen oder “Gemauschel” oder wie auch immer.

Die wenigen Bürger, die bei solchen Sitzungen anwesend sind, erhalten keine Hintergrundinformationen, erleben keine tatsächliche Debatte. Die “Öffentlichkeit” wird im Nachgang häufig über Monopolzeitungen informiert. Politikverdrossenheit ist da vorprogrammiert.

Eigene Meinungen und Sichtweisen und eine zeitnahe Verbreitung (ver-)stören da viele “Traditionalisten”, die sich weder einer kritischen Öffentlichkeit und schon gar nicht kritischen Gemeinderatsmitgliedern, die alle demokratisch gewählt wurden, stellen wollen.

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Reaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich für das heddesheimblog und ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim.

Moderation von Kommentaren

Die Moderation liegt bei der Redaktion. Für uns steht fest: Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren steht in der Netiquette.

  • Harry Gimber

    Guten Tag.
    Über die gestrige Sitzung und über die Weise wie dort mit einem Gemeinderat verfahren wird kann ich nichts sagen. Ich war diesmal nicht zugegen, deswegen über dieses Thema kein Kommentar.
    Was ich allerdings kommentieren kann ist ihr bisheriges Verhalten am Ratstisch. Sie sind von der Heddesheimer Bevölkerung mit einer recht hohen Stimmenzahl in dieses Gremium gewählt. Es stünde ihnen gut an wenn sie die Sitzungen auch mit allen Sinnen verfolgen würden. Genau dafür wurden sie gewählt. Alles andere werte ich als eine Missachtung der Wähler. Veröffentlichen was wert ist veröffentlicht zu werden (oder auch nicht) können sie auch nach der Sitzung wie sie es ja in der ihnen eigenen Weise immer wieder tun. Ich kann gut verstehen dass sich einige Räte missachtet fühlen wenn Ihnen, Hr. Prothmann, bei deren Ausführungen ihre eigenen Internetaktivitäten wichtiger sind als die Sitzung zu verfolgen.
    Dass sie als Pressevertreter an den Gemeinderatssitzungen der Städte Ladenburg und Weinheim sowie die Gemeinde Hirschberg vom Pressetisch aus (Zitat von ihnen) „twittern, Einträge bei Facebook vornehmen und sogar aus der Sitzung heraus nach Beschlussfassung Artikel sofort veröffentlichen, bleibt ihnen überlassen. Hier sind sie auch nur Pressevertreter und kein Mitglied im Gremium. Stehen somit auch nicht in der Pflicht der Wähler.
    Mein Tipp: Überdenken sie einfach einmal ihre Verhaltensweise, verfolgen sie die Sitzungen ohne zu twittern etc.

    Einen schönen Tag noch,
    Harry Gimber

    • A. Felis

      Hallo,

      ich muss Hrn Gimber im Grundsatz recht geben. GR Vertreter sollten sich auf die Sitzung konzentrieren und nicht zwischendurch zwittern kommentieren etc. Was kommt dann als nächstes, GRs die sich mit Videokameras gegenseitig filmen? Twittern können Sie doch gern hinterher.

      Das hat auch aus meinem Empfinden nichts mit Vorschriften zu tun. Sondern mit Anstand und Achtung vor der Vorträgen anderer GRs, Disziplin und professioneller Arbeitsauffassung (auch als Ehrenamtlicher).

      Und darauf verweisen, dass andere GRs auch unaufmerksam sind und “Faxen machen” in der Sitzung halte ich für ein schwachses Argument.

      Viele Grüße,

      A. Felis

    • heddy

      Sehr geehrter Herr Gimber,

      überdenken Sie bei Ihren Überlegungen doch auch einmal das mitunter “ungebührliche Verhalten” von SPD-Abgeordneten im GR, insbes. von Herrn Merx! Wer im Glashaus sitzt…

    • Mhm’er

      @Harry Gimber,

      na hallo !!!

      Haben Sie sich eigentlich schon mal die Debatten im Bundestag angeschaut?
      Link (dort auf Live-Übertragung klicken): http://www.bundestag.de/bundestag/parlamentsfernsehen/index.jsp
      Meinen Sie etwa, es gibt einen Unterschied zwischen einer SMS (Merkel, Westerwelle etc.) oder einem
      Twitter-Beitrag? Wollen Sie damit sagen, diese hohen “Bürgervertreter” würden auch nicht zuhören?

      Ich war gestern auch nicht anwesend, bin aber der Meinung, daß jeder die Art, wie er dieses Amt (GR) ausübt, selbst bestimmen sollte.

      Ich finde, der BM kann eine Sitzung deshalb nicht willkürlich unterbrechen. Sollte ein Twitter-Beitrag ihm nicht gefallen (Causa “Leguan”),
      dann steht es ihm frei, sich im Anschluß darüber zu echauffieren bzw. der “beleidigten” Person sich zu wehren.
      Dafür gibt es in unserem Rechststaat entsprechende Mittel
      (ich glaube allerdings, daß er damit nicht weit kommen würde – deshalb wählt er wohl diesen Weg).

      Auf keinem Fall kann man das Twitter oder “Facebooken” während einer ÖFFENTLICHEN Sitzung verbieten. Egal ob GR oder Zuschauer.
      Im Gegenteil: Da es sich um eine öffentliche Sitzung handelt, sollte der BM sie sogar im Internet als Livestream anbieten.
      Oder hat er Geheimnisse, die die Bürger nicht mitbekommen sollen?
      Der Bundestag macht es uns ja vor.

      Richten, über das Verhalten eines GR, kann nur der Wähler,
      Und sollte es den Wählern nicht gefallen, wie Herr Prothmann sein Amt ausfüllt, dann wird er es bei den nächsten Wahlen quittiert bekommen.
      Das gilt allerdings ebenso für den Bürgermeister, sollte er sein Amt nicht ordnungsgemäß ausfüllen (man beachte den Konjunktiv :-)

      Einen schönen Tag,
      Mhm’er

      • lutz

        “Da es sich um eine öffentliche Sitzung handelt, sollte der BM sie sogar im Internet als Livestream anbieten.
        Oder hat er Geheimnisse, die die Bürger nicht mitbekommen sollen”

        So unterhaltsam wie die Sitzungen derzeit sind, könnte man für eine Übertragung wohl inzwishen sogar Geld verlangen! Deutschland schaut auf den GR Heddesheim!

      • Harry Gimber

        Hallo Mhm’er

        Der Gemeinderat im Kleinen oder der Bundestag im Großen.
        Richtig ist es in beiden Gremien nicht die Sitzungszeit mit SMS, Twitter etc. zu verbringen. Die gewählten Vertreter haben, so sie ihr Mandat ernst nehmen wollen, die verdammte Schuldigkeit den Wählern gegenüber sich auf das zu konzentrieren was im Gremium vorgeht. Das wird auch in meinem Betrieb bei jeder Besprechung so gehalten, ob Betriebsrat oder Geschäftsleitung.
        Wenn sie meinen Beitrag noch einmal genau lesen werden sie auch nichts finden von verbieten oder untersagen besagter Internet Aktivitäten während einer Sitzung. Das habe ich, wie sie sehr wohl wissen, nicht geschrieben und es entspricht auch nicht meiner Meinung. Es fehlt mir hier nur der Anstand dem Gremium, dem Sitzungsleiter und nicht zuletzt dem Wähler gegenüber.

        Einen schönen Tag noch,
        Harry Gimber

        • http://pushthebutton.de Hardy Prothmann

          Hallo Herr Gimber,

          Sie verwenden wie viele den Begriff Anstand ganz selbstverständlich. Die Frage muss aber sein: Was ist Anstand? Was verstehen Sie darunter, ich, andere Menschen? Verstehen wir alle dasselbe oder haben wir sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was “Anstand” eigentlich ist?

          So wie Sie den Begriff verwenden, sprechen Sie mir den Anstand ab. Dürfen Sie das? Oder ist das nicht schon an sich auch unanständig?

          Wer legitimiert Sie, moralisch zu urteilen und zu bestimmen, was sich wann wem gegenüber anständig verhält oder es am Anstand fehlen lässt?

          Es gibt auch heute noch Erwachsene, die von Kindern verlangen, dann zu reden, wenn es ihnen erlaubt wurde. Alles andere wird als unanständig begriffen. Es gibt auch heute noch Menschen, die ein Mädchen im Minirock als “unanständig” beurteilen. In anderen Kulturen ist es unanständig kein Kopftuch zu tragen oder anders eben anständig, dies zu tun.

          Was Sie als Anstand bezeichnen, kann ich mit derselben Legitimation, die Sie nutzen, nämlich die Meinungsfreiheit, als Angepassheit, Konformität, Untertanenhaltung, Spießertum oder anderen Begriffen belegen.

          Sie sprechen den Gemeinderat an. Ist es für BürgerInnen und Bürger eigentlich nicht eine Frage des Anstands und der Pflicht vor der Teilhabe am Gemeinwesen, die Sitzungen regelmäßig zu besuchen. Muss man das nicht erwarten können? Und sind so betrachtet nicht alle, die nicht regelmäßig beiwohnen, nicht unanständige Mitglieder unserer Gemeinde?

          Meine Aufgabe als Gemeinderat ist es, das Wohl zu fördern und schaden abzuwenden. Dem komme ich nach. Ganz im Gegenteil zu Ihrer Auffassung bringe ich mich dabei mehr ein, als viele andere.
          Soll ich Frau Karin Hoffmeister-Bugla, Herrn Harbarth oder Herrn Siegel und Frau Brechtel als “unanständig” bezeichnen, weil diese und andere im GR sich so gut wie nie einbringen, dafür aber alle vorbereiteten Entscheidungen einfach nur abnicken? Das könnte ich, das tue ich aber nicht.

          Ist es nicht hochgradig unanständig, dass ein Großteil der Beratungen nicht öffentlich erfolgt und ihm Gemeinderat mit vorbereiteten Reden so getan wird, als erfolge hier eine Debatte und ein Abwägungsprozess, der in Wirklichkeit gar nicht stattfindet?

          Wer mit dem Wort Anstand kommt, muss sehr genau wissen, was er damit meint und weshalb er es verwendet. Meistens wird es nur dazu benutzt, um einem anderem, in diesem Fall mir, den “Anstand” abzusprechen. Es ist also ein negativer “Kampfbegriff”.

          Wenn Sie die Sitzungen beobachten und mitverfolgen, wie der Bürgermeister kaum eine meine Äußerungen unkommentiert lässt, mir und meistens GRs der Grünen immer wieder ins Wort fällt, eigenmächtig nicht nach der Reihenfolge der Meldungen, sondern nach der Dramaturgie, die er will, entscheidet, dann verstehen Sie auch, warum das nicht zu einer “anständigen” Situation führt.

          Zum Vergleich empfehle ich Ihnen mal eine Sitzung in Hirschberg, Ladenburg oder Weinheim. Auch dort wird teils heftig in der Sache debattiert, aber die Sitzungsleitungen unterscheiden sich um Welten vom dem, was Herr Kessler vorgibt.

          Wenn Sie die Protokolle einsehen, werden Sie feststellen, dass ich mich mit am meisten in die “Debatten” einbringe. Jederzeit präsent bin und von mir hören Sie kein Wahlkampfgetöse, weil ich parteilos bin und die Interessen der Wähler und nicht irgendwelcher Parteien vertrete.

          Zum Twitter: Sie die Gemeindebediensteten “unanständig”, die mitprotokollieren? Ist der Protokollant in einem Verein oder einer Firma unanständig, weil er mitschreibt? Sind die Journalisten unanständig, wenn sie sich Notizen machen? Und spricht irgendjemand diesen Personen “Aufmerksamkeit” ab? Sind die Stadt Ilmenau in Thüringen und der Gemeinderat “unanständig”, weil diese “Twittern” sogar in der Hauptsatzung als erlaubt aufgenommen haben? Wohl kaum.

          Und auch was den “Anstand” dem Wähler gegenüber angeht, Herr Gimber, habe ich eine andere Auffassung. Alle Wähler haben die Möglichkeit mein Twitter unter meinem Namen zu verfolgen und sich ein Bild zu machen – ganz offen. Man kann ablehnen, was ich denke und aufschreibe, man kann dem folgen oder keine Meinung haben.

          Aber wenn Sie vom Anstand im Gemeinderat reden, sollten zuallerst Herrn Merx und Herrn Lang beispielsweise ansprechen, die ständig mit Gespräche stören, wenn beispielsweise jemand von den Grünen das Wort hat. Das halte ich zum Beispiel für sehr unanständig und würdelos. Hier wird nicht nur der jeweilige Sprecher ignoriert – es wird auch erst gar nicht zugehört. Auch die CDU macht das gerne. Die FDP fällt hier nicht unaständig auf.

          Wie heißt es so schön: Kehren Sie am besten erstmal für der eigenen Tür!

          Beste Grüße
          Hardy Prothmann

    • Heddesheimer

      Hallo Herr Gimber, ich fühle mich deswegen nicht minder Vertreten.

  • Horst Berger

    Das Ende der Pressefreiheit in Heddesheim?

    Wie Bürgermeister Kessler den Journalisten Prothmann bespitzeln und überwachen lässt…

    Es ist ein ungewöhnlicher Einsatz. Statt auf Parksünder machen Gemeindemitarbeiter Jagd auf einen kritischen Journalisten. Dies passiert in Heddesheim, im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar.

    Seit der Journalist Prothmann mehrere Skandale um Bürgermeister Kessler ans Licht gebracht hat, gibt es dort dramatische Einschränkungen der Pressefreiheit. Der Twitter-Account des Journalisten Prothmann wird seit neuestem überwacht! So sieht in Heddesheim mittlerweile die Pressefreiheit aus!

    Bürgermeister Michael Kessler pflegt einen royalistischen Verwaltungsstil. Kaum etwas geschieht ohne sein Einverständnis. Als Kessler in den letzten Monaten wegen einer Reihe von Skandalen im Zuge der Pfenning-Ansiedlung unter Druck geriet, stellt sich jetzt die Frage, ob er persönlich die Twitter-Überwachung des Journalisten Prothmann angeordnet hat! Oder machen das seine Beamten von alleine? Mit welchem Recht?

    BM Kessler zeigt bei jeder Gelegenheit seine Verachtung gegenüber dem Journalisten Prothmann. Er macht sich bei jeder Gelegenheit über ihn lustig, setzt seine Arbeit herab. Kessler zeigt immer offener, dass er den Journalisten Prothmann hasst und verachtet.

    Die Missachtung demokratischer Pressefreiheit durch den Bürgermeister erzeugt ein Klima, in dem der Journalist Prothmann mehr und mehr zum Freiwild wird.

    Ich glaube, was zurzeit in Heddesheim passiert, ist nicht nur unser lokales Problem. Wir leben in einem historischen Umbruch. Die Macht der Bürgermeister / Politiker dieser Art in der Welt geht zu Ende. Mit der momentanen Krise des Kapitalismus geht eine Epoche zu Ende. Und das hat eine Krise unserer Demokratie zur Folge.

    Der Landesfürst Mappus lässt über 300 Schüler, Bürger und Frauen durch Polizeibeamte niederknüppeln. Er wird in Heddesheim fast ehrfurchtsvoll empfangen!
    Bundespräsident Wulff wird vom CDU Gemeinderat Hege als ein erfolgreicher Politiker genannt. Der war ja auch schon in Heddesheim. Wulff macht Urlaub beim Drückerkönig Maschmeyer (Finanzvertrieb AWD).
    Ex-Dr. zu Guttenberg, Plagiator und dreister Betrüger empfiehlt sich im Bundestag als Vorbild! Die lokale CDU feiert den Plagiator auf ihrer Internetseite!
    Und BM Kessler lässt den Journalisten Prothmann überwachen! Man kann nur entsetzt sein!

    Mit twitter, facebook und Google werden in der arabischen Welt viele Despoten von der Bevölkerung in die Bedeutungslosigkeit entlassen. Willkommen im Jahre 2011 Herr Gimber! Empören sie sich – aber bitte bei den richtigen „Persönlichkeiten“!

    Fazit:

    Ohne Pressefreiheit gibt es keine Demokratie. Die Einwohner Heddesheims und alle die es angeht, sollten nicht dulden, dass der Bürgermeister Kessler „Gemeindebedienstete“ auf den Journalisten Prothmann ansetzt! Keine twitter-Zensur in Heddesheim!

    Fordern Sie einen sofortigen Stopp der Überwachung des Journalisten Prothmann!

    Schreiben Sie eine E-Mail an den Bürgermeister:

    michael.kessler@heddesheim.de

    PS: Kopieren Sie diesen Aufruf und machen Sie auf diesen unglaublichen Vorgang aufmerksam!

  • heddesheimblog

    Guten Tag!

    Hierzu ein lesenswerter Beitrag auf dem regioblog.

    http://www.regioblog.de/index.php/archives/2010/04/26/twitterrueckkopplung-in-den-stadtrat-die-7-augsburger-regeln-als-ehrenkodex/

    Einen schönen Tag wünscht
    Das heddesheimblog