Samstag, 25. Mai 2013

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Neues von der Baustelle: Folge 3 – Hektische Eidechsenrettung wegen “bedauerlichem Fehler”

Heddesheim, 22. November 2011. (red) Obwohl “Pfenning” zugesichert hatte, den östlichen Teil des Baugebiets bis MĂ€rz 2012 nicht zu bearbeiten, wurde dort heute auf einem rund 350 Quadratmeter großen Streifen Erde abgeschoben. In diesem Streifen ĂŒberwintern Zauneidechsen. Der grĂŒne Gemeinderat Kurt Klemm schlug Alarm, der Naturschutzbund (Nabu)-Eidechsenexperte Bernd Gremlica raste aus Mannheim heran und forderte den Baggerfahrer auf, weitere Arbeiten sofort zu unterlassen. Kurz darauf trafen auch der Gutachter Dirk Bernd (Lindenfels) sowie “Pfenning”-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger vor Ort ein.

Neues von der Baustelle

Neues von der Baustelle

Bernd Gremlica und Kurt Klemm sind sauer: “Der Baggerfahrer ist ja nur der SchĂŒtze Arsch, der macht nur, was man ihm auftrĂ€gt”, kommentiert der Nabu-Eidechsenexperte Gremlica die Situation: Rund 350 Quadratmeter Eidechsen-Habitat sind platt gemacht.

Vor den beiden liegt ein großer Streifen brauner Erde: “Wenn hier Eidechsen waren, sind sie jetzt platt”, sagt Kurt Klemm. Der Rest ist nicht zitabel.

Die beiden hatten im GesprĂ€ch mit dem Gutachter Dirk Bernd aus Lindenfels noch im September abgemacht, dass dieser seinen Auftraggeber “Pfenning” anhĂ€lt, das östliche Gebiet bis einschließlich MĂ€rz 2012 nicht zu bearbeiten, um die dort gesichteten und dokumentierten Zauneidechsen schadlos ĂŒberwintern zu lassen. Anfang April sollen die streng geschĂŒtzten Echsen eingefangen und dann an anderer Stelle ausgesetzt werden.

“Bedauerlicher Fehler”

Dirk Bernd bestĂ€tigte die Vereinbarung und sprach gegenĂŒber den NaturschĂŒtzern von einem “bedauerlichen Fehler”. Er beriet sich kurz mit dem “Pfenning”-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger, der sich uns gegenĂŒber mehr als wortkarg gab und keine Stellung nehmen wollte. ”Immobilien-Chef” Dietmar Wollnitz stritt wie zu erwarten zunĂ€chst jeden Fehler ab. Die beiden waren wohl wegen des drohenden Ärgers ebenfalls schnell herbeigeeilt, passierten die NaturschĂŒtzer und parkten ihre Autos aber “in sicherer Entfernung” von Klemm und Gremlica.

Letztlich steht aber doch fest, dass vor Ort “Fakten geschaffen” worden sind und die Erdarbeiten gegen die getroffene Vereinbarung verstoßen haben. Das wiederum ist nicht wirklich eine neue Erfahrung in Zusammenhang mit dem “Vorzeigeunternehmen” “Pfenning”.

Immerhin: Der Nabu-Experte Bernd Gremlica und der NaturschĂŒtzer Kurt Klemm haben bei weiteren BeschĂ€digungen mit einer Anzeige gedroht, das zeigte Wirkung. “Pfenning” soll sich nun verpflichtet haben, zum Ausgleich des Schadens an anderer Stelle eine AusgleichsflĂ€che zu besorgen und zu bezahlen.

Schade nur, dass die Bagger- und BetonmentalitĂ€t der “Pfenning”-Leute sich heute wieder bestĂ€tigt hat. Der neue “Nachbar” scheint fest entschlossen, keine Freundschaft mit dem Ort schließen zu wollen, sondern sich wie gewohnt ĂŒber Vereinbarungen hinwegzusetzen und nur auf Druck zu reagieren.

Kurt Gremlica und Kurt Klemm haben durch ihre beherzte Reaktion einen schlimmeren Eingriff verhindert. Hinter ihnen liegt das platt gemachte Eidechsen-Habitat.

 

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  • gordongecko

    .. ĂŒber dem gesamten Projekt liegt einfach ein Fluch. Zum GlĂŒck hat Herr Klemm – mal wieder – schnell und unbĂŒrokratisch eingegriffen.

  • Heddesheimer

    Hallo,

    von was sprach Frau Wanecke in ihren Gutachten mal, da draußen ist doch nichts außer ein Paar Feldhasen und Schmetterlinge.

    Naja Kaufen wir halt GelĂ€nde ist ja gĂŒnstig in Heddesheim und der nĂ€chste reibt sich die HĂ€nde.

  • wengenroth

    Der Vorfall mag eine Kleinigkeit sein, zeigt aber was fĂŒr einen rĂŒcksichtslosen Plattmach-Konzern wir in Heddesheim bekommen. Das schlimmste ist zu befĂŒrchten, z. b. in Sachen Verkehr etc.

    • Heddesheimer

      Hallo,

      ich empfinde das nicht als Kleinigkeit, auf der Infoveranstaltung (IFOK) war keine rede von streng geschĂŒtzten Echsen, nun sind welche da wen nun auch nicht mehr.

      Mir kam es schon merkwĂŒrdig vor als ich bei einem Spaziergang das angelegt Biotop in diesen bereich gesehen habe, mit SandflĂ€che, welches sich fĂŒr Echsen eignet.

      Also dĂŒrfte die Echsen bekannt gewesen sein und nun teilweise oder ganz in diesen Bereich ausgerottet sein.

  • D. Weber

    Ich möchte wetten, das ist erst der Anfang der RĂŒcksichtslosigkeit. WĂ€re Pfenning wirklich ein “netter Nachbar” wĂŒrde man z. b. viel offener kommunizieren mit uns Heddesheimern. Die aktuelle Info auf http://www.pro-heddesheim.de ist ĂŒber 2 Jahre alt! – Mauschelei statt Transparenz, warum erinnert diese Strategie von Pfenning nur an den örtlichen GröBaz??

  • jawiejetzt?

    Hallo,

    ein bedauerlicher Fehler? Wer’s glaubt….

    Da kann sich wieder einer freuen ĂŒber die Zeichen der BautĂ€tigkeit.

    “Seit Anfang der Woche bewegt sich etwas auf dem “Pfenning”-GelĂ€nde im Heddesheimer Gewerbegebiet. Auch gestern grub ein Bagger in der Erde. “Sie werden jeden Tag mehr sehen, es wird nun relativ schnell krĂ€ftig gebaut werden”, sagte BĂŒrgermeister Michael Kessler am Donnerstagabend im Gemeinderat.” schrieb der MM.

    Das kommt dann dabei raus. Schnell und krÀftig aber ohne Sinn und vor allem Verstand.
    Wer hat da geglaubt, es wĂŒrde auf ein paar lĂ€cherliche Eidechsen RĂŒcksicht genommen?
    Bedauerlicher Fehler… Versehen…???

    Bestimmt nicht.

    Na dann… gute Nacht.

  • Grazy

    Tachchen,

    naa das einzige das die Herrn wohl wirklich “Bedauern” ist das sie dabei Erwischt worden sind.

    Man kann nur Leuten wie Hr.Klemm danken das sie aufpassen.

    Schönen Tag noch auch wenn,s Heut richtig mies draußen iss

  • Laura

    Dieser Fall ist symptomatisch – Hauptsache, die Bauunternehmen sind beschĂ€ftigt und die teuren Maschinen können zum Einsatz kommen. Wen kĂŒmmertÂŽs, wenn dabei Tiere platt gemacht werden, stehen ja nicht einmal auf der Roten Liste. Dank an Herrn Klemm, der noch Schlimmeres verhindern konnte.