Sonntag, 05. Februar 2012 (00:04 Uhr)

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Winterreifen bieten Sicherheit

Guten Tag!

Heddesheim, 01. Dezember 2009. Winterreifen sind kein Luxus – sondern absolut notwendig, um sicher durch den Winter zu kommen. Bei Temperaturen unter 7° Celsius verlieren Sommerreifen mehr und mehr “Griffigkeit” und Bremswege verlängern sich enorm – egal, ob in den Bergen oder auf dem flachen Land. Wichtig ist auch die Qualität der Reifen – Billigware fährt nicht gut.

Die richtige Zeit für den Reifenwechsel ist der Oktober – meist werden hier täglich bereits Werte von unter 7° Celius gemessen. Zeit für Winterreifen, den nur die bieten bei kühlen Temperaturen eine gute Haftung. Wegen der milden Temperaturen haben aber weniger Autofahrer gewechselt als erwartet, wie das heddesheimblog auf Nachfrage in Kfz-Betrieben erfahren hat.

Erster schwerer “Winterunfall” am 14. Oktober

Dabei kam es am 14. Oktober 2009 kurz nach 8:00 Uhr morgens in der Region zum ersten schweren Glatteisunfall. Ein von Wieblingen nach Plankstadt fahrender Pkw geriet auf der Brücke über die BAB 656 wegen Glatteis ins Schleudern und prallte frontal auf einen entgegenkommenden Pkw. Ein diesem Auto nachfolgender Rollerfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und rutschte unter die Unfallautos. Drei Personen wurden schwer verletzt, berichtete die Heidelberger Polizei.

Gerade nachts oder in den frühen Morgenstunden ist es deutlich zu kalt für Sommerreifen. Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe empfiehlt deshalb: “Von O bis O” – von Oktober bis Ostern – sollten Autofahrer auf Winterreifen wechseln, und das selbst dann, wenn man nicht in einer ausgewiesenen Schneeregion wohnt”, sagt Ulrich Köster, Pressesprecher des Verbands. “Der Grund ist einfach: die Fahreigenschaften von Sommerreifen verschlechtern sich nicht erst bei Schnee und Eis. Schon bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius verhärtet die Gummimischung von Sommerreifen, sowohl Straßenhaftung als auch Kurvenstabilität nehmen ab und der Bremsweg verlängert sich erheblich. Deshalb sind Winterreifen ab Oktober die sichere Wahl.”

Funktionstests zeigen, dass der Bremsweg mit 100 km/h auf nasser Fahrbahn mit Winterreifen eine knappe Autolänge kürzer ist als mit Sommerreifen. Noch stärker macht sich der Unterschied zwischen Winter- und Sommerreifen auf schneebedeckter Fahrbahn mit 50 km/h bemerkbar: Der Bremsweg mit Sommerreifen beträgt 62 Meter, der mit Winterreifen 31 Meter.

Tests beweisen die Überlegenheit von Winterreifen bei kalten Temperaturen.

Für den Bremsweg ist neben der Reifenart auch deren Qualität maßgeblich. Reifentests haben gezeigt, dass “billig teuer zum Stehen kommt”. Die Bremswege mit Billigreifen, speziell auf nasser Fahrbahn, sind im Gegensatz zu denen mit Premiumreifen deutlich länger. Tests der Dekra zeigten zum Beispiel, dass bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h ein Fahrzeug mit Premium-Winterreifen nach 39 Metern zum Stehen kommt, während der Bremsweg mit Billig-Importware 52 Meter beträgt.

Was viele Autofahrer immer noch nicht wissen: Auch der Gesetzgeber verlangt eine dem Wetter angepasste Bereifung. 2008/2009 wurden über 500 Bußgelder verhängt, die Verwarnungen der Polizei nicht mitgerechnet. Autofahrer, die die Umrüstung verpassen, riskieren 20 Euro Bußgeld. Kommt eine Behinderung des Straßenverkehrs hinzu, kann sich die Strafe sogar auf 40 Euro plus einen Punkt in Flensburg erhöhen.

Unterm Strich ist die Anschaffung von Winterreifen erstmal eine Investition – tatsächlich verlängern sie aber das Leben der Sommerreifen, die während der kalten Jahreszeit am besten lichtgeschützt im Keller oder der Garage gelagert werden sollten.

Aufgrund ihrer besonderen Gesamtkonstruktion und speziellen Gummimischung bieten Winterreifen nicht nur auf Eis und Schnee, sondern auch schon in den nasskalten Herbstmonaten ein wichtiges Sicherheitsplus. Die Gummimischung bleibt durch die verwendeten Materialien auch bei niedrigen Temperaturen flexibel und kann deshalb besser in den Asphalt “greifen”.
Für den Einsatz im Winter werden drei verschiedene Reifen-Arten angeboten, mit denen man rechtlich auf der sicheren Seite sei:

  • echte Winterreifen mit klar erkennbaren Lamellen (feine, meist zickzackförmige Einschnitte) in der Lauffläche bis in die “Reifenschulter”
  • M+S-Reifen für Matsch und Schnee, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, dass sie vor allem in Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen. Das Profil der Lauffläche ist im Allgemeinen durch größere Profilrillen und/oder Stollen (einschließlich von Lamellen über die gesamte Laufflächenbreite bis in die Schulter) gekennzeichnet, die voneinander durch größere Zwischenräume getrennt sind, als dies bei normalen Reifen der Fall ist
  • Ganzjahresreifen in Verbindung mit dem M+S-Kennzeichen. Sie sind für Sommer- und Wintereinsatz konzipiert, und die Lamellen befinden sich beispielsweise nur im mittleren Bereich der Lauffläche.

Doch egal welche Reifenart, die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern darf nicht unterschritten werden. Um aber im Schnee und auf Eis ganz sicher zu fahren, sollten Reifen über mindestens vier Millimeter Profiltiefe verfügen.

Autofahrer sollten ihren Versicherungsschutz nicht riskieren!

Wie steht es mit dem Versicherungsschutz, wenn es in Herbst und Winter “knallt” und man trotzdem mit Sommerreifen unterwegs ist? Den Schaden des Unfallopfers bezahlt zunächst die Kfz-Haftpflichtversicherung, auch dann, wenn nicht jahreszeitgemäße Reifen aufgezogen waren. Sie kann jedoch unter Umständen die Kosten vom Verursacher ganz oder zum Teil zurückfordern.

Die Ersatzpflicht gilt jedoch nicht unbedingt für den Schaden am eigenen Auto: Bei der Vollkaskoversicherung könnte im Extremfall bei einem Unfall grobe Fahrlässigkeit entgegengehalten werden. Zum Beispiel dann, wenn man mit abgefahrenen Sommerreifen ins Hochgebirge fährt.

Wenn also der Vollkaskoschaden grob fahrlässig herbeigeführt wurde, muss die Versicherung nicht zahlen. Und Achtung: Vielleicht noch wichtiger als die geeignete Bereifung dürfte allerdings im Schadensfall der Nachweis sein, dass man seine Geschwindigkeit und Fahrweise den Sicht- und Wetterverhältnissen angepasst hat.

Drastische Geldstrafen im Ausland

Falsche Bereifung erhöht das Unfallrisiko und kostet unter Umständen enorme Bußgelder. Wer zur kalten Jahreszeit mit Sommerreifen ins Ausland fährt, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch drastische Geldstrafen.

Österreich: keine generelle Vorschrift

In Österreich besteht keine generelle Winterreifenpflicht. Bei schneebedeckten und vereisten Straßen oder bei Schneematsch sind aber Schneeketten oder Winterreifen vorgeschrieben. Ganzjahres- oder Allwetterreifen gelten als Winterreifen, sofern sie mit dem Kürzel “M + S” versehen sind. Die Winterreifen müssen zudem über vier Millimeter Profiltiefe verfügen. Gültig sind diese Regeln jeweils vom 1. November bis zum 15. April. Ist ein Straßenabschnitt mit einem Durchfahrverbot gekennzeichnet, das “Fahrzeuge mit Winterausrüstung” ausnimmt, ist das Weiterfahren nur mit Winterreifen oder Schneeketten erlaubt. Blaue Verkehrsschilder, die einen Reifen mit Schneeketten zeigen, verpflichten zur Fahrt mit eben solchen.

Schweiz: Hohe Strafen und Mithaftung bei Unfall

Keine Kompromisse beim Thema Winterreifen kennt die Schweiz. Wer ohne geeignete Reifen den Verkehr blockiert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Wer mit Sommerreifen bei Schnee in einen Unfall gerät, wird erheblich in Mithaftung genommen.

Italien: Ausnahme Aosta-Tal

Weiter südlich in Italien besteht im Aosta-Tal eine generelle Pflicht zum Winterreifen, und zwar jeweils vom 15. Oktober bis zum 15. April.
Ansonsten behalten es sich die Italiener vor, Schneeketten und Winterreifen auf bestimmten Strecken zeitweise vorzuschreiben.

Frankreich: kurzfristige Anordnungen

Die Franzosen ordnen auf manchen Streckenabschnitten im Gebirge je nach Situation kurzfristig Schneeketten an. Wichtig: Diese müssen an der Antriebsachse angebracht sein.

Das 1×1 der Reifen-Kennzeichnung

Da es für die Eigenschaften von Winterreifen keine klaren Definitionen gibt, behilft man sich oft mit zwei Merkmalen: dem Kürzel M+S und dem Schneeflocken-Symbol.

  • M+S: steht für Matsch und Schnee. Auch Ganzjahresreifen tragen dieses Kürzel. Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung sind im Prinzip Winterreifen mit Sommereignung. Sie sind auf nassen und glatten Fahrbahnen besser als Sommerreifen, zeigen oftmals Schwächen auf Schnee und garantieren somit keine optimalen Wintereigenschaften.
  • Geländewagen-Fahrer müssen vorsichtig sein: Werksseitig tragen fast alle Reifen die M+S-Markierung! Ob das aber auch so ist, sollten Sie anhand der Merkmale prüfen (siehe oben)
  • Schneeflocken-Symbol: eine kleine Schneeflocke, umrahmt von einem gezack-ten Berg (Three Peak Mountain Symbol). In den USA gibt es seit 1999 ein standardisiertes Testverfahren mit Traktionstest für Winterreifen. Ein Reifen, der dieser Prüfung standhält, darf das Schneeflocken-Symbol tragen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rechtsprechung in Zukunft verhält, wenn es wegen ungeeigneter Bereifung im Winter zu einem Unfall kommt. Da sowohl M+S-Reifen als auch das Schneeflocken-Symbol anerkannte Gütesiegel sind, lässt sich zumindest vermuten, dass man mit derart gekennzeichneten Reifen auf der sicheren Seite ist.
  • DOT-Nummer: Die in die Seitenwand des Reifens eingeprägte vierstellige DOT-Nummer verrät das Produktionsdatum der Reifen. Steht hier hinter ”DOT” und den zwei darauf folgenden vierstelligen Buchstabenkombinationen zum Beispiel eine 1408, bedeutet dies, dass der Reifen in der 14. Kalenderwoche des Jahres 2008 gefertigt wurde. Achten Sie darauf, dass bei Kauf/Verkauf von Pkw-Reifen das Produktionsdatum nicht länger als fünf Jahre zurückliegt! Das heißt im Umkehrschluss, dass ein ungebrauchter Reifen – sachgemäße Lagerung natürlich vorausgesetzt – bis zu fünf Jahre ab Produktionsdatum noch als neuwertig gilt und insofern auch als Neureifen verkauft werden darf.

Link:
Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
Pro-Winterreifen

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

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