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Heddesheim, 05. Dezember 2009. An Weihnachten und Silvester wird gefeiert – mit Kerzen und mit Feuerwerkskörpern. Das heddesheimblog wollte von der Feuerwehr wissen, wie die Bürger sich verhalten sollten, damit aus schönen Festen nicht am Ende vielleicht eine Katastrophe wird. Feuerwehr-Kommandant Dieter Kielmayer gibt einen einfachen Rat: “Offenes Feuer darf nicht unbeaufsichtigt bleiben – Notmittel müssen vorbereitet sein.”
Interview: Hardy Prothmann
Herr Kielmayer, worauf sollte die Bevölkerung in der Weihnachtszeit und an Silvester in Sachen Brandvorsorge besonders achten?
Dieter Kielmayer: “Viele kaufen schon recht früh ihren Weihnachtsbaum, um länger etwas davon zu haben. Je länger der Baum aber in einem geheizten Raum steht, um so stärker trocknet er aus und erhöht damit die Brandlast ganz enorm. Die Bäume sollten gut gewässert werden, das hilft ein wenig gegen die Austrocknung.”
“Ein trockener Tannenbaum kann in Sekunden lichterloh in Flammen stehen.”
Entzünden sich Nadelbäume so schnell?
Kielmayer: “Das hängt wie gesagt vom Grad der Austrocknung ab. Ein trockener Baum kann innerhalb von Sekunden “lichterloh” in Flammen stehen, um das ganz deutlich zu sagen.”
Was halten Sie von der Kombination echte Kerzen und Weihnachtsbäumen?
Kielmayer: “Überhaupt nichts. Es ist sicher romantischer, aber die Sicherheit sollte den Menschen mehr wert sein. Ich selbst benutze nur elektrische Kerzen. Aber die echten Kerzen sind nicht nur auf dem Baum ein Problem, auch im Fallradius des Baumes. Meine Katzen beispielsweise finden das Lametta immer sehr interessant – ein Sprung in die Baumkrone, der Baum fällt, auf dem Tisch daneben brennen Kerzen…”

Kommandant Dieter Kielmayer moderiert eine Übung beim Tag der offenen Tür 2009 (Archiv). Bild: hblog
Was ist mit Adventskränzen?
Kielmayer: “Die sind wie jede Kerze eine unterschätzte Gefahr. Folgendes Szenario: Sie sitzen am Tisch und basteln oder lesen Zeitung. Die brennende Kerzen auf dem Adventskranz verbreiten eine schöne Atmosphäre. Es klingelt, Sie verlassen den Tisch, gehen an die Tür, es gibt einen Luftzug, Bastelmaterial oder Papier wird auf den Adventskranz geweht… Das muss noch kein lebensbedrohlicher Brand werden, mindestens hat man eine “Riesensauerei”. Man lässt offenes Feuer niemals allein. Und damit meine ich definitiv alle Arten von Kerzen auch außerhalb der Weihnachtszeit.”
Feuerlöscher müssen regelmäßig kontrolliert werden.
Es kommt zum Brand – wie löscht man?
Kielmayer: “Es sollte immer ein Feuerlöscher zur Hand sein, im Keller nützt der nichts. Ich selbst habe einen Feuerlöscher mit CO2, das entzieht dem Feuer Wärme und erstickt es gleichzeitig. Der Vorteil: Es macht keinen Dreck. Feuerlöscher mit Pulver sind der Standard, allerdings verteilt sich das feine Pulver bei einem Einsatz überall.”
Woher weiß man, dass der Feuerlöscher auch funktioniert?
Kielmayer: “Indem man ihn mindestens einmal im Jahr zur Hand nimmt und schaut, wann er gewartet werden muss, das steht auf der Plombe oder dem Prüfsiegel. Firmen, die das machen, findet man im Branchenbuch. Wenn Sie den Feuerlöscher “auf den Kopf” umdrehen, sollten Sie das Pulver rieseln hören. Wenn nicht, muss man ihn warten lassen.”
Muss es ein Feuerlöscher sein?
Kielmayer: “Ebenfalls geeignet ist ein großer Eimer Wasser, noch besser eine Löschdecke aus Baumwolle, die es im Baumarkt zu kaufen gibt. Wer allerdings nicht sofort beim Entstehen eines Feuers einen Löschversuch unternehmen kann, sollte sich und alle Menschen im Haus sofort in Sicherheit bringen.”
Im Brandfall steht die Rettung von Leib und Leben vor allem anderen.
Das ist die nächste Frage: Wie verhält man sich im Brandfall?
Kielmayer: “So gut es geht die Ruhe bewahren und unverzüglich die Räume verlassen – die Rauchgase können sehr schnell zu einer Lungenembolie führen. Die Tür schließen, damit das Feuer keinen frischen Sauerstoff bekommt und eventuelle Mitbewohner warnen -und natürlich 112 wählen und die Feuerwehr alarmieren.”
Und dann?
Kielmayer: “Die Betroffenen sollten in sicherem Abstand auf die Einsatzkräfte warten und diese dann über die Räumlichkeiten informieren. Das hilft uns sehr, wenn wir wissen, wo wir hinmüssen und wie die Räume eingerichtet sind. In einer verqualmten Wohnung sehen die Kameraden die Hand vor Augen nicht.”
Worauf sollten die Menschen noch achten?
Kielmayer: “An Weihnachten und Silvester wird gerne Fondue gemacht oder eine Feuerzangenbowle. Auch hier gibt es offenes Feuer – die Spiritusbrenner. Sollte sich hier etwas entzünden, darf auf keinen Fall Wasser zum Einsatz kommen. Geeignet sind hier am besten Löschdecken oder Feuerlöscher.”
Was ist mit elektrischen Anlagen?
Kielmayer: “Überlastete Steckdosen sind sehr gefährlich, weil sie Schmorbrände verursachen. Dass heißt, es entwickelt sich in einem solchen Fall nicht unbedingt ein richtiges Feuer, dafür aber giftiger Rauch. Ich rate den Menschen deshalb dringend, ausreichend Feuermelder im Haus und der Wohnung zu verteilen. Die kosten nicht viel und helfen Leben zu retten. Nicht benötigte elektrische Verbraucher sollte man sowieso ganz abschalten, dann geht von Ihnen auch keine Gefahr aus.”
“Lesen Sie die Gebrauchsanweisungen und
seien Sie umsichtig mit Feuerwerkskörpern.”
Und der Umgang mit Feuerwerkskörpern?
Kielmayer: “Der ist immer gefährlich. Um die Gefahr zu reduzieren, sollte nur Qualitätsware gekauft werden. Ich kann nur appellieren: Lesen Sie die Gebrauchsanleitung genau durch. Stellen Sie Raketen in eine feste Abschussbasis. Denken Sie voraus, wo die Rakete hinfliegen oder nicht hinfliegen soll. Halten Sie genug Abstand von “brennbaren Material”. Beim vernünftigen Umgang muss man sich keine Sorgen machen.”
Sind die Menschen so vernünftig?
Kielmayer: “Die meisten schon. Auch unter den Kindern, hier wird viel Aufklärungsarbeit in den Schulen und bereits im Kindergarten geleistet. Allerdings haben wir auch schon erlebt, dass unsere Einsatzfahrzeuge in der Silvesternacht mit “Feuerwerkskörpern” beim Vorbeifahren beworfen wurden. Bei Leuten, die so etwas machen, Â hilft auch keine Aufklärung.”
Zur Person:
Der Optikermeister Dieter Kielmayer (48) ist seit 1990 Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Heddesheim. Im Alter von 12 Jahren ist Kielmayer der Feuerwehr beigetreten. Sein Vater war vor ihm bereits Kommandant in Heddesheim. Kielmayers Söhne sind wie auch sein Bruder aktive Kameraden der Feuerwehr in Heddesheim.
Link:
Feuerwehr Heddesheim
Innenministerium: Damit die Feiertage nicht zu Feuertagen werden















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