Donnerstag, 17. Mai 2012

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Vorstufe einer Eskalation?

Gesellschaftliche Ausschreitungen gehen oft einher mit einer Bierzeltatmosphäre. Beschimpfungen und Schlägereien stehen dort auf der Tagesordnung.
Nicht so beim Sängerfest – so sollte man meinen – denn, singen macht ja bekanntlich Menschen glücklich.
Dennoch nutzte jemand die Gelegenheit für eine “kleine Abrechnung”.

Ein Journalist steht am Sonntag, den 5. Juli 2009 während des Sängerfestes links vorne an der Bühne und will Fotos von den TG-Turnerinnen machen. Mit einem Mal spürt er eine Hand im Rücken, die ihn wegschiebt. Er dreht sich um – hinter ihm steht ein großer, kräftiger Mann.

“Hau ab!”

Er fragt den Mann, was das soll. Dieser antwortet: “Hau ab, ich will hier Fotos machen.” Der Journalist erwidert: “Ich fotografiere ebenfalls und es gibt keinen Grund, mich anzufassen und wegzuschieben.”

Darauf kein Kommentar. Der Journalist fotografiert weiter, ein, zwei Sekunden später stützt sich Herr X, der um einiges größer ist, von oben mit seinen Armen auf die Schultern des Journalisten.

Ein sehr unangenehmes Gefühl, zum zweiten Mal schon. Der Fotograf dreht sich um und fordert den Mann auf, dieses Bedrängen sofort sein zu lassen.

Herr X wiederholt seine Aufforderung, dass er “abhauen” solle. Der Fotograf informiert ihn, dass er hier als Journalist Bilder mache und ganz sicher nicht “abhauen” werde.

Als er sich wieder zum Fotografieren umdreht, umrundet ihn Herr X und stellt sich so vor ihn, dass er nicht mehr fotografieren kann. Als er eine andere Position einnehmen will, bewegt sich Herr X synchron vor und zurück, um ihn am Fotografieren zu hindern.

Der Journalist verlässt die Szene und erkundigt sich, wer der Mann ist. Er erfährt den Namen und geht zu ihm an den Tisch: “Ich denke, das sollte gleich geklärt werden. Ihr Verhalten ist nicht akzeptabel und ich verlange von Ihnen eine Entschuldigung und die Versicherung, dass das nicht wieder vorkommt.”

“Kleines A. oder sogar großes A.?”

Der Mann baut sich vor dem Journalisten auf. Seine Haltung ist eindeutig aggressiv, und fragt, was er meine. Der Journalist verweist auf die Szene vor der Bühne. Herr X antwortet: “Sind Sie schizophren? Sie sind doch schizophren. Da war nichts. Vielleicht sollten Sie sich mal überprüfen lassen.” Als er sich wieder hinsetzt, zischt er: “Hau doch ab, Du kleines A…”

Der Journalist fragt ihn laut, wie er auf die Idee kommt, ihn ein “kleines A…” zu nennen. Eine dem Journalisten unbekannte Frau am Tisch ruft: “Sie sind kein kleines, sondern ein großes A….” Zwei Männer am Tisch wiederholen die Beleidigung und werfen plötzlich mit Kronkorken nach dem Journalisten.

Er verlässt den Tisch, die Personen um Herrn X rufen ihm irgendwelche Sachen nach.

Die gewünschte Entschuldigung ist bis heute ausgeblieben.

Da Herr X als bekannter Vereinsvorsitzender eine wichtige Position innerhalb der Gemeinde inne hat, ist sein Verhalten völlig inakzeptabel.

Da fragt man sich: Ist das die Vorstufe einer drohenden Eskalation oder nur ein Einzelfall, in dem jemand seinen Jähzorn nicht unter Kontrolle hatte?

Anmerkung:
Die Szene an der Bühne ist von einem Festbesucher in einer Serienbildaufnahme fotografisch festgehalten worden. Auf den Fotos ist der Vorgang zweifelsfrei zu erkennen und damit dokumentiert.

Die Szene am Tisch ist von Nachbartischen aus von Festbesuchern beobachtet und gehört worden, man hat sich gegenüber dem Journalisten empört über das Verhalten von Herrn X geäußert.

Redaktion heddesheimblog

Kommentare

  1. Horst Berger meint:

    So ein Verhalten ist für einen Vereinsvorsitzenden unehrenhaft. Strafbar ist es dazu.

    Über den Straftatbestand der Nötigung und Beleidigung kann sich der noch „unbekannte X“ hier vorab informieren:

    Analyse aus der Sicht eines Staatsanwalts:

    Die Beleidigung ist ein Angriff auf die Ehre einer Person durch Kundgebung der Missachtung oder Nichtachtung. Gemäß Â§ 185 StGB wird die Beleidigung mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Wird die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen, dann wird sie mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Gemäß Â§ 194 StGB wird die Beleidigung nur auf Antrag verfolgt.

    Das „A…“ kostet im Bundesdurchschnitt ca. 1.500 Euro. Die Zeit, das verlorene Gesicht und der Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit nicht mitgerechnet.

    Analyse aus der Sicht eines Psychoanalytikers:

    Der Psychoanalytiker Arno Gruen hat sich eingehend mit der Frage nach den psychologischen Ursachen und Entstehungsbedingungen von Haß und Gewalt beschäftigt. Sein Fazit ist, daß Haß und die Bereitschaft zur Gewalt schon sehr früh in der Kindheit entstehen, ausgelöst durch eine psychische Fehlentwicklung, bei der das Kind gezwungen wird, das eigene Selbst aufzugeben und zu etwas Fremden zu machen.

    Dieser Entfremdungsprozeß vom Eigenen wird durch Zurückweisung und Unterdrückung der dem Kind eigenen Lebensäußerungen und durch den Zwang zum Gehorsam eingeleitet und aufrechterhalten. Das Kind, so Gruen, muß fortan alles tun, um den Erwartungen der Eltern gerecht zu werden.

    Die Folgen sind Selbsthaß und der Verlust der ‘Menschlichkeit’.

    Ein auf solche Art geprägter Mensch “…orientiert sich nicht an eigenen inneren Prozessen, sondern am Willen einer Autorität.” Er ist dann auch verführbar für die Zwecke einer Autorität, die unter dem Deckmantel von Liebe Haß und Gewalt aussät.

    So oder so…die Beteiligten “Angreifer” haben ab sofort eine Menge Probleme.

    • dasheddesheimblog meint:

      Guten Tag,

      danke für Ihren Beitrag.

      Sofern sich die Meinungsäußerungen an die Regeln halten, respektiert die Redaktion die Meinungsfreiheit.

      Die Redaktion des heddesheimblog weist aber darauf hin, dass die Meinungen der Kommentatoren nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wiedergeben.

      Einen schönen Tag wünscht
      Das heddesheimblog

      • Heddesheimer meint:

        dem stimme ich zu, ich sehe das heddesheimblog als plattform zur meinungsäußerung, so objektiv sollten wir leser sein um zu erkennen was artikel oder kommentare sind.

        • dasheddesheimblog meint:

          Guten Tag,

          danke für Ihren Beitrag.
          Das ist leider nicht jedem Leser immer klar. Häufig wird dem heddesheimblog ein Kommentar zugeschrieben, der aber von einem Kommentator stammt und nicht von der Redaktion.
          Wer es gerne nochmals nachlesen möchte, wie das hier funktioniert: Gezwitscher.

          Einen schönen Tag wünscht
          Das heddesheimblog

  2. Heddesheimer meint:

    ich finde es sehr bestürzend diese tätlichkeit gegen herr Prothmann.

    in einer vorbildfunktion schließt sich solch ein verhalten aus.
    ich erinnere hier an hoyerswerda, dort applaudierten die erwachsenen den jugendlichen.

    weiter finde ich es einen angriff auf die öffentliche meinungsäußerung für die ich das heddesheimblog empfinde.

    einigen scheint verkehr ein wichtigeres anliegen für die zukunft zu sein wie ein friedfertiges nebeneinander.

  3. S.Schmidt meint:

    Bezüglich des Benehmens von “Herrn X” fällt mir etwas aus der Bibel ein:

    “Selig sind die Armen im Geiste,denn ihrer ist das Himmelreich.”

    Rechtliche Schritte wären angebracht,damit so ein “überheblicher Vereinsmeier” so etwas künftig bleiben lässt!

  4. uskok meint:

    ein großes lob an den heddesheimblog/herrn prothmann! lassen sie sich nicht unterkriegen!
    ein treuer leser

  5. Leserin E. meint:

    Herr Prothmann, zeigen Sie den Herrn an.
    Ein Mensch, der “als Vereinsvorsitzender eine wichtige Position innerhalb der Gemeinde inne hat” und sich dermaßen daneben benimmt, sollte in seine Grenzen verwiesen werden. Ebenso die Personen, die dieses Verhalten billigen und sogar noch unterstützen.
    Es kann einfach nicht angehen, dass aus Zorn über gelegentlich unliebsame Berichterstattung zu köperlichen und verbalen Angriffen übergangen wird um Sie einzuschüchtern und an der Arbeit zu hindern.
    Sowas ist absolut inakzeptabel und sollte keinesfalls hingenommen werden. Wer weiß, was sich solche Leute das nächste Mal herausnehmen.

  6. kher meint:

    Ob solch ein aggresiver Mensch dazu geeignet ist, eine vereinsführende Position innezuhaben – womöglich noch als Vorbild von Kindern und Jugendlichen – steht völlig ausser Frage.
    Leben wir im Zeitalter der Ponderosa-Ranch? Welcher Verein duldet solch ein Verhalten?

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