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Heddesheim, 12. August 2009. Der Artikel “Die IG neinzupfenning ist am Ende – auĂer, sie erfindet sich neu” hat fĂŒr einige Aufregung gesorgt – und auch fĂŒr Verwirrung. “Ist das heddesheimblog jetzt gegen die IG?” “Wie soll man die Anschuldigungen verstehen?” “Die IG hat sich selbst keinen Gefallen getan”, sind nur einige Reaktionen auf den Text.
Kommentar: Hardy Prothmann
Der Artikel “Die IG neinzupfenning ist am Ende – auĂer, sie erfindet sich neu” hat die GemĂŒter erregt – auf Seiten der IG neinzupfenning, deren UnterstĂŒtzern und Sympathisanten.
Warum? Weil der Text kritisch ist und Probleme bei der IG neinzupfenning öffentlich macht.
Die IG neinzupfenning befindet sich damit in bester Gesellschaft mit der “Unternehmensgruppe Pfenning”, dem BĂŒrgermeister Michael Kessler, verschiedenen GemeinderĂ€ten und anderen Akteuren.
Das heddesheimblog ist nicht fĂŒr oder gegen,
sondern unabhÀngig.
Die erste Frage: “Warum ist das heddesheimblog jetzt gegen die IG?”, ist einfach zu beantworten. Das heddesheimblog war nie fĂŒr die IG und ist auch nicht gegen die IG. Das heddesheimblog berichtet unabhĂ€ngig.
Der Artikel behauptet auch nicht, dass sich Mitglieder der IG persönliche Vorteile verschaffen, sondern stellt lediglich die Frage, fĂŒr welche Interessen sich die IG einsetzt?
Diese Frage ist schon frĂŒh gestellt und als Vorwurf gegenĂŒber der IG benannt worden: Eigeninteressen.
Die GrĂŒnder der IG wollen fĂŒr jeden gesunden Menschenverstand nachvollziehbar keine Verkehrsbelastung, keine EinschrĂ€nkung ihrer Wohn- und LebensqualitĂ€t oder Wertminderung ihrer GrundstĂŒcke.
Das sind ganz klar eigene Interessen, die jeder in dieser Situation auch so vertreten wĂŒrde.
Oder nimmt jemand ernsthaft an, dass der BĂŒrgermeister oder ein Gemeinderat in vergleichbarer Situation sagen wĂŒrde: “Die Nachteile fĂŒr mich sind enorm und eigentlich nicht auszuhalten, aber wenn es dem Wohl der Gemeinde dient, fĂŒge ich mich in dieses Schicksal?” Wohl kaum.
Die IG hat “öffentliche Interessen” wahrgenommen und daran wird sie gemessen.
Die IG hat sich aber ĂŒber die “eigenen” Interessen hinaus als Vertreter der “öffentlichen Interessen” positioniert, indem sie Unterschriften gesammelt hat.
Damit hat sie den Bereich der “eigenen” Interessen verlassen und Verantwortung ĂŒbernommen, fĂŒr alle die 1400 Unterzeichner, die gegen eine Pfenning-Ansiedlung ihre persönliche Handschrift gegeben haben.
Die IG neinzupfenning kann sich deshalb nicht mehr damit herausreden, sie sei nur ein Zirkel von BĂŒrgern und man dĂŒrfe nicht so hohe AnsprĂŒche an sie legen, wie sich die IG gegenĂŒber dem heddesheimblog geĂ€uĂert hat.
Die IG selbst hat diese hohen AnsprĂŒche definiert und sich per Unterschrift besiegeln lassen.
Damit hat sie aus nachvollziehbaren und legitimen Eigeninteressen ein belegbares und verpflichtendes öffentliches Interesse gemacht – fĂŒr das die IG einzustehen hat.
Wenn diese Aufgabe zu groĂ oder zu viel wird fĂŒr deren Mitglieder – muss sich die IG auflösen, bevor ein Schaden entsteht.
Die IG hat sich unbestritten um die kommunale Demokratie verdient gemacht.
Der Verdienst, ein “Generationenthema” fĂŒr die Gemeinde öffentlich gemacht zu haben, ist davon unberĂŒhrt.
Das hat die innerkommunale Demokratie bis aufs Letzte gefordert und hoffentlich befördert.
Die IG hĂ€tte sich nach der Wahl einfach auflösen können und den weiteren Verlauf dem Gemeinderat und den BĂŒrgern ĂŒberlassen können.
Das hat sie aber nicht.
Die IG wollte weiter wahrgenommen werden.
Und damit ist sie eine Verpflichtung eingegangen – aktiv zu sein. Das wird von der IG erwartet.
Der Artikel wirft der IG genau das vor – InaktivitĂ€t.
Seit der Wahl ist von Seiten der IG fast nichts mehr gekommen, auĂer einem schon störrischen Briefwechsel mit dem BĂŒrgermeister.
DafĂŒr muss die störrische IG sich ebenso wie der störrische BĂŒrgermeister der Kritik stellen – sie kann nicht nur andere fĂŒr deren UntĂ€tigkeit kritisieren und sich selbst ausklammern.
Wenn die IG glaubwĂŒrdig sein will, dann muss sie sich fĂŒr die BĂŒrger einsetzen und dafĂŒr, was die BĂŒrger wollen. 1400 Unterschriften und viele GesprĂ€che an den StĂ€nden sollten eine solide Grundlage sein, zu wissen, was die BĂŒrger wollen.
Wenn die IG weiter bestehen will, aber dieses Engagement nicht leistet, wird zu Recht gefragt werden, ob deren aktive Mitglieder nur eigene Interessen vertreten.
Umgekehrt kann die IG eine Ă€uĂerst wichtige und respektable Aufgabe ĂŒbernehmen, nĂ€mlich die Basisdemokratie zu stĂ€rken.
Wenn die IG sich nicht entscheiden kann, sollte sie sich zurĂŒckziehen, weil sie sonst Hoffnungen enttĂ€uscht und VorwĂŒrfe gegen sich selbst bestĂ€rkt – und damit wĂ€re das auĂerordentliche Engagement ĂŒber Wochen und Monate vergeudet – und die Koalition der Strippenzieher und Starrsinnigen hĂ€tte gewonnen – wie so oft.
Das kann weder die IG fĂŒr sich wollen, noch wĂ€re das fair gegenĂŒber den Unterzeichnern und es wĂ€re ein kapitaler Schaden fĂŒr kĂŒnftige Interessengemeinschaften, die etwas Gutes wollen – nĂ€mlich ihre Meinung zu Ă€uĂern und ihre Ideen einzubringen.
Die IG neinzupfenning muss sich der Kritik stellen, wie jeder andere. Und sie sollte, weil sie selbst Kritiker ist, mit gutem Beispiel vorangehen.
Entweder, sie setzt sich ein – fĂŒr die BĂŒrger – oder sie zieht sich zurĂŒck. Einen Mittelweg gibt es nicht.
















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