Rhein-Neckar, 24. November 2011. (red) Am Sonntag stimmen die BĂŒrger in Baden-WĂŒrttemberg ĂŒber das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ab. Angeblich liegen Gegner und BefĂŒrworter in etwa gleich auf. Die halbstĂŒndige SWR-Dokumentation von Harald Kirchner und Bernd Schlecker zeigt die “Entwicklung” von Stuttgart 21 von Ende der 80-Jahre bis heute mit vielen Archivaufnahmen und “klaren” Aussagen – ein sehenswerter Film.
Sehr prĂ€zise zeigt der Film die Entstehungsgeschichte des Streitfalls Stuttgart 21. Besonders interessant: Immer wieder betonen die BefĂŒrworter, es handle sich um das “bestgerechnetste Bahnprojekt ĂŒberhaupt” – ĂŒber die Jahre muss aber immer wieder “nachgerechnet” werden und das Projekt wird Zug um Zug teurer und teurer.
Aktuell stehen die Prognosen schon fast bei sieben Milliarden Euro, der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Hauk hatte im Herbst 2010 in Hirschberg an der BergstraĂe gar gesagt: “Es kann Baden-WĂŒrttemberg wurscht sein, ob Stuttgart 21 zehn oder fĂŒnfzehn Milliarden Euro kostet.” WeiĂ Herr Hauk mehr als andere?
Nach einem Bericht von frontal21 (ZDF) wusste zumindest der frĂŒhere MinisterprĂ€sident GĂŒnter Oettinger (CDU) mindestens seit 2009 von deutlich höheren Kosten, lieĂ diese “Erkenntnis” aber in der Schublade verschwinden und besiegelte das Projekt mit seiner Unterschrift. Er “schaffte damit Fakten”.
Andere Fakten schaffte der Stuttgarter OberbĂŒrgermeister Wolfgang Schuster (CDU). Auch er “leistete” seine Unterschrift und verhinderte damit ein BĂŒrgerbegehren, fĂŒr das 67.000 Stuttgarter unterschrieben hatten.
Noch erstaunlicher ist das Demokratie-VerstĂ€ndnis des SPD-Politikers Rudolf Drexler (SPD), der den Initiatoren des BĂŒrgerbegehrens die “EnttĂ€uschung der BĂŒrger” vorwirft, weil “klar war, dass der BĂŒrgerentscheid nicht kommen kann” (ab Minute 16′).
Die SWR-Dokumentation fasst die Ereignisse ruhig zusammen – “erschĂŒtternd” ist die Dokumentation trotzdem.
















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