Guten Tag!
Heddesheim, 20. November 2009.
Von Hardy Prothmann
Wer die öffentlichen Gemeinderatssitzungen verfolgt, muss nicht genau hinhören, um das Muster zu erkennen: Immer wieder wird “befürchtet”, ist man “besorgt”, muss man “warnen”, “droht” etwas. Man könnte meinen, Heddesheim sei im Krieg und von Gefahren umzingelt.
Doch keine Sorge. Die Spannung wird regelmäßig aufgelöst, weil etwas “gelungen” ist, man “erreichen konnte”, der “Einsatz sich gelohnt” hat. Aber immer war es “nicht einfach”.
Die Methodik der angewandten Rhetorik ist einfach zu durchschauen: Bedrohungen erzeugen Angst. Jetzt ist Mut und Handlungswille gefragt. Am Ende stehen der Sieg und die Helden fest. In der Regel sind das der Bürgermeister, seine Mitarbeiter und alle Gemeinderäte, die Ja und Amen sagen.
So wird mit dem Kopf gewackelt (das heißt: Ich wäge ab) und dann genickt (das heißt: Ich habe mich entschieden).
Was gar nicht gefragt ist, sind kritische Anmerkungen derer, die nicht einfach Ja und Amen sagen. Auffällig ist, dass der Bürgermeister Michael Kessler jede kritische Nachfrage abbügelt, meist eingeleitet mit: “Dazu muss ich jetzt auch mal was sagen” oder wahlweise “so kann ich das nicht stehen lassen”.
Auch die aktuelle Gemeinderatssitzung bot wieder dieses Schauspiel. Kritische Anmerkungen und Fragen kamen von der Fraktion der Grünen und einzelnen Gemeinderäten. Der überwiegende Teil sagt so gut wie nie etwas, sondern überlasst den Wortführern der Fraktionen meist das Reden. Die anderen wackeln oder nicken dann.
Es gibt noch eine dritte Kopfbewegung: Kopfschütteln. Die heißt dann ganz eindeutig “Nein, so nicht” und wird immer dann angewandt, wenn die Grünen oder einer der anderen kritischen Gemeinderäte etwas sagen. Was gesagt wird – ist dabei egal, weil keiner zuhört. Fast ist man versucht, mal einen lateinischen Text aufzusagen, nur um zu sehen, welche Kopfbewegung dann stattfindet.
Wenn man Kritik übt, wird man bei Gelegenheit gefragt, ob man nicht das Wohl der Gemeinde im Blick habe? Wieso man alles ablehnen würde? Und noch besser: Es sei unverschämt, den Anträgen der Verwaltung nicht zu folgen.
Erstaunlich ist die undifferenzierte Betrachtung dabei: Nur, weil man nachfragt oder sich kritisch äußert, lehnt man noch lange nicht alles ab. Jeder vernunftbegabte Mensch weiß, dass kritisches Hinterfragen oft zu besseren Ergebnissen führt, als blinder Gehorsam.
Im Fall der geplanten “Pfenning”-Ansiedlung hat genau diese Kritik positive Erfolge gebracht:
- So verzichtet Pfenning auf unbekannte, gefährliche Chemikalien
- und hat sich zumindest symbolisch-moralisch bereit gezeigt, den Ort beim Verkehr nicht zusätzlich zu belasten.
- Weiter wurden Ausbildungsplätze versprochen,
- den Vereinen Unterstützung signalisiert,
- umfangreichere als die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen angekündigt.
Alles Zugeständnisse, die nicht die Nicker erreicht haben, sondern eine kritische Öffentlichkeit.
Deswegen ist Kritik positiv – auch wenn kritikscheue Zeitgenossen das nicht verstehen wollen. Kritik kommt übrigens aus dem Griechischen “criteia” und heißt dort soviel wie “sich auseinandersetzen” und galt in der Antike als positiv besetzter Begriff.
Wer sich wundert, wie die öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats ablaufen, würde sich noch mehr wundern, wie erst die nicht-öffentlichen ablaufen. Darüber haben Gemeinderäte aber zu schweigen.
Soviel darf man sagen: Es gibt gewichtige Gründe, warum einzelne Ratsmitglieder den Schutz der Nicht-Öffentlichkeit suchen.
Vielleicht hatte Frank Hasselbring (FDP) nicht mitbekommen, dass die nicht-öffentliche Sitzung schon geschlossen war, jedenfalls “blieb er im Ton”, als er mir zuraunte: “Hau doch ab.”
















Soviel aber darf man sagen: Es gibt gewichtige Gründe, warum einzelne Ratsmitglieder den Schutz der Nicht-Öffentlichkeit suchen.
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Echte Männer braucht die Gemeinde und nicht
“Feiglinge” die sich in der “Nicht-öffentlichkeit” verstecken und alles abnicken!!!
Und die Aufforderung des Herrn H.spricht doch Bände !
Es gibt ein sehr wahres Sprichwort aus China: “Wer mir schmeichelt ist mein Feind, wer mich kritisiert, ist mein Lehrer”.
Wohin unkritisches Abnicken führen kann, ist aus der Geschichte ja hinlänglich bekannt. Einige Gemeinderatsmitglieder haben daraus aber scheinbar immer noch nichts gelernt.
Für solche Leute habe ich aber noch ein Sprichwort in meinem Fundus: “Wer die Vergangenheit nicht kennt, der hat auch keine Zukunft”.
In diesem Sinne – dableiben Herr Prothmann!
Wer es nicht vermag, sich durch Ehrlichkeit weiterzubringen,der wird immer von Glücksfällen oder von gut gewählten Ausflüchten leben müssen.
Chinesische Weisheit
Wenn man die Aussagen verfolgt bekommt man fast den Eindruck es wird über den Diktator der Gemeinde gesprochen. Und wer nicht sein Gefolgsmann ist wird gnadenlos entweder durch Ignoranz oder verbale Entgleisungen belegt. Sowas nennt man mundtot machen, aber das brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Es ist nur beruhigend zu wissen das sich Herr Prothmann nicht mundtot machen läßt, im Gegenteil, jeder Versuch dies zu tun wird umso ausgiebiger im heddesheimblog veröffentlicht. Weiter so Herr Prothmann, bleiben sie schonungslos dieser Gruppierung gegenüber, die ohne Rücksicht auf Anstand und Moral abnickt und zustimmt was der “Diktator” von sich gibt. Doch auch der wird irgendwann die Quittung für sein Handeln bekommen.
Guten Tag!
Danke für Ihren Beitrag.
Dieser ist aus Sicht der Redaktion einer zulässige Meinungsäußerung – geht aber mit “Diktator” (auch in Anführungszeichen) hart an die Grenze, sollte aber nicht darüber hinaus gehen.
Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog
Werde mich in Zukunft etwas zurückhaltender äußern.
Danke für den Hinweis
Schönen Abend noch
Hallo,
wenn diesen Artikel jemand von der CDU-SPD-FDP-Koalition liest, dann schreiben die den bestimmt auf den Herrn Prothmann um. Passt fast 1:1.
http://www.welt.de/fernsehen/article5292635/Die-uebertriebene-Staatsskepsis-im-Fall-Brender.html
Gruß
Guten Tag!
Danke für Ihren Beitrag.
Die Meinungsfreiheit bringt aber auch solche Texte wie bei Michael Spreng hervor: Sprengsatz
Den ZDF-Chefredakteur habe im Dezember 2000, kurz nach seinem Amtsantritt porträtiert: Archivseite hier.
Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog
Aus Berlin verfolge ich mit Interesse eure Provinzposse. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Heddesheim eine Doppelseite in der ZEIT bekommt – über kritischen Lokaljournalismus und Lokalgrößen, die sich auf’s Füßchen getreten fühlen. Macht weiter so, ich fühle mich gut unterhalten
Wer Blog liest, stellt fest, dass H.Prothmann viel Zuspruch erlangt.
Nicht nur regional, sondern auch national.
Finde ich da nicht einen Artikel aus dem SPD-Server vom 8. Okt.2009 zu einer GM-Sitzung mit Anwürfen auf die Grünen. Ging um die verbale Gewalt und Anschlag auf das Prothmannauto. Wollen wir schon im Zusammenhang sehen.
Finde ich da nicht auch einen abschliessenden Satz von Herrn Merx, der da lautet
“Verbale Gewalt, die genau dieser Herr Prothmann in die Diskussion um die „Ansiedlung von Pfenning“ eingebracht hat. Ein Beispiel für die verbale Gewalt dieses Herrn soll an dieser Stelle herausgestellt werden. Am Samstag, 26. September 2009, machte Herr Prothmann am Infostand der SPD gegenüber eines Gemeinderats folgenden Ausspruch „Herr L…, wenn Sie den Mund aufmachen, kommt nur Sch…. heraus“.
Dies spricht wohl für sich.”
Ja, es spricht. Es handelte sich dabei nicht um Gewalt, aber um eine (nachvollziehbare) Meinung, der auf regionaler Ebene nicht viele widersprechen werden. Hoffentlich bald auch nicht mehr auf Kreisebene.
@da war noch was:
starker Tobak. Als Heckenschütze und anonym kann man das ja machen (ja, dann bin ich auch ein Heckenschütze). Der Zuspruch kommt doch hier immer von den gleichen Leuten. Die Schlange, Leserin E. wie Einfach, Mr. kompakt und der heddesheimblogfan. Wirklich treue Fans. Auch alle anonym.
Bin gespannt, ob der Kommentar veröffentlicht wird. Ist nur eine Meinungsäußerung, Art. 5, ihr wisst schon.
Warum sind die Heddesheimblogfans anonym ?
Weil die eigene Meinung (nicht die der P-Freunde/BM/GM) mit
eigenem Namen kundgetan,nicht ratsam ist,d.h.Gefahr für das
“körperliche Wohlbefinden” bedeutet !
Denken Sie an das Nagelbrett unter dem Autoreifen,andere
verbale Entgleisungen,…..!
Es ist schade,dass in Heddesheim die Demokratie zu kurz
kommt,weil Möchtegern-Gutsherren das Sagen haben möchten !
Denen sollte öfter auf die Finger geschaut und notfalls
gehauen werden !
Mein lieber Argus,
wir leben hier in Heddesheim keinesfalls in einem feudalistischen System wie es im Frühmittelalter der Fall war. Demnach gibt es heutzutage auch keine Gutsherren, geschweige denn eine aristokrate Gesellschaftsform. Kein Gemeinderat besitzt Leibeigene oder kassiert großzügige Tribute der Bürger. Dass das Nagelbrett von irgendeinem Idioten unter Herrn P’s Auto gelegt wurde, ist denke ich jedem klar. Jedoch ist es doch etwas vermessen zu sagen, dass es jedem passiert, der seine Meinung GEGEN Pfenning äußert. Ich denke der Person ging es nicht um Herrn P’s Meinung, sondern wohl eher wie er diese Kundtut. Sie finden es anscheinend gut wie er (Prothamnn) das macht. Das ist okay. Es ist ihre Meinung, aber nicht meine (GG Art 5 Ab 1 S1). Sie dürfen diese hier veröffentlichen, ich aber seit langem nicht mehr. Da ich jedoch, so denke ich, mit diesem Beitrag eine Meinungsäußerung getätigt habe, die nicht annähernd so “meinungsstark” (Zitat Hardy Prothmann) ist wie ihre zu mancher Zeit, sollte meine auch veröffentlicht werden. Ansonsten bleibt mir nun nichts anderes mehr übrig, als Herr Prothmann absolute Willkür seiner Regelauslegung zu unterstellen.
Nun aber wieder direkt zu ihnen Argus:
Sie äußern sich hier des öfteren über den Gemeinderat als habe er keinen Legitamtionszuspruch bei der Wahl erhalten. So wie er heute monatlich tagt, so wurde er gewählt. Von ihnen, von mir und auch von Herrn Prothmann. So können gerne kritisieren, aber warum haben sie sich nicht selbst aufstellen lassen, wenn die anderen ja nur “Möchtegern-Gutsherren” sind die ihre Leibeigenen schikanieren und warum verstecken sie sich hinter einem Pseudonym? Hier werden Gemeinderäte kritisiert, die sich FREIWILLIG um das Wohl unserer Gemeinde kümmern wollen. Ihnen ist damit auch bewusst, dass sie in öffentliche Kritik geraten können. Jedoch stehen sie dort mit Namen, mit Anschrift und Bild. Jeder der jedoch hier Gemeinderäte kritisiert versteckt sich hinter einem Pseudonym. Ich finde es immer allzu einfach unter diesem Deckmantel zu agieren. Natürlich hat man hier mehr Mut etwas so zu sagen wie man will. Aber sollte man dann nicht auch zu seinem Wort stehen? Ich finde schon!
Guten Tag!
Die Beiträge dieses anonymen Kommentators werden nur selten freigeschaltet, weil sie dafür nicht taugen.
Auch dieser Beitrag ist ein Beleg dafür. Er kritisiert anonym die Anonymität eines anderen Kommentators und fordert dazu auf, “zu seinem Wort zu stehen”.
Darüber hinaus schwurbelt “Prozessbeobachter” gerne irgendwelche Pseudoargumente. Gut zu sehen an der ausläufigen Kommentierung des “Gutsherren”, die der Kommentator als Metapher verwendet, Prozessbeobachter aber wörtlich nimmt.
“Jedoch ist es doch etwas vermessen zu sagen, dass es jedem passiert, der seine Meinung GEGEN Pfenning äußert. Ich denke der Person ging es nicht um Herrn P’s Meinung, sondern wohl eher wie er diese Kundtut.” Dieser Satz zeigt, welch Geistes Kind Prozessbeobachter ist. Erst beruft er sich auf die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 und dann wird ein Nagelbrett-Anschlag verharmlost, weil die Art und Weise einer anderen Meinungsäußerung nicht genehm ist.
Auch wird behauptet, “jeder verstecke sich hinter einem Pseudonym”, was eine falsche Aussage ist.
Weil wir unseren Lesern inhaltlich verquere Beiträge ersparen wollen, verzichten wir überwiegend auf die Freischaltung solchen Nonsens.
Kommentator Prozessbeobachter:
Ihre Meinungsfreiheit ist wie die jedes Bürgers grundgesetzlich geschützt. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht andere Rechte beachten muss. Und es bedeutet schon gar nicht, dass das heddesheimblog verpflichtet ist, Ihre Meinungsäußerungen abzubilden.
Vielleicht denken Sie mal drüber nach, ob das wirklich etwas mit Willkür oder eher mit den Inhalten, die Sie anbieten, zu tun hat.
Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog
Gemeinderäte/BM sind gewählte Vertreter aller Bürger.
Das heißt aber noch lange nicht,dass sie schalten und walten dürfen wie es ihnen “genehm” ist !
Der Bürger hat ein Mitspracherecht bei einerEntscheidung für P.
Zumal wenn sie auf so dubiose Art und Weise präsentiert wurde !
(vor der sog.Bürgerbefragung !)
Es ist schon schlimm wenn der Bürgerwille auf diese Art “erzwungen” werden muß!
Die Bocksbeinigkeit und das mangelnde Demokratieverständnis diverser GR brauche ich hier ja nicht zu erwähnen.
Und übrigens: Warum schreiben Sie anonym?
Wenn wir schon mal bei diesem Thema sind !
Also nicht mit dem Finger auf Andere zeigen !
Ich habe kein schlechtes gewissen anonym zu schreiben, weshalb auch nicht anonym, selbst Gemeinderäte haben keine öffentliche Meinung und sind dadurch anonym zu Themen in Heddesheim.