Samstag, 04. Februar 2012 (22:57 Uhr)

« »

Wikipedia hat den “Bratwurstjournalismus” zensiert – ist das gut oder schlecht? Und was hat das mit Heddesheim zu tun?

Guten Tag!

Heddesheim, 16. Januar 2010. Was hat die Debatte über die Löschung des “Bratwurstjournalismus” auf Wikipedia mit dem heddesheimblog zu tun? Sehr viel. Denn auch in Heddesheim gibt es Zensur. Sie ist “politisch” verordnet und findet statt. Der Zensor heißt Michael Kessler und ist Bürgermeister. Ob diese Zensur “gut oder schlecht” ist, müssen Zensor und Zensierte selbst entscheiden.

Kommentar: Hardy Prothmann

“Zensur” wird von den meisten Menschen eindeutig als etwas “Schlechtes”, “Verwerfliches” , “Missbräuliches” verstanden. Ist Zensur per se “schlecht”? Welche Zensur ist “schlecht”? Überhaupt, was ist Zensur?

Zensur ist tatsächlich ein sehr vielfältiges Wort, das mehr als eine “negative” Bedeutung hat. Wikipedia selbst unterscheidet zwischen verschiedenen Zensur-Formen, beispielsweise politischer Zensur oder der Zensur in der Schule (Benotung).

Die Schulzensur an sich ist aber etwas vollkommen Normales. Sie ist eine Leistungsbeurteilung. Eine schlechte Benotung, eine schlechte Zensur also, wird der betroffene Schüler meist als negativ begreifen und vielleicht als “Aufforderung”, es künftig besser zu machen. Der “1er”-Schüler wird seine Note aber nicht als Zensur verstehen, sondern als “Würdigung” der “sehr guten’” Leistung.

Zensur findet (nicht) statt.

“Politische Zensur” lehnt instinktiv jeder Demokrat ab. Wie heißt es doch so schön im Artikel 5, Grundgesetz: “Eine Zensur findet nicht statt.”

“(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”

Das aber ist falsch. Zensur findet sehr wohl, sogar demokratisch legitimiert statt. Ein Widerspruch? Auch hier kommt wieder der Artikel 5, Grundgesetz, zum Tragen:

“(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.”

Wer also bei dem “Meinungsrecht” gegen allgemeine Gesetze usw. verstößt, darf oder muss sogar zensiert werden. Beispielsweise politisch-extremistische Vereinigungen. Gesetzes- und Verfassungstreue werden auch für die  ”freie Wissenschaft und Kunst” vorausgesetzt:

“(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.”

Die freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FsF) der Fernsehsender “indiziert”, sprich “zensiert” beispielsweise Filme. Danach steht auf der Verpackung: Freigegeben ab Alter X. Pornographie ist generell erst ab 18 Jahren zulässig (FSK 18) – obwohl pubertierende Jugendliche schon in jüngeren Jahren unbändig das “Verbotene” konsumieren wollen.

Halt den Mund!

Zensur findet auch in der kleinsten Einheit unserer Gesellschaft, der Familie statt: “Halt den Mund!”, hat sicherlich fast jeder Elternteil gegenüber dem Nachwuchs mindestens ein Mal im Laufe von vielen Erziehungsjahren gesagt. Zu recht?

Die Frage, ob Zensur gut oder schlecht ist, kann man nicht pauschal beantworten. Vermeintlich besser ist die Frage: Ist Zensur gerecht oder ungerecht? Der zensierte Mensch wird meistens zu “ungerecht” tendieren, der Zensor sein “Recht” betonen.

Wie komplex der Begriff der Zensur ist, zeigt wiederum Wikipedia selbst. Der Artikel “Zensur (Informationskontrolle)” ist nicht nur schwach definiert, er ist so irrelevant definiert, dass er sofort gelöscht werden sollte. Auch dem “Bratwurstjournalismus” wurde vorgeworfen, als Begriff irrelevant zu sein.

Ist das so? Sicher nicht. Der Begriff “Zensur” ist sehr relevant, aber schlechter definiert als die gelöschte Fassung über den “Bratwurstjournalismus”.

Vermutlich ist “Zensur” bei Wikipedia so unzureichend definiert, weil die “Wikipedianer” selbst damit ein großes Problem haben, wie die Löschdebatte nicht nur um den “Bratwurstjournalismus” zeigte.

Ist Zensur “gut oder schlecht?”

Im November gab es dazu eine Tagung, wie Radio Bremen berichtet: “Der Verein Wikimedia, der das Projekt Wikipedia finanziert, sich aber nicht in inhaltliche Diskussionen einmischt, lädt nun Wikipedia-Autoren und -Administratoren, Blogger und andere Interessierte ein, am Donnerstag, 5. November, 18 Uhr, in Berlin über Lehren aus der Löschdebatte zu diskutieren.”

Zurück zur Ausgangsfrage: Ist es gut oder schlecht (gerecht oder ungerecht), dass ein Wikipedia-Administrator den “Bratwurstjournalismus” gelöscht hat?

Aus meiner Sicht ist es “schlecht” – weil ich keinen Willen bei den “Löschern” erkennen konnte, dieses relevante “Phänomen” nachhaltig beschreiben zu wollen. Ob das nun “Bratwurstjournalismus” heißen muss, stelle ich dahin.

Der Hinweis, der “Bratwurstjournalismus” sei eine Untermenge von “Gefälligkeitsjournalismus” trifft in meinen Augen nicht zu. Vor allem, wenn er so mangelhaft definiert ist, wie bei Wikipedia. Dort steht unter dem Begriff “Lokaljournalismus” folgende Erklärung:
“Ein weit verbreitetes Vorurteil besagt, dass ein Lokaljournalist in erster Linie einen “Gefälligkeitsjournalismus” produziere, indem er etwa über Vereinsfeste, Firmenjubiläen oder Geburtstagsfeiern lokaler Politiker berichtet. Berichte dieser Art gibt es häufig, vor allem in kleineren Lokalzeitungen und Anzeigenblättern. Grundsätzlich aber nehmen Lokaljournalisten mit der Berichterstattung über die Kommunalpolitik, über soziale, wirtschaftliche und kulturelle Ereignisse und Entwicklungen vor Ort eine gesellschaftliche Aufgabe wahr. Die Vielfalt, Auflagenhöhe und Reichweite der Lokalzeitungen ist eine Besonderheit der deutschen Medienlandschaft, ihre Reichweite in der Bevölkerung wird von keinem anderen Medium erreicht.”

Wikipedia ist eine “Quelle”. Mehr nicht.

Ein “weit verbreitetes Vorurteil besagt”, dass ein Lokaljournalist in erster Linie einen Gefälligkeitsjournalismus produziere.

Ein Vorurteil also.

Für das allerdings im Wikipedia-Artikel jede Quelle fehlt.

Ein Vorurteil wiederum wird auch gemeinhin unter Demokraten als “schlecht” verstanden, als “unwahr”. Die Wikipedia-Definition negiert die Aussage sogleich, indem sie bestätigt, dass es “Berichte dieser Art häufig gibt”. Um dann wieder “grundsätzlich” eine “gesellschaftliche Aufgabe” herauszustellen. Und die Relevanzbegründung ist: “Ihre Reichweite in der Bevölkerung wird von keinem anderen Medium erreicht.”

Auch hier sollten die Wikipedianer nacharbeiten. Eine hohe Reichweite ist nicht per se “gut”.

Dazu ein “Totschlagargument”: Adolf Hitler hatte nahezu die “totale Reichweite”. War das gut?

Gerade wenn das “Vorurteil” keines sein sollte, sondern die “Tatsache”, dass überwiegend “Gefälligkeitsjournalismus” produziert wird, wäre das extrem “schlecht” – wegen der großen Reichweite. Die haben auch Pandemien wie die Pest.

“Gefälligkeitsjournalismus” ist eine Pest.

In der Konsequenz hieße das nämlich, dass eine große Zahl Menschen mit “Informationen” versorgt wird, die ihnen “zu gefallen” haben, tatsächlich aber vor allem ganz wenigen nützlich sind.

Ein solcher Journalismus ist viel wert für die Sender der Botschaft (“Mächtigen”) und nichts für die Empfänger (“Leser”). Auch Gefälligkeitsjournalismus ist also eine Art von Zensur.

“Gut” an der Löschdiskussion um den Bratwurstjournalismus ist die hohe Aufmerksamkeit, die diese nicht nur in Journalistenkreisen gefunden hat.

Denn dadurch werden die Kolleginnen und Kollegen mit der Frage konfrontiert, ob das, was sie tun, “ethisch” vertretbar ist oder nicht. Ich danke deswegen allen Kollegen, die darüber berichtet haben. Und allen “Konsumenten”, die sich für diese Frage interessieren.

Tatsächlich verlinkt das heddesheimblog oft auf Wikipedia. Die Begründung ist einfach: Wikipedia ist aus Sicht der Redaktion eine “Quelle”. Hier gibt es Informationen – ob die “stimmen”, haben wir damit nicht beantwortet. Jede Verlinkung ist nur ein Hinweis auf eine andere “Quelle”. Ob Meinungsäußerung oder “faktische” Information.

Wir verlinken auch auf andere Medien, Institutionen usw.. Alle Verlinkungen sind “Informationsquellen”. Mehr nicht.

Darüber informieren wir unsere Leserinnen und Leser immer wieder.

“Gefälligkeitsjournalismus” ist Zensur.

Der Heddesheimer Bratwurstjournalismus Gefälligkeitsjournalismus des Mannheimer Morgens ist aus meiner Sicht auch eine Form der Zensur. Und das ist mehr als bedauerlich – weil die Abonnenten des MM vorsätzlich mit minderwertigen Informationen “versorgt” werden, für die diese auch noch bezahlen müssen.

Wie “gefällig” der MM dabei ist, zeigt seine “Nicht-Berichterstattung” über die “politische Zensur”.

Die freie Journalistin Miriam Bunjes hat beispielsweise für das Internet-Portal der Evangelischen Kirche, “evangelisch.de” ein Porträt über das heddesheimblog geschrieben. Sie schreibt im September 2009:
“Seine Texte sind unbequem. Die Kritisierten wollen deshalb öffentlich am liebsten gar nichts über Hardy Prothmann und das “heddesheimblog” sagen. “Wir beobachten das Blog aufmerksam und kritisch”, sagt ein Sprecher der Gemeinde Heddesheim, der namentlich nicht zitiert werden will. Mehr möchte er nicht über das “neue Medium in der Stadt” sagen.” (Anm. d. Redaktion: Unterstreichung durch die Redaktion heddesheimblog)

Ein “Sprecher”, der namentlich nicht zitiert werden will? Ist so jemand ein Sprecher?

Die Redaktion des heddesheimblogs wurde später darüber unterrichtet, dass “Presseanfragen” an die Gemeinde nicht mehr an einzelne Mitarbeiter, sondern an “gemeinde@heddesheim.de” zu richten seien. Wenn geantwortet wird, dann vom Bürgermeister Kessler oder seinem Sekretariat.

In Heddesheim wird “politische Zensur” aktiv angewendet.

Aus “am liebsten gar nichts sagen” soll eine Dienstanweisung geworden sein: Bürgermeister Michael Kessler hat nach unseren Informationen angeordnet, jede Anfrage des heddesheimblogs nicht zu beantworten, sondern an ihn weiterzuleiten. Wir haben dazu die Gemeinde angeschrieben und werden über die Antwort berichten.

Wenn dies zutrifft, wäre das “politische Zensur” in Reinkultur. Antidemokratisch. Nicht akzeptabel. Aber “rechtlich” absolut zulässig.

Mitarbeitern wäre per Ukas (auch unzureichend definiert bei Wikipedia) der “Mund verboten”. Jede Recherche (=Frage) soll “zentral” (=Bürgermeister) kontrolliert werden.

Das wäre der Versuch einer zensierten “Informationskontrolle”. Jeder Mitarbeiter, der dagegen verstößt, muss mit “arbeitsrechtlichen Konsequenzen” rechnen. Mehr noch: Mit Druck, mit nicht-Beförderung, also mit Nachteilen.

Das heddesheimblog erfährt trotzdem viel. Weil die Unzufriedenheit der Mitarbeiter der Verwaltung mit ihrer “Führung” enorm hoch ist. Sie lassen sich nicht “das Maul verbieten” und vertrauen darauf, dass die Redaktion des heddesheimblogs diese Informanten schützt. Das tun wir.

“Quellen”, also Menschen, die etwas erzählen wollen, werden von uns geschützt. Was heißt das? Ganz einfach: Eine Quelle erzählt uns etwas und wir sorgen dafür, dass die “Spur” zwischen Quelle und Bericht nicht zurückverfolgt werden kann. Wenn das nicht möglich ist, verzichten wir auf den Bericht.

Wenn die Redaktion des heddesheimblogs über eine ähnliche Behinderung der “Redaktion” des Mannheimer Morgen erfahren würde – wir würden sofort solidarisch den Sachverhalt prüfen und uns sofort für die Informationsfreiheit und die Möglichkeit einer freien Recherche einsetzen. Konkurrenzgedanken spielen dabei keine Rolle. Informationsfreiheit ist ein hohes Gut, das das heddesheimblog ungeachtet der Umstände vor alles andere stellt.

Der MM denkt da anders. Er ist ja schon längst nicht mehr an “freier Berichterstattung” interessiert, sondern betreibt aktiv “Gefälligkeitsjournalismus”.

Der Mannheimer Morgen ist ein Zensurorgan.

Damit stellt sich wieder die Frage: “Gut oder schlecht”? Als Behördenleiter darf ein Bürgermeister seinen Mitarbeitern einen “Maulkorb” verordnen. Er hat das Recht dazu. Er ist berechtigt, seinen Beschäftigten die freie Meinungsäußerung in Bezug auf ihre Arbeit zu zensieren. Er hätte aber auch das “Recht”, dies zuzulassen.

Die Frage war: “Ist das gut oder schlecht?”

Das muss jeder, der davon weiß, selbst beurteilen.

Der Redaktion kann der “Bürgermeister” Kessler nichts anordnen. Er kann versuchen, Recherchen zu behindern und sich damit zu einem Verhinderer von “Informationsfreiheit” zu definieren.

Unseren Leserinnen und Lesern kann der “Bürgermeister” Michael Kessler nichts “anweisen”. Für die Leserinnen und Leser gilt Artikel 5 des Grundgesetzes: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.” (Anm. d. Red.: Unterstreichung durch die Redaktion.)

Das heddesheimblog ist eine “allgemein zugängliche Quelle”, aus der sich alle Bürger “ungehindert unterrichten können”.

Und das ist ganz eindeutig “gut so”.

Zensur findet übrigens in Heddesheim und auch in anderen Gemeinden über “nicht-öffentliche” Gemeinderatssitzungen statt.

Darüber wird das heddesheimblog exklusiv in den kommenden Tagen berichten.

Share

Kommentare

  1. Argus meint:

    Hier eine satirische(?) Gleichung:
    Pressesprecher der Gde.Heddesheim = BM = Zensor

  2. Uli Walter meint:

    Was für ein peinlicher Versuch, den Begriff “Zensur” umzudeuten, nur um sich selbst als Opfer dessen darstellen zu können. Selbstverständlich nicht ohne Auslassung von “Godwin’s law”.
    Dieses Blog wird ohne jeden Zweifel als einziger Fels in der Brandung die Welt retten.

    Viel Erfolg dabei!
    Uli

    • dasheddesheimblog meint:

      Guten Tag!

      Ihr Beitrag wird von der Redaktion veröffentlich, um wieder einmal ein kleines Beispiel für Kommentare zu geben, die wir sonst direkt löschen, um unseren Leserinnen und Lesern solchen Müll zu ersparen.

      Wo wird der Begriff Zensur “umgedeutet”?
      Im Text gibt es eine erklärende Einführung, dass Zensur verschiedene Bedeutungen hat und das Grundgesetz Zensur verbietet – außer, wenn andere Gesetze dadurch verletzt werden.
      Weiter stellt der Text dar, dass der Wikipedia-Admin keiner Willkür folgte, sondern die Löschung argumentativ vertreten hat: Der Betriff Bratwurstjournalismus sei nicht “relevant” genug.
      Weiter stellt der Text dar, dass die Löschpraxis bei Wikipedia ebenfalls ein Debattenthema ist. Dazu bringt der Text einen Hinweis auf Radio Bremen und Beispiele über existierende Wikipedia-Artikel.

      Wo Sie aus dem Text eine “Opfer-Haltung” herauslesen, wissen nur Sie. Die Redaktion hat einfach nur den Vorgang dargestellt. Und es wird darauf hingewiesen, dass die Redaktion durch den Bürgermeister der Gemeinde Heddesheim, Michael Kessler, fortlaufend “zensiert” wird, indem Informationen nicht gegeben werden oder die Übermittlung von Informationen verboten wird. Hier handelt es sich also um eine klassische Form von Zensur, nämlich “politischer Informationskontrolle”.

      Leider haben Sie auch “Godwins Law” nicht verstanden. Dieses “Gesetz”, was keines ist, beschreibt einen “Debattenverlauf” in “Newsgroups”, bei dem irgendwann ein “Nazi-Vergleich” auftaucht, der als Totschlagargument benutzt wird – allerdings ohne darauf hinzuweisen.
      Erstens ist unser Text keine Debatte, sondern ein Kommentar und zweitens wird in unserem Text explizit eine Behauptung als “Totschlagargument” benannt und damit die Absurdität des Vergleichs aufgezeigt.
      Das ist das exakte Gegenteil von dem, was Sie verstanden zu haben glauben.

      Auch Ihr Versuch einer Ironie ist kläglich, als Argument ohne Grundlage und als Behauptung einfach nur Zeichen Ihrer Kleingeistigkeit: “Welt retten”.
      Um überhaupt so einen Schmarn zu denken, muss man schon reichlich verwirrt sein.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

  3. Raumfuernotizen meint:

    Hallo Herr Prothmann.

    Sie schreiben:
    >>>Ein Vorurteil wiederum wird auch gemeinhin unter Demokraten als “schlecht” verstanden, als “unwahr”. Die Wikipedia-Definition negiert die Aussage sogleich, indem sie bestätigt, dass es “Berichte dieser Art häufig gibt”. <<<
    Das stimmt nicht. Zum einen ist Ihre Definition von Vorurteil schwammig ("gemeinhin"), zum anderen wird ein Vorurteil nicht dadurch negiert, dass es teilweise zutrifft. Entscheidend ist die Generalisierung eines Vorurteils.
    Oder um es mit Wikipedia zu sagen: "Vorurteilsbildung wird als „Übergeneralisierung“ interpretiert, bei der unzulässigerweise von einzelnen Eigenschaften eines Individuums auf Eigenschaften aller Individuen einer Gruppe geschlossen wird."

    Natürlich haben Sie Recht, dass Gefälligkeitsjournalismus etwas vollkommen anderes ist als Ihr "Bratwurstjournalismus".
    Wenn Sie dieses Phänomen für so relevant halten, besteht doch immer noch die Möglichkeit, die diesbezüglichen Aussagen unter dem Wikipedia-Eintrag "Lokaljournalist" unterzubringen. Die Kritik in der Lösch-Diskussion richtete sich ja nicht gegen die Existenz des Phänomens, sondern gegen den Namen.

    Ich bin übrigens kein Lokaljournalist. Und kein Wikipedia-Mitarbeiter.

  4. Clemens Wlokas meint:

    Für Bratwürste habe ich ein Faible. Obwohl ich auch sehr wählerisch bin. Deswegen nehme ich es nicht mit jeder Bratwurst auf. Was mir nicht schmeckt, wandert postwendend in den Müll. Leider habe ich mit Bratwürsten aus dem Mannheimer Morgen überhaupt keine Erfahrungen. Vielleicht sind sie ja bei der Badischen Zeitung nicht anders. Aber für eine Rote, mit oder ohne Zwiebeln, vom Freiburger Münsterplatz, würde ich fast jeden Gourmettisch stehenlassen. Insofern haben selbst Bratwürste eine Qualität.

Ihre Meinung ist uns wichtig

*

Comments links could be nofollow free.