Mittwoch, 19. Juni 2013

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Werkrealschule in Hessen und Rheinland-Pfalz unbekannt

Guten Tag!

Heddesheim, 19. November 2009. Das Land Baden-WĂŒrttemberg fordert Werkrealschulen. Viele Schulstandorte können die Forderungen nicht erfĂŒllen. Angeblich sei das Angebot einer Werkrealschule aber ein “Standortfaktor” fĂŒr die Gemeinden.

Eltern wĂŒrden ihre Kinder lieber auf eine “Werkrealschule” schicken, als auf eine Hauptschule. Das heddesheimblog hat recherchiert und wollte wissen, welche Chancen “WerkrealschĂŒler” in Hessen und Rheinland-Pfalz haben.

Das Land Baden-WĂŒrttemberg setzt die Hauptschulen im Land unter Druck. Wenn Sie einen “Werkrealschulabschluss” anbieten wollen, mĂŒssen sie bestimmte Kriterien erfĂŒllen – beispielsweise die “ZweizĂŒgigkeit”, also zwei Schulklassen pro Schuljahr. DafĂŒr fehlen vielen Hauptschulen die SchĂŒlerzahlen. Sie mĂŒssen also kooperieren. Auch Heddesheim und Hirschberg planen eine solche Kooperation.

Das heddesheimblog hat sich abseits des Sinn und Zwecks dieser politischen Vorgaben die Frage gestellt, was denn ein “Werkrealschulabschluss” eigentlich wert ist?

Beispielsweise in Rheinland-Pfalz oder in Hessen. Also in der unmittelbaren Nachbarschaft. Die Redaktion hat die Industrie- und Handelskammern als Ansprechpartner ausgewÀhlt.

Unser Reporter stellte sich als “Herr Berger” vor, der sich fĂŒr seinen Neffen erkundigt. Der wird 2010 einen Werkrealschulabschluss haben und sucht nach einem Ausbildungsplatz oder einer weiteren Schulzeit auf einem Wirtschaftsgymnasium.

Anruf bei der IHK Kaiserslautern. Dort weiß man nichts von einem “Werkrealschulabschluss”. Eventuell weiß Ludwigshafen etwas dazu? Man solle doch dort nachfragen. Unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich in Ludwigshafen trotz mehrerer Versuche leider niemand.

Bei der IHK Darmstadt “hat man keine Ahnung” und soll doch morgen noch einmal bei einer Kollegin anrufen. Am nĂ€chsten Tag sagt die Kollegin, dass “dieser Abschluss in Hessen nicht bekannt ist”, aber man nicht immer ĂŒber alles informiert sei, deswegen solle man sich beim Kultusministerium rĂŒckversichern. Unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich niemand.

Wir rufen die IHK Wiesbaden an. Der Mitarbeiter kennt den Abschluss “Werkrealschule” auch nicht, will sich aber schlau machen. Man solle doch drei Tage spĂ€ter wieder anrufen.

Bei der IHK Frankfurt gibt es keine Auskunft, man soll doch spĂ€ter noch einmal eine Nummer anrufen, auf der niemand “abhebt”.

Bei der IHK Karlsruhe werden wir fĂŒndig. “De jure”, sei der “Werkrealschulabschluss” eine “Mittlere Reife”. Allerdings habe er nicht den Stellenwert, “der da hinein interpretiert wird”.

“Der Abschluss ist problematisch, denn die eigentliche Frage ist, ob man sich weiter qualifizieren kann, also beispielsweise das Fachabi machen kann, das scheint nicht ganz einfach zu sein…” Besser angeraten wĂ€re erst eine Lehre und bei sehr guten Leistungen sei vielleicht mehr drin, beispielsweise ein Fachabitur.

In Sachsen weiß man gar nichts von einem Abschluss “Werkrealschule”: “Wenn Sie das anerkannt haben wollen, mĂŒssen Sie sich an das Kultusministerium wenden.”

Nach mehreren Anrufen dort, soll man nochmals anrufen, die Sachbearbeiterin sei gerade nicht zu erreichen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog, Mitarbeit: Horst Pölitz

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