Montag, 20. Mai 2013

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Nachgefragt

Die Umgehungsstraße kommt – frühestens 2016

Heddesheim, 07. Mai 2009. (red) In der Diskussion um das Pfenning-Projekt wird immer wieder die Umgehungsstraße genannt, die Heddesheim entlasten soll. Bürgermeister Kessler sagt: “Wir sind auf einem guten Weg.”  Ins Detail geht Bürgermeister Kessler dabei nicht. Das Heddesheim-Blog wollte es genau wissen und hat beim Regierungspräsidium Karlsruhe nachgefragt.

Harald Protz, Leiter des Referats Straßenplanung, erklärt im Interview die einzelnen Schritte und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, bis die Umgehungsstraße tatsächlich fertig sein wird.

Was Harald Protz im Gespräch mit dem Heddesheim-Blog nicht klären kann, ist die Finanzierung und die Bauzeit, weil das zum jetzigen Zeitpunkt unwägbare Faktoren sind. Der Abschluss des Planfestellungsverfahrens fällt in die Zeit der Landtagswahlen – danach gibt es einen neuen Landeshaushalt, wie dort welche Mittel verteilt sein werden, ist unklar. Die Bauzeit der Umgehungsstraße dürfte etwa drei Jahre betragen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Protz, wie ist denn der Stand der Dinge bei der Landesstraße L541 Südwest-Umgehung Heddesheim?
Zur Zeit läuft eine Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung. Wir werden hierzu diesen Sommer, sobald die Baustelle in Hirschberg abgeschlossen sein wird und repräsentative Verhältnisse vorliegen, eine Verkehrsbefragung durchführen.
Die Fertigstellung des Verkehrsgutachtens soll bis zum Ende des Jahres erfolgen.

Sind weitere Studien anhängig?
Wir haben noch eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt, in der zunächst eine Raumanalyse und danach in einem zweiten Schritt die mit den angedachten Varianten verbundenen Eingriffspotentiale nach verschiedenen Schutzgütern (Wasser, Boden, Klima, Naherholung, Flora, Fauna…) genau untersucht wurden.
In der Folge haben wir uns für die Variante “ortsferne Südumgehung” entschieden. Derzeit führen wir noch eine artenschutzrechtliche Untersuchung durch. Die technische Planung liegt soweit vor. Der landschaftspflegerische Begleitplan, in dem die Kompensationsmaßnahmen für die mit dem Straßenbau einhergehenden Eingriffe festgelegt werden, ist bereits in Bearbeitung.

Was folgt als nächster Schritt?
Sobald uns die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung vorliegen, werden wir die vorhandenen Unterlagen zu einem sogenannten Vorentwurf zusammenstellen und diesen dem Innenministerium in Stuttgart zur (verwaltungsinternen) Genehmigung vorlegen. In einem nächsten Schritt geht es darum, für das Projekt das Baurecht zu erlangen. Hierzu werden wir als Vorhabensträger bei der Planfeststellungsbehörde die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens beantragen.

Planfestellungsentwurf bis 2011

Jetzt werden auch die Bürger einbezogen?
Genau. Der Planfeststellungsentwurf wird in der Gemeinde offen gelegt und den betroffenen Trägern Öffentlicher Belange zugesandt, das heißt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jetzt hat jeder Betroffene die Möglichkeit, das Projekt zu prüfen und Einwände vorzubringen oder Anregungen zu machen. Dann folgt ein Erörterungstermin, bei dem die eingegangenen Stellungnahmen besprochen werden.

Je nach Einwänden muss der Entwurf dann also geändert werden?
Das kommt auf die Art der der Einwendungen an. Möglicherweise erhalten wir in der Folge des Erörterungstermins zunächst  “Hausaufgaben”, d.h. die Auflage, bestimmte Sachverhalte zusätzlich oder noch eingehender als bisher zu überprüfen. Werden die Einwände seitens der Planfeststellungsbehörde als berechtigt erachtet, werden wir unsere Planungen selbstverständlich entsprechend anpassen. Sofern sie nicht berechtigt sind, werden sie verworfen.

Wenn aber jemand denkt, dass seine Einwände doch berechtigt sind, kann er klagen?
Sollte sich ein Betroffener in seinen Rechten verletzt sehen, dann hat er grundsätzlich die Möglichkeit, den Planfeststellungsbeschluss zu beklagen.

Was gibt es bei der Ausführungsplanung zu beachten?
Hier wird die vorhandene Planung (Vorentwurf bzw. Planfeststellungsunterlagen) noch weiter verfeinert, so dass auf der Grundlage dieser Pläne die Straße ausgeschrieben und gebaut werden kann. Sobald die erforderlichen Haushaltsmittel bereit stehen, wird dann unser Baureferat das Straßenbauprojekt ausschreiben, und nach Prüfung und Auswertung der eingegangenen Angebote den Zuschlag erteilen.

Jede Menge Arbeit. Bis wann rechnen Sie mit der Einleitung des Planfestellungsverfahrens?
Wir werden, sofern alles nach Plan verläuft, im vierten Quartal 2010 den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens stellen. Bei optimalem Verlauf könnte das Verfahren dann bis Ende 2011 abgeschlossen sein.

Finanzierung noch offen

Jetzt stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Steht die schon?
Nein. Dazu kann ich derzeit noch keine Äußerung treffen. Die Finanzierung wird zum einen von dem insgesamt zur Verfügung stehenden Budget und zum anderen von der Anzahl und den jeweiligen Kosten der sonstigen dann anhängigen Landesstraßenprojekte
abhängen.

Wenn das Projekt abgeschlossen sein wird, was passiert dann mit der ehemaligen L541, die durch Heddesheim führte?
Im Rahmen eines Umstufungskonzeptes wird noch geklärt, in welche Kategorie diese Straße dann abzustufen sein wird. Die Umstufungen werden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens fixiert werden. Es ist bislang vorgesehen, die vorhandene  Ortsdurchfahrt im Zuge der L 541 zur Gemeindestraße abzustufen.

Durchfahrtverbot unrealistisch

In Heddesheim fordern viele Durchfahrtverbote für Lkw über 7,5 Tonnen. Könnten Sie ein solches Verbot auch für Landesstraßen erlassen?
Ein solches Verbot würde eine verkehrsrechtliche Anordnung darstellen und könnte nur durch die Verkehrsbehörde beim Landratsamt erlassen werden. Eine solche Sperrung ist prinzipiell zwar möglich, sie hängt aber von den Randbedingungen des jeweiligen Einzelfalls ab.
Grundsätzlich ist aber zu bedenken, dass Landesstraßen in erster Linie überregionale Verkehre abwickeln sollen. Diese Funktion ist oftmals ausschlaggebend, weswegen dann auch bei nachvollziehbarem Anliegen der Bürger keine abweichende Verkehrsbeschränkungen verfügt werden können.

Info:

Harald Protz ist Leiter des Referats Straßenplanung beim Regierungspräsidium Karlsruhe.

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  • horst.poelitz

    horst.poelitz, Samstag, 9. Mai 2009, 21:55
    Durchfahrverbot unrealistig???????????

    Sehr geehrter Herr Prothmann,
    zuerst darf ich mich als betroffener Heddesheimer Bürger für Ihre Recherchen + Interviews bedanken.
    unser BG sagt; ,,,,,und könnte,,,,
    was hat er getan zum Wohlwonnen seiner Gemeinde?
    Hat er einen Antrag eingereicht?
    NEIN!!!! Warum nicht ??????????
    Ich möchte hier nicht weiter über das Thema BG schreiben, nur soviel:
    Der Name BG entstandt aus einer Interessengemeinschaft der Ansässigen. Diese haben haben einen Meister gewählt.
    Was haben wir jetzt?
    Wie Sie so schön publizieren “einen Denkmalsetzer”.
    Vielleicht baut ja auch die Fa. Pfenning einen Kreisel mit Sitzplätzen “gesponsert by” ?????????
    DIE GANZE SACHE STINKT !!!! meine Meinung.
    Unser BG sollte ganz schnell Umzugskartons anfordern.
    Die Stimmung über diese Person ist in hEDDESHEIM ….

    Schreiben Sie mir. Hier liegen Beweise vor.

    m.f.g. Horst Pölitz

  • horst.poelitz

    horst.poelitz, Samstag, 9. Mai 2009, 21:58
    UNSER BG

    Bitte meinen Kommentar unseren “BG” senden mdb um Äusserung. vielen Dank.

  • hardy prothmann

    hardy prothmann, Samstag, 9. Mai 2009, 22:11
    Gerne :-)
    Willkommen Herr Pölitz und danke für ihren Kommentar.

    Das Heddesheim-Blog

  • Heddesheimer

    Die Haushaltrede der CDU-RNK aus dem Jahr 1991!!

    Ich Zitire

    “5. Künftige Verkehrsstruktur

    5.1 Zielsetzungen
    Für die Verkehrsstruktur hat die CDU folgende Zielsetzungen:

    ………..der Bau von Kreisstraßen als Umgehungsstraßen, um stark belastete Kernbereiche unserer Gemeinden und Städte zu entlasten, um sozial benachteiligten Schichten unserer Bevölkerung zu einem menschenwürdigen Wohnen an bislang überfrequentierten Straßen zu verhelfen.

    ………..Die Planungen für den Bau von Umgehungs- und Entlastungsstraßen sind unter Beach¬tung landschaftspflegerischer und ökologischer Grundsätze zügig voran¬zutreiben, um unvertretbare Verkehrsverhältnisse in Plankstadt, Weinheim, Laudenbach, Hemsbach, Brühl-Rohrhof, Leimen, Sandhausen, Neckargemünd, Heddesheim, um nur einige Schwerpunkte zu nennen, zu beseitigen.”

    http://www.cdu-rnk.de/html/Haushaltsreden_1991-2005.DOC

  • anwohner der werderstrasse

    Hallo Heddesheim!
    Wir als Bewohner der Werderstrasse haben uns die Mühe einer Verkehrszählung gemacht. Denn nachdem der Ortskern von Heddesheim teilweise für LKW gesperrt wurde, nahm der Schwerlastverkehr durch die Umleitung in der Werderstrasse massiv zu! Ich werde jetzt nicht mit ellenlangen Zahlenkolonnen langweilen, aber die Highlights möchte ich trotzdem niemandem vorenthalten.
    Wir haben von Mo-Fr, zu verschiedenen Uhrzeiten von sechs Uhr in der Früh bis abends 18 Uhr, immer jeweils eine Stunde die Fahrzeuge gezählt. Wir kamen an “Spitzentagen” auf ca 600 Fahrzeugbewegungen, davon 72! LKW, pro STUNDE! Und das Schlimmste daran – 80% der Fahrzeuge fuhren deutlich schneller als die vorgeschriebenen 50km/h.
    Wir haben unsere Beobachtungen an die Gemeinde, mit Bitte um Stellungnahme weitergeleitet und haben eine sehr enttäuschende Antwort zurückerhalten.

    Zum 1. fühlt sich die Gemeinde nicht zuständig und verwies uns an das Landratsamt (an das Landratsamt hatten wir uns schon vorher gewendet, die verwiesen uns aber an die Gemeinde)

    zum 2. wurden wir darauf hingewiesen, was für eine überaus große Wichtigkeit der Werderstrasse durch das große Verkehrsaufkommen, im kommunalen Strassennetz zuteil wird – müssen wir jetzt stolz sein hier wohnen zu dürfen?!

    zum 3. wurden jegliche Vorschläge unsererseits, Reduzierung der Geschwindigkeit im Bereich des Kindergartens auf 30 km/h, Blitzanlage etc, als unrealistisch abgetan. Warum? In anderen Gemeinden funktionieren solche Maßnahmen doch auch! Warum nicht in Heddesheim?

    zum 4. wurden wir darüber aufgeklärt, dass einem subjektiv die Geschwindikeit, besonders eines großen Fahrzeuges IMMER schneller vorkommt als sie in Wirklichkeit ist. Es mag stimmen, dass ich nicht mit Gewissheit sagen kann, ob ein Fahrzeug nun 45 oder 55 km/h schnell fährt, aber ich kann als langjähriger Autofahrer schon einschätzen, wenn ein PKW/LKW/Motorrad deutlich schneller als 50km/h fährt. Ich denke es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass manche LKW hier mit 70-80 km/h “durchkacheln”, dass unser Geschirr in den Schränken wackelt! Und wenn man dann noch beobachtet, dass viele von den Fahrern sich beim fahren Zigaretten anzünden, ihr Navi bedienen oder telefonieren, dann kann ich nur beten, dass meinen oder anderen Kindern auf dem Schulweg nie etwas passiert!

    Und ich frage mich wirklich, warum immer nur die Industrie und das Gewerbe in dieser Gemeinde gebauchpinselt wird und die Bürger für unmündig und hysterisch erklärt werden!

    Ich appeliere an die Bewohner der Werderstrasse, der Blumenstrasse (die durch die Enge der Strasse, noch mehr in ihrer Lebensqualität beinträchtigt sind) und die Familien in den Gänsgräben, die ja schließlich auch ihre Schulkinder über diese Lebensgefährliche Strasse schicken müssen – wehrt euch, beschwert euch, prangert an – nur wenn sich viele beschweren, kann sich etwas ändern. Wenn ihr still und leise diesen Zustand ertragt wird nichts passieren!

    Unser Brief hatte bis jetzt eine positive Wirkung, es wurde eine Geschwindigkeitsmessanzeige angebracht. Allerdings an einer ziemlich sinnlosen Stelle, direkt nachdem man von der Blumenstrasse nach rechts in die Werderstrasse abbiegt. An dieser Stelle haben die meisten PKW/LKW (die ja numal aus der Blumenstrasse kommen) noch nicht die Geschwindikeit, die sie auf der Höhe des KiGa haben. Also, gut gemeint, aber am Ziel vorbei!

    Ich hoffe auf große Resonanz!

    Eine Anwohnerin der Werderstrasse

    • Heddesheimer

      Hallo,

      zu der Geschwindigkeitsmessanzeige, diese war letztes Jahr für ganze 2 Tage am Stück an der Ringstraße höhe Badesee montiert um sie von dort aus für 14 Tage an die FunArenea für die Autofahrer aus den Feldern kommend zu montieren.

      • anwohner der werderstrasse

        Hallo,
        noch ein Nachtrag zum Thema Geschwindigkeitsmessanzeige.

        Die Antwort der Gemeinde zum Thema permanente Geschwindigkeitsüberschreitung in der Werderstrasse war(sinngemäß zitiert):

        Aufgrund von Messungen einer temporär installierten Geschwindigkeitsmessanlage in der Werderstrasse, wurden bis auf nächtliche Ausreisser, keine Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt.

        Das wundert mich auch nicht im Geringsten, wenn sie diese Anlage an der gleichen Stelle wie jetzt installiert haben. Denn wie gesagt, an besagter Stelle haben die Fahrzeuge vielleicht 20 km/h auf dem Tacho, da sie ja gerade nach dem Abbiegen wieder beschleunigen – das ist ein absoluter Witz!

        Grüsse

  • Zosti

    Liebe Anwohner der Werderstraße, das “Abwimmeln” der von Euch aufgezeigten Probleme durch die “Verwaltung” könnte auch daher kommen, daß kein BM, GR und/oder “hoher Verwaltungsmensche der Gemeindeverwaltung” davon direkt / indirekt betroffen ist. Haben Sie das schon geprüft ? Vielleicht wäre dann nachvollziehbar, warum es Nebensache ist.
    Da ich selbst jeden Morgen zwischen 7.30 – 8.00 Uhr von der Falltor kommend Richtung Wallstadt fahre (mit Pkw) kann ich Ihre Wahrnehmungen nur bestätigen – incl. der Warteschlange an der Ampel.