Guten Tag,
“Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefĂ€lscht hast”, ist ein Spruch, den man zumindest kennen sollte.
Im Fall der Kommunalwahl 2009 muss man sich aber keine Sorgen machen: Wahlstatistiken sind hier in Deutschland und damit auch in Heddesheim eigentlich nicht manipulierbar.
Mit der Wahl hatte also alles seine Ordnung – trotzdem ist die politische Ordnung völlig durcheinander.
Kumuliert und panaschiert
Damit hatten auch die Wahlhelfer zu kĂ€mpfen und mussten bis spĂ€t in die Nacht all die kumulierten und panaschierten Stimmen auszĂ€hlen: Es wurde nicht einfach eine Partei gewĂ€hlt, sondern sehr genau ĂŒberlegt, wer die Stimmen bekommen sollte.
Die CDU hat mit -11,4 Prozent der Stimmen die Wahl klar verloren, auch wenn sie mit 8 Sitzen stÀrkste Fraktion im Gemeinderat bleibt.
CDU-GemeinderÀte sind abgestraft worden
Die Zahlen hinter dem “groĂen” Ergebnis aber sind viel interessanter: Die sieben wiedergewĂ€hlten GemeinderĂ€te haben jeder fĂŒr sich so enorme Stimmverluste erlitten, dass -11,4 Prozent eine geradezu vertrĂ€gliche Zahl ist. Rainer Hege ist mit -17,17 Prozent noch am “glimpflichsten” davon gekommen. Dem Rest haben die frĂŒheren WĂ€hler dagegen ein klares Zeichen gesetzt und Ihnen geradezu eine Ohrfeige verpasst.
Wer zwischen 20 und 38 Prozent seiner frĂŒheren Stimmen verliert, hat eben keine erfolgreiche Politik gemacht, die von den WĂ€hlern honoriert wird. Ă Sieben CDU-GemeinderĂ€te sind wiedergewĂ€hlt und das muss man respektieren. Aber sie alle haben in dieser Wahl verloren. Von einer ĂŒberzeugenden BestĂ€tigung darf keiner von ihnen reden.
Die WĂ€hler haben ihr Nein signalisiert: Und sicherlich nicht nur ein Nein zu Pfenning, sondern ein Nein zur ĂĆberheblichkeit und zur Desinformation der BĂŒrger.
Die GrĂŒnen haben die Gunst der WĂ€hler
Ganz anders zeigten die WĂ€hler den GrĂŒnen ihre Gunst. Und wenn es so etwas wie einen “politischen Auftrag durch die BĂŒrger” gibt, dann haben die GrĂŒnen ihn bekommen. Zwei GemeinderĂ€te wurden im Amt bestĂ€tigt und zwar mit sensationellen Zahlen: Fast 87 Prozent plus fĂŒr Klaus Schuhmann und fast 52 Prozent plus fĂŒr Ulrich Kettner sind traumhafte Ergebnisse.
Vier Mitglieder wurden mit sehr guten Zahlen in den Gemeinderat gewĂ€hlt – Kurt Klemm gar mit 3493 Stimmen an die Spitze der GrĂŒnenliste. Der parteilose Klemm ist damit von Null auf den zweiten Platz gesprungen, was die Zahl der Stimmen pro Kandidat angeht. Als Kandidat ist er “eigentlich” der Wahlsieger schlechthin. Und er hat dafĂŒr gearbeitet: Er war offen fĂŒr Fragen, hat sich klar gegen Pfenning ausgesprochen und fĂŒr sein politisches Ziel, mehr Umweltschutz aktiv geworben.
Klemm und Bowien heiĂen die Wahlsieger
“Eigentlich” deshalb, weil er sich den Wahlsieg mit Michael Bowien von der SPD teilen muss. Auf Platz 19 angetreten und im Ort nicht wirklich bekannt, hat er einen sensationellen Wahlsieg errungen: Platz 4 hinter den SPD-Platzhirschen JĂŒrgen Merx, Reiner Lang und JĂŒrgen Harbarth zeigt auch hier, was Bowien richtig und die anderen falsch gemacht haben. Er hat nicht gemauert, sondern kommuniziert. Er hat sich klar positioniert und zwar nicht ausschlieĂlich gegenĂŒber dem Pfenning-Thema, sondern zu seinen Themen: Vereinsleben, Sport und Familie. Gewonnen hat er wegen seiner GlaubwĂŒrdigkeit, da ist er mit Kurt Klemm gleichauf.
Die FDP hat ein Desaster erlebt: zwei von drei GemeinderĂ€ten sind nicht nur “ermahnt” worden wie bei der CDU, sondern gar nicht erst wiedergewĂ€hlt worden. Die eine hat nie ein Wort gesagt, der andere hat Dinge gesagt, die die Ăffentlichkeit nicht teilen wollte. Die neuen Kandidaten haben so viele Stimmen bekommen, dass sie bestimmt nicht “aus Versehen” gewĂ€hlt wurden.
Es gibt andere Themen – doch Pfenning bleibt das Hauptthema
Die stoische Behauptung im Wahlkampf, es gebe noch mehr Themen als nur Pfenning, wird den neuen Gemeinderat wie den alten auch beschĂ€ftigen. NatĂŒrlich gibt es diese Themen und der Gemeinderat wird sich darum kĂŒmmern. Aber das Thema Pfenning wird weiterhin die Hauptrolle spielen – bis es entschieden ist. So oder so.
Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das heddesheimblog
















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