Mittwoch, 19. Juni 2013

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Kirchengemeinden appellieren an Befürworter und Gegner der geplanten Pfenning-Ansiedlung

Guten Tag,
das heddesheimblog dokumentiert hier für unsere Leser den Artikel der Kirchengemeinden vom 15. Juli 2009 im Mannheimer Morgen mit Genehmigung der Verfasser.

Appell für ein friedliches Miteinander

Inhaltlich wollen sich die Heddesheimer Kirchengemeinden nicht in die Diskussion um die Pfenning-Ansiedlung einmischen. Wie viele Bürger, beobachten aber auch die Kirchen-Vertreter, allen voran die drei Pfarrer Heiner Gladbach, Herbert Anzinger und Dierk Rafflewski, wie die Auseinandersetzung in den vergangenen Wochen an Schärfe zugenommen hat und tiefe Gräben in der Bevölkerung zu hinterlassen droht. Gemeinsam haben sich die Kirchen deshalb auf die folgende Stellungnahme verständigt.

“Mit Sorge beobachten die Kirchen den Konflikt um die Ansiedlung der Spedition Pfenning im Industriegebiet Heddesheim. Die Schärfe, mit der die Auseinandersetzung geführt wird, Unsachlichkeit und der Mangel an gegenseitiger Achtung bedrohen die Einheit unserer Gemeinde und haben schon jetzt zu Spaltungen geführt.

Aufgrund dieser Entwicklung und in Verantwortung für ein friedliches Miteinander, wie es dem Geist der Versöhnung und dem Ruf zur Nächstenliebe entspricht, sehen sich der katholische Pfarrgemeinderat und der evangelische Kirchengemeinderat zu einer gemeinsamen Stellungnahme veranlasst.

Bei dieser Stellungnahme geht es ausdrücklich nicht um eine inhaltliche Festlegung für oder gegen die Ansiedlung von “Pfenning” – in dieser Frage gehen auch die Meinungen innerhalb der kirchlichen Gemeinden auseinander -, sondern um die Art und Weise, in der Gegner und Befürworter miteinander umgehen.

Damit unsere Ortsgemeinschaft nicht weiteren Schaden leidet, mahnen wir die Konfliktparteien eindringlich, folgende Voraussetzungen für den weiteren Meinungsstreit anzuerkennen:

Niemand will Heddesheim schaden. Befürworter und Gegner des Pfenning-Projektes handeln nach bester Überzeugung und sagen beide auf ihre Weise “Ja zu Heddesheim”.

Keine Initiative, ob für oder gegen die Pfenningansiedlung, kann beanspruchen, die Interessen aller Bürgerinnen und Bürger zu vertreten.

Die Problematik ist komplex. Es gilt, wirtschaftliche, soziale und ökologische Gesichtspunkte in kurz- und langfristiger Perspektive zu bedenken und diese für Bürgerinnen und Bürger transparent zu machen. Viele Argumente für und wider schließen einander nicht aus, sondern beleuchten unterschiedliche Aspekte.

Die einzelnen Argumente für und wider die Pfenningansiedlung sind auch daraufhin zu befragen, in wie weit es Alternativen, Kompromisse oder übergeordnete Lösungen gibt. So verlangt die hohe Verkehrsbelastung im Ort auch unabhängig von der möglichen Ansiedlung des Unternehmens nach einer Lösung.

Emotionalisierung durch Übertreibung und vereinnahmende Rede, polemische Äußerungen und Unterstellungen sowie persönliche Angriffe dienen nicht der Lösung, sondern verhärten die Fronten und treiben Keile in das gesellschaftliche Miteinander. Wer durch seinen Ton oder die Form der Auseinandersetzung die Brücken zum politischen Gegner abbricht, sagt “Nein zu Heddesheim”.

Der Person mit einer anderen Meinung ist mit Respekt und Achtung zu begegnen.

Am 7. Juni fanden die Kommunalwahlen statt, bei der die neuen Gemeinderäte gewählt worden sind. Befürworter und Gegner des Projektes sind jetzt im Gemeinderat vertreten und haben gleiche Einsicht in alle Unterlagen, Gutachten und bisherigen Vereinbarungen. Es ist ihre Aufgabe unter Berücksichtigung aller Argumente frei von äußerem Druck zu einer gewissenhaften Entscheidung zu kommen, die als Ergebnis eines demokratischen Prozesses zu akzeptieren ist.

Unabhängig davon, wie am Ende die Entscheidung ausfällt, hat niemand das Recht sich als “Gewinner” aufzuspielen und die andere Seite als “Verlierer” abzustempeln. Ent-scheidend für das Klima in unserer Gemeinde ist weniger die Frage, ob Pfenning kommt oder nicht, sondern wie schnell Anhänger und Gegner nach einer endgültigen Entscheidung bereit sind, diese zu akzeptieren und konstruktiv für das Wohl unserer Gemeinde zusammen zu arbeiten.”

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