Donnerstag, 17. Mai 2012

« »

Die IFOK ist ihr Geld – 35.000 Euro – nicht wert


Guten Tag!

Heddesheim, 03. August 2009. Die Gemeinde Heddesheim hat ein PR-Unternehmen engagiert, um einen “Dialog” zwischen Befürwortern und Gegnern einer geplanten Unternehmensansiedlung herzustellen. Dieser Versuch ist gescheitert und das Geld verloren.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die IFOK ist ein Unternehmen, dass normalerweise erst dann zum Zug kommt, wenn es richtig “brennt”.

Also wenn die Öffentlichkeit auf “den Zinnen” ist. Oder es im Zuge eines guten Geschäfts einem Unternehmen unter den “Nägeln brennt”, eine gewisse Öffentlichkeit herzustellen, damit das Geschäft auch wirklich gut funktioniert.

Jetzt gibt es die “IFOK” hier im Ort, einmal im Monat, von der vorher niemand in Heddesheim wusste, wer oder was das ist.

Ihr Auftrag: Einen “Dialog” herstellen. Ihr Auftraggeber: Die Gemeinde Heddesheim.

Die Dramaturgie: Bürgermeister hat Probleme mit der öffentlichen Meinung, die IFOK schreibt ein Drehbuch und alles wird gut.

Mit dem “Drehbuch” und einem guten “Image” und “Erfolg” wirbt die IFOK für sich.

Gute Drehbücher, also gute Geschichten, sind überall Mangelware und kosten somit viel Geld.

Eine “gute” Geschichte ist teuer.

Für 35.000 Euro ist ein “Erfolg” allerdings nicht zu haben. Wer wirklich “Erfolg” haben will, muss mindestens drei oder vier Mal so viel ausgeben oder noch viel, viel mehr. So geht das in der Wirtschaft.

Alles andere ist eine Mogelpackung.

In der Kommunalpolitik bekommt ein unter Druck geratener Bürgermeister für 35.000 Euro gerade mal einen “Moderator” und zwei Hilfskräfte.

Die drei von der IFOK waren schon beim ersten “Dialog”-Kreis schwach, beim zweiten “Dialog”-Kreis haben sie nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch vollkommen versagt.

Was haben sich der Bürgermeister und Teile des Gemeinderats dabei gedacht? Mal für ein paar zehntausend Euro ein bisschen guten Stimmungswind als Auffrischung fürs Dorf zu buchen?

So geht das nicht. 35.000 Euro für vier “Dialogtermine” sind rund 9.000 Euro für einen “Dialog”-Termin. Moderator, Assis, Druckosten, Ausgaben, Anfahrt usw.

Für jeden, der “normales” Geld verdient, sind das astronomische Summen.

Für einen PR-Angestellten, der vielleicht 7-8000 Euro im Monat verdient, plus zwei Assistentinnen á 4.000 Euro macht das: 16.000 Euro Personalkosten. 100 Prozent Aufschlag sind 32.000 Euro und schon ist man ungefähr im Geschäft.

“Öffentlichkeits-Catering” bietet nur Häppchen.

Damit hat man aber nur einen “Moderator” und zwei Assis gebucht. Keine Spitzenleute. Und schon gar kein “Drehbuch”.

Gute Krisen-PR bekommt man auch in Zeiten der Krise nicht für ein “lächerliches” Honorar von 35.000 Euro.

Das stützt die Thesen des SPD-Gemeinderats Michael Bowien und des Ex-Heddesheimers Rainer Neutard, dass die Gemeinde Heddesheim schon im Ansatz vollkommen überfordert ist, was die Dimension “Pfenning” angeht.

Heddesheim als Gemeinde kann mit “Pfenning” nicht mithalten – schon gar nicht beim Aufwand. Bürgermeister Michael Kessler im MM-Interview: “ Und dessen (Pfenning, d. Red.) bisherige Aufwendungen überschreiten unsere mit Sicherheit.”

Und das wird auch in Zukunft so sein.

Und das bringt auch einen Bürgermeister in Zugzwang: “Wissen Sie eigentlich, was Sie uns schon gekostet haben?”, ist eine vorstellbare Frage an den Bürgermeister. “Wir haben richtig investiert und sie wollen uns jetzt hängen lassen?”, “Wir sind Unternehmer und was sind Sie?”, sind Fragen, die nicht im Kino spielen, sondern vorstellbar auch in Heddesheim.

Diese Fragen werden überall gestellt, immer dann, wenn es um viel Geld geht, in diesem Fall um eine Investiton von 100.000.000 Euro.

Diese Frage bekommt auch einer gestellt, der sich offensichtlich mehr für den Erfolg eines Unternehmens einsetzt, als für seine Bürger, die darauf vertrauen, dass er für sie da ist.

Oder habe ich etwas falsch verstanden?

Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog

Ihre Meinung ist uns wichtig

*