Donnerstag, 17. Mai 2012

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“Versehentliche Maßnahmen” und Interpretationen

Guten Tag!

Heddesheim, 06. November 2009. Plötzlich waren sie weg – fünf Bäume. Gefällt. Einfach so. “Versehentlich”, wie der Bürgermeister Michael Kessler schreibt.

Kommentar: Hardy Prothmann

Was würden Sie sagen, wenn Sie morgens in ihren Garten gehen würden und feststellen müssten, dass fünf Bäume gefällt wurden?

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Gestern noch da, morgen gefällt - angeblich krank - doch auf privatem Grundstück. Bild: privat

Ganz klar. Sie würden sich erst mal einen Kaffee machen und durchatmen.

Dann würden Sie gelassen zum Telefonhörer greifen und die Gemeinde anrufen: “Verbinden Sie mit bitte mit dem Zuständigen für die Fällung meiner Bäume.”

Dann würde man Sie vertrösten – denn der Bürgermeister hat keinen Termin frei.

Dafür schreibt er Ihnen aber: “Ihre Bäume sind versehentlich gefällt worden, die augenscheinlich erkrankt bzw. abgestorben waren.”

Dann würden Sie denken: “Mensch, die Gemeinde ist klasse, die haben mir einfach so Arbeit und Kosten gespart.”

Vielleicht, wenn das alles so wäre.

Im Fall des Unternehmers Cornelius Krey ist das anders: “Ich weiß überhaupt nicht, warum meine Bäume gefällt wurden. Es gab keine Gespräche, keine Ankündigungen, keine nachvollziehbaren Begründungen.”

Entlang des Grundstücks von Herrn Krey wurde eine Gasleitung verlegt. Vielleicht haben die fünf gefällten Bäume gestört – von Seiten der Gemeinde gibt es dazu aber weder eine schriftliche noch fotografische Begründung, noch die Erklärung für eine nachvollziehbare Handlung.

Seltsam nur, dass Herr Krey nicht mit der geplanten Ansiedlung des Unternehmens Pfenning einverstanden ist und ein großes Plakat gegen die Ansiedlung an einem seiner Gebäude aufgehängt hat.

Ob diese Meinungsäußerung etwas mit den “versehentlich” gefällten Bäumen zu tun hat, ist reine Spekulation und entbehrt jedem sachlich nachvollziehbaren Zusammenhang.

Unabhängig davon wäre ich, wie jeder andere, stinksauer über diese selbstherrliche, “versehentliche” Maßnahme.

Und ich würde mir auch die Frage stellen, ob die Bäume oder jemand anderes “augenscheinlich krank oder abgestorben” ist.

Und ich würde mich wie Herr Krey vertrauensvoll an den Bürgermeister Michael Kessler wenden.

Und ich wäre wie Herr Krey selbstverständlich enttäuscht, dass dieser leider keine Zeit für meine dringenden Fragen hat.

Kommentare

  1. kompakter meint:

    hallo,
    wo ist das problem? wahrsheinlich war das eine erngiesparmaßnahme. die typen vom bauhof meinten das gut – luft ranlassen, für klare köpfe…

    oder habe ich was falsch verstanden

    • numalangsam meint:

      Etwas mehr Hochachtung vor “den Typen vom Bauhof” wäre angebracht, schließlich machen diese schwer arbeitenden Leute den Dreck weg der sich auf den Straßen auch vor Ihrer Wohnstatt ansammelt, mähen in aller Herrgottsfrühe den Rasen des Freibades wenn andere Leute sich noch in den Federn lümmeln, übernehmen noch früher am Tag den Winterdienst auf unseren Straßen, ect.! Die Bauhofbeschäftigten haben es auch so schon schwer genug ohne abwertend als “die Typen” bezeichnet zu werden! Eine kurze Entschuldigung wäre nicht verkehrt!

      • dasheddesheimblog meint:

        Guten Tag!

        Die Kommentare dieses Kommentators werden überwiegend nicht zugelassen, weil sie auch nicht im Ansatz unseren Regeln entsprechen oder sinnfreie Zusammenhänge herstellen, was wir hiermit dokumentieren.

        Warum sollte irgendjemand mehr “angebrachte Hochachtung” vor der Arbeit einzelner Bauhof-Beschäftigten haben also vor jedem anderen Beschäftigten, Selbstständigen, Handwerker oder welchem anständigen Broterwerb auch immer jemand nachgeht? Muss man Hochachtung vor einem Zahnarzt haben, weil er Zähne behandelt? Oder Hochachtung vor einem Postbeamten haben, weil er Briefe frankiert? Oder Hochachtung vor einem Journalisten, weil er Artikel schreibt?

        Der Rasen wird gemäht, bevor die Besucher kommen, ebenso werden die Straßen geräumt, bevor der Verkehr einsetzt usw. Das nennt man Aufgabenerfüllung. Das machen Schichtarbeiter nicht nur in “aller Herrgottsfrühe”, sondern die ganze Nacht und am Wochenende, ebenso wie Krankenhauspersonal, Polizisten usw. Und ganz sicher erfüllen auch die meisten der Bauhof-Mitarbeiter überwiegend ihre Aufgaben – nur die, die für das Fällen verantwortlich sind in diesem Fall eben nicht.

        Statt “Hochachtung” würde auch “Achtung” reichen. Die hat man allgemein vor Menschen, beispielsweise, weil sie verantwortlich ihren Job erfüllen.

        Wenn jemand verantwortlich seinen Job ausübt, fällt er aber nicht auf einer Strecke von gut 30 Metern an drei verschiedenen Stellen insgesamt fünf Bäume. Denn tatsächlich ist es nicht die Aufgabe des Bauhofs, auf eindeutig erkennbarem Privatgelände “Grünarbeiten” zu erledigen.

        Aus Sicht der Redaktion gibt es nun zwei Vermutungen: Erstens, die verantwortlichen Bauhof-Mitarbeiter haben bewusst und eigenmächtig diese Bäume gefällt – oder es wurde angeordnet. Ein oder zwei Bäume an einer “unklaren” Stelle gefällt, hätte man noch als “versehentlich” einordnen können, wie der Bürgermeister Kessler diese unrechtmäßigen Arbeiten bezeichnet. Sicherlich aber nicht fünf Bäume an drei weit voneinander entfernten Stellen.

        Das kann dann auch zur “versehentlichen” Vermutung führen, dass diese “versehentlichen Arbeiten” in einem “versehentlichen Zusammenhang” mit der absichtlichen Anbringung eines “Nein zu Pfenning”-Plakats durch den geschädigten Eigentümer an einem seiner Gebäude stehen könnte.

        Selbst die fadenscheinige Begründung im Schreiben des Bürgermeisters, die Bäume seien “krank” gewesen, berechtigt nicht zu solch einer Handlung und verdient weder Achtung noch eine Entschuldigung.

        Nicht ganz: Eine Entschuldigung der verantwortlichen Bauhofmitarbeiter und deren Vorgesetzten bei dem Geschädigten ist nach Meinung der Redaktion absolut angebracht und hat etwas mit Achtung vor fremdem Eigentum und der Natur zu tun.

        Einen schönen Tag wünscht
        Das heddesheimblog

  2. Heddesheimer meint:

    Eine Entschädigung für den Verlust würde ich in Rechnung stellen.

    Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

  3. Argus meint:

    Herr Kessler doch nicht für
    a l l e Bürger erreichbar?

    Und:
    Ein Schelm der bei dieser “Maßnahme” böses denkt ?

  4. Snake Plissken meint:

    Ein Schelm der böses dabei denkt….
    Ein Satz der mehr denn je passend erscheint. Unpassend erscheint mir immer mehr das Auftreten des BM Kessler. Wenn ich die Meldungen der letzten Tage und Wochen verfolge, egal welches Thema es betrifft, Herr Kessler betreibt seine eigene Stillhaltetaktik. Nach dem Motto, weiß ich nicht, kenn ich nicht, bin ich nicht zuständig. Keinerlei Stellungnahmen aus dem Rathaus. Was kümmert uns was in der Gemeinde passiert, wir sitzen hier sicher hinter unserer schicken Fassade und kümmern uns wenig bis gar nicht mehr um die Belange der Bürger. Ich will niemanden Absicht unterstellen, aber wenn er ernsthaft auf die Position von Herrn Krey zur Pfenning-Ansiedlung bezogen ist, wäre das eine ungeheuerliche Entgleisung. Doch wie schon im Bericht vermerkt, reine Spekulation. Aber irgendwie bleibt solch ein Gedanke haften. Es gibt immer Mittel und Wege Gegner mundtot zu machen. Am besten man bringt sie dazu Ihre Zelte anzubrechen.
    Trotz aller Vermutungen sollte es doch wohl das mindeste sein sachlich Stellung zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen. Ich komme immer mehr zu der Überzeugung das es langsam aber sicher an der Zeit ist in Heddesheim Nägel mit Köpfen zu machen und die Möglichkeit zu erörtern die Amtszeit des BM Kessler so schnell wie machbar zu beenden.

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