Guten Tag!
Heddesheim, 22. Juli 2009. Das heddesheimblog steht für Transparenz. Deswegen hat die Redaktion des heddesheimblogs auch seit dem Beginn der eigenen Berichterstattung Ende April 2009 immer auch auf konkurrierende oder ergänzende Angebote hingewiesen.
Und deshalb bieten wir unseren Lesern auch keine Terminberichterstattung an, sondern Hintergründe, Analysen und Recherchen.
Kommentar: Hardy Prothmann
Das machen wir auch heute wieder und empfehlen die Artikel des Mannheimer Morgen zum politischen Geschehen in der Gemeinde Heddesheim zur vergleichenden Lektüre.
Auch wenn der Mannheimer Morgen die Erwähnung unseres neuen und zusätzlichen Informationsangebots auf dem heddesheimblog bislang meidet wie der Teufel das Weihwasser.
Geschenkt. Trotzdem sind wir darüber sehr enttäuscht. Nicht weil wir kindisch gerne vom “großen MM” anerkannt werden würden. Das ist Quatsch.
Es gibt mehr als eine Meinung in der Welt.
Im Gegenteil geht es darum, dass wir anerkennen, dass es außer uns noch mehr gibt in der Welt und wir hoffen, dass unsere Leser das wissen und uns trotzdem gerne lesen. Alles andere wäre sture Ignoranz.
Sei´s drum. Interessierte Leser werden Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede in der Berichterstattung durch das heddesheimblog und den MM feststellen können und bilden sich daraus, hoffentlich nicht nur für einen Tag, ihre eigene Meinung.
Dadurch wird man kompetent: Wenn man nicht nur eine Quelle nimmt, sondern mehrere und vergleicht. Nicht einmal, sondern immer wieder, am besten regelmäßig. Dadurch erlangt man Kompetenz, wie überall, in diesem Fall: Medienkompetenz.
Der MM hatte zum Beispiel vor sechs, mmhhh oder acht Wochen? Egal, irgendwann hatte der MM jedenfalls mal einen kleinen Artikel zu Arbeitsmarktzahlen im Blatt und da haben wir uns echt über uns selbst geärgert, weil wir die Informationen auch hatten, aber sie nicht “gebracht” haben. Uns ist unser “Versäumnis” aufgefallen – wem noch?
Lesen Sie den MM und das heddesheimblog und hoffentlich noch mehr.
Aktuell empfiehlt das heddesheimblog die besondere Aufmerksamkeit in Richtung der zitierten Aussagen des Bürgermeisters Michael Kessler durch den MM.
Haben Sie das Gefühl, dass der MM auch nur im Ansatz die Frage gestellt hat, ob der Bürgermeister eigentlich eine Bürgerbefragung will oder gut fände? Nein? Dann geht es uns wie Ihnen. Wir hätten das gefragt, aber deswegen redet der BM ja auch nicht mit uns.
Im Gegenteil verweigert er dem heddesheimblog jegliche Auskünfte auf journalistische Anfragen über das absolut notwendige Maß hinaus, deswegen lesen Sie hier wenig Zitate des Bürgermeisters.
Den Mannheimer Morgen hingegen informiert Herr Kessler gerne “exklusiv”, auch wenn er dabei in Kauf nimmt, geltende Presse-Gesetze zu verletzten. Geschenkt.
Der “BM” weiß: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Urteil. Eine kleine Redaktion wie das heddesheimblog hat nicht die Mittel vor den Verwaltungsgerichthof zu ziehen – wir können nur über das vollkommen unzumutbare Verhalten dieses “Bürgermeisters” berichten. Und das tun wir – übrigens genauso verantwortlich, wenn er dann mal mit uns redet.
Deswegen kann eine “große” Redaktion, wie der Mannheimer Morgen eine hat, auch solche Sätze schreiben: “Theoretisch möglich sei eine zusätzliche Ratssitzung immer, wollte sich Bürgermeister Michael Kessler gestern aber noch nicht auf ein bestimmtes Vorgehen festlegen, sondern erst einmal “hören, wie sich die anderen Fraktionen am Donnerstag dazu stellen.”
Journalistische Pflichten gibt es keine – außer,
man legt sich diese selbst auf.
Haben Sie das verstanden? So in etwa? Gut. Richtig ist, dass der MM seiner Pflicht nicht nachkommt und wenigstens ansatzweise das tut, was man von einer anständigen Redaktion erwarten kann: Recherche.
Wenn nämlich ein Viertel der Gemeinderäte eine solche Sitzung will, ist dieser “Verhandlungsgegenstand unverzüglich” zu behandeln – ohne dass der Bürgermeister da mitreden kann. Genauso kann der Bürgermeister den Gemeinderat immer, wenn er davon überzeugt ist, dass es die Lage erfordert, einberufen. Das ist nicht nur “theoretisch” so, sondern das ist Gesetz – das Herr Kessler, wenn er will, ganz praktisch und nicht nur “theoretisch” anwenden kann oder auch muss.
Herr Kessler wurde beispielsweise auch darüber informiert, dass ein Gemeinderat in der Öffentlichkeit körperlich angegangen wurde. Die Bitte, dem durch seine Stellung und seinen vermittelnden Einsatz entgegenzutreten, wies er ab: “Was habe ich damit zu tun? Klären Sie das doch selbst. Ich sehe mich da nicht involviert.”
Sichtweisen
Soviel zu Sichtweisen – theoretisch wie praktisch.
Was prekär an der Berichterstattung (=Sichtweise) im MM ist, zeigt die Art der Berichterstattung: Danach richtet sich der Bürgermeister nach dem Gemeinderat. So sieht das die Gemeindeordnung auch vor.
Tatsächlich ist es anders. Nicht nur in Heddesheim, in den meisten Gemeinden ist der Bürgermeister der starke Mann und sagt, wo es langgeht.
Der MM könnte diese Analyse auch klar in seine Artikel hineinschreiben, immer dann, wenn die Gemeinderäte an ihre Aufgabe und ihre Stellung erinnert werden müssen oder vielleicht ein wenig Unterstützung brauchen.
Sie sind das gewählte Hauptgremium, das entscheidet, der Bürgermeister führt “nur” den Vorsitz und muss sich außer in “Notsituationen” dem Gremium beugen.
Doch das findet nicht statt: Im Gegenteil fragt man sich bei den Zeilen des MM, ob man es beim BM Kessler mit einem starken Mann oder mit einem kollektiven Funktionsapparat zu tun hat, zumindest legt diese Aussage das nahe: “dann werden wir die entsprechenden Schritte einleiten”.
Der MM informiert einfach falsch und nicht transparent über einen Bürgermeister, der im allgemeinen “Ich” sagt und “wir” folgert, aber immer dann, wenn es eng wird, sich mit “wir” zitieren lässt, obwohl er und der MM wissen, dass “er” gemeint ist, der “schaut”, woher der Wind weht.
Vergleichen Sie – je mehr, desto besser.
Die Redaktion des heddesheimblogs ist andererseits überzeugt davon, dass es für alle Menschen von Vorteil ist, wenn es mehr als nur eine “Quelle” gibt, aus der man sich informieren kann – deswegen nennen wir sehr gerne den MM als Vergleichsquelle und hoffen, dass unsere Leser diesen Vergleich suchen.
Je mehr Informationen, desto besser, je freier und unzensierter, desto besser – auch wenn man dadurch Gefahr läuft, viel Informationsmüll akzeptieren zu müssen – beispielsweise durch die IFOK. Den kann man aber durch Nachdenken und Überprüfen filtern – auch wenn es “Arbeit” macht.
Andersherum ist es so: Wenn man nichts erfährt, kann man auch nichts Informatives herausfiltern – egal, wie sehr man sich anstrengt.
Meinungsvielfalt ist wichtig. Monopole sind fast immer schlecht.
Vielfalt öffnet den Horizont – in alle Richtungen.
Auch die Information der nicht-gestellten Nachfragen im MM-Artikel öffnet Horizonte.
Ist die Befragung eindeutig, so die Zeitung, wolle sich die SPD danach richten: “Bei einem knappen Votum werde es indes “sehr schwierig”, räumt Merx ein. “Dann werden wir sicher noch einmal abwägen müssen.”
Was heißt das? Ist 60%-40% Prozent ein “knappes Votum” oder erst 53%-47%? Wo fangen die “Schwierigkeiten” an? Keine Nachfragen vom MM.
Und wie verhält sich diese “schwierige” Entscheidung vor dem Hintergrund einer Wahlbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen von 55,6%? Ist ein Gemeinderat mit einer so geringen Wahlbeteiligung zur Entscheidung fähig? Oder sollten dann die Bürger nochmals “abwägen”? Keine Nachfrage vom MM.
Was ist legitim?
Ist dementsprechend jede Bürgerbefragung, sagen wir ab 52 Prozent eindeutig und “man” (SPD) müsste nicht mehr abwägen müssen? Keine Nachfrage vom MM.
Und wenn wir schon beim Thema sind: Ist es so, dass die “SPD grünes Licht gibt”, wie der MM schreibt? Oder ist es so, dass die Grünen ein “Signal” geben und vorbereitet haben, dem sich die SPD “anschließt”?
So wie der MM das schreibt, liest es sich, als entscheide die SPD. Tatsächlich haben sich die Grünen “entschieden” und einen “Antrag erarbeitet” und die “kleinere, vorher größere” Fraktion der SPD schließt sich dem an.
Das ist eine gute Entscheidung der SPD, weil sie verstanden hat, dass die Bürger das von dieser “bürgernahen” Partei erwarten. Geschrieben hat der MM etwas anderes.
Seine Meinung? Ihre Meinung? Einen objektiven Bericht?
Sicherlich würde der MM immer behaupten, seine Berichterstattung sei objektiv. Soll er. Dann hätte er/sie aber auch die CDU und die FDP anfragen müssen. Hat er/sie aber nicht.
Das heddesheimblog steht dafür ein, dass es subjektiv berichtet, dabei aber professionell und transparent. Immer dann, wenn es “subjektiv” wird, bietet das heddesheimblog andere Quellen zur Überprüfung an und freut sich, wenn diese und die eigenen des Lesers genutzt werden.
Fragen müssen nicht nur erlaubt sein, sondern gestellt werden.
Das heddesheimblog hat niemals “Recht” – das haben nur Richter. Das heddesheimblog informiert nur und gibt sich dabei die gebotene Mühe.
Das heddesheimblog hätte dementsprechend der SPD anstelle des MM genau ein Schlupfloch gelassen: “Wenn es 50:50 steht, wäre das eine schwierige Entscheidung.” Diese logische Aussage hätten wir akzeptiert.
Ansonsten hätten wir auf eine Antwort der Frage gedrungen: “Sind 51 zu 49 Prozent genauso entschieden wie 49 zu 51 Prozent oder sehen Sie das anders, Herr XYZ?” Solche Fragen stellt der MM aber nicht.
Solche Fragen müssen aber erlaubt sein und von verantwortungsvollen Journalisten gestellt werden – denn in der Politik ist man schließlich mit solchen Ergebnissen auch zufrieden und leitet daraus eine absolute demokratische Legitimation ab – beispielsweise bei der CDU, obwohl die trotz “Sieg” auf der komplette Linie verloren hat.
Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog















Also ich den MM schon lange abbestellt. Unerträglich sind diese fürchterlichen Texte von freien Mitarbeitern, die einfach nicht schreiben können. Das einzige was wichtig ist sind die namen alle schön aufzuschreiben.
und die redakteure haben sowieso nix zu sagen, entweder weil ihnen nix einfällt oder weil sie gedeckelt werden.
statt 30 euro für altpapier zahl ich dasselbe für einen schnellen internetzugang mit informationen aus aller welt.
Dem MM sterben die Leser einfach weg.
Die meisten lesen das Käsblättel doch nur noch, um keine Termine in ihrer Stadt zu verpassen.
(…)
Der MM fürchtet sich davor, Anzeigenkunden und Abonnenten zu verlieren und vor allem es sich mit den Lokalgrößen zu verscherzen. Was für eine journalistische Leistung da dann noch abgeliefert werden kann, kann sich jeder vorstellen. (…) übrig bleibt ein weichgespültes Blatt, dass sich mit (…)klassigen Redakteuren und möglichst billigen, willigen Freien nicht gerade mit Ruhm bekleckert.
So ist und bleibt der MM ein Provinzblatt, abhängig und parteilich. Nicht der Rede wert also.
Guten Tag,
dieser Beitrag wurde redaktionell an den mit (…) versehenen Stellen gekürzt, weil er über die Grenze der Meinungsfreiheit hinweg Behauptungen aufgestellt hat, die nicht belegt werden.
Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog
Das ist aber schade, dass Sie mich gekürzt haben.
Ich stehe nämlich zu dem, was ich geschrieben habe, weil ich weiß, dass es stimmt. Und der MM weiß das auch.
Aber belegen läst sich das schlecht, das ist schon richtig.
Guten Tag,
danke für Ihren Beitrag.
Wir nehmen Ihren Kommentar wichtig. Für Kommentare sind auf dem heddesheimblog allerdings Regeln definiert. Auch die nehmen wir wichtig.
Die Kürzung heißt nicht, dass Ihre Aussagen nicht zutreffend sind, sondern nur, dass sie nicht belegt sind.
Einen schönen Tag wünscht
Das heddesheimblog