Dienstag, 21. Mai 2013

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Baden im Neckar nicht empfehlenswert

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Heddesheim/Rhein-Neckar-Kreis, 07. Mai 2010. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises weist darauf hin, dass das Baden im Neckar nicht zu empfehlen ist. Proben erfĂŒllen nicht die gesetzlichen Vorgaben. Das Wasser ist vor allem mit FĂ€kal-Bakterien und auch Salmonellen belastet.

Mitteilung des Rhein-Neckar-Kreises:

“Das Gesundheitsamt informiert:
Baden im Neckar nicht empfehlenswert
Viel bessere Bademöglichkeiten in FreibÀdern und Badeseen

Wenn die Temperaturen steigen, freuen sich viele Menschen auf das kĂŒhle Nass und das Schwimmen im Freien. Allerdings kamen in den letzten Jahren auch einige Menschen auf den Gedanken, den Neckar als BadegewĂ€sser zu nutzen. Doch aus GrĂŒnden des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte im Neckar nicht geschwommen werden.

Darauf hat jetzt das Gesundheitsamt, das fĂŒr die ÃƓberwachung der BĂ€deranlagen des Rhein- Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg zustĂ€ndig ist, hingewiesen. Da man im Sommer immer wieder Menschen im Neckar schwimmen sah, war es wĂ€hrend der Badesaison 2009 zahlreich zu diesem Thema angefragt worden, und es steht dem Baden im Neckar sehr kritisch gegenĂŒber.

Neben den zahlreichen HallenbÀdern, die zum Teil auch im Sommer geöffnet haben, gibt es im Rhein- Neckar-Kreis 21 öffentliche FreibÀder mit 65 Becken und 9 Badeseen, die bessere Bademöglichkeiten bieten.

Die WasserqualitĂ€t des Neckars erfĂŒllt nĂ€mlich nicht immer die gesetzlichen Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinie* und der darauf basierenden baden-wĂŒrttembergischen BadegewĂ€sserverordnung.** Schon in der Badesaison 2001 wurden entlang des Neckars an 12 Entnahmestellen von den jeweiligen GesundheitsĂ€mtern unter der FederfĂŒhrung des Landesgesundheitsamtes (LGA) im Abstand von 14 Tagen nach den Vorgaben, die fĂŒr Badeseen gelten, Wasserproben entnommen.

Das LGA stellte danach fest, dass bei jeder Entnahmestelle mindestens zweimal Salmonellen nachgewiesen wurden. Bei allen Probeentnahmestellen gab es zudem GrenzwertĂŒberschreitungen fĂŒr fĂ€kalcoliforme und fĂŒr gesamtcoliforme Bakterien, die Richtwerte fĂŒr FĂ€kalstreptokokken wurden ebenfalls hĂ€ufig ĂŒberschritten. Auf Basis der EU-Richtlinie besitzt somit keine der untersuchten Stellen vom Schwarzwald-Baarkreis bis zum Rhein-Neckar-Kreis die geforderte BadewasserqualitĂ€t.

Da in den letzten Jahren im Bereich Stuttgart fĂŒr das Baden im Neckar Werbung gemacht wurde, sah sich das LGA veranlasst, die oben angefĂŒhrten Untersuchungen an einigen Stellen im Bereich Stuttgart zu wiederholen. Die Untersuchungen von 2001 haben sich dabei erwartungsgemĂ€ĂŸ bestĂ€tigt. Zu bedenken ist auch, dass der Neckar ein so genannter “Vorfluter” ist.

Das bedeutet, dass rund 590 KlĂ€ranlagen ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss leiten. Zwar werden Keime in den mechanisch-biologischen Reinigungsstufen zum grĂ¶ĂŸten Teil abgebaut, nie jedoch vollstĂ€ndig. Dadurch können Krankheitserreger wie FĂ€kalkeime, Salmonellen, Viren oder Pilze die WasserqualitĂ€t gesundheitsschĂ€digend beeinflussen.

Bei starken und lang anhaltenden RegenfĂ€llen können AbwĂ€sser auch ungeklĂ€rt in den Vorfluter gelangen. Durch die Einleitung von IndustrieabwĂ€ssern bestehen bei StörfĂ€llen ebenfalls gesundheitliche Risiken. Ebenso können Ratten in der Kanalisation und an den Ufern eine Vielzahl von Krankheit erregenden Keimen (z. B. Leptospirose) ĂŒbertragen.

2006 erkrankte ein Teilnehmer eines Triathlon an einer schweren Leptospirose. Der Verdacht lag nahe, dass sich der Sportler mit Neckarwasser infiziert hatte. Zudem weist der Neckar als Bundeswasserstraße Neckar einen lebhaften Berufsschiffverkehr auf. Zusammen mit vielen Wassersportfahrzeugen, Fahrgastschiffen, Seglern, und Ruderern können diese eine weitere Gefahr fĂŒr Badende darstellen.

GrundsĂ€tzlich war die BadewasserqualitĂ€t in allen öffentlichen BĂ€deranlagen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg in den letzen Jahren nicht zu beanstanden. Neben der EigenĂŒberwachung durch die Betreiber und regelmĂ€ĂŸige Wasseruntersuchungen durch akkreditierte Labore werden vom Gesundheitsamt auch 2010 routinemĂ€ĂŸig Kontrollen der BadewasserqualitĂ€t durchgefĂŒhrt.

Wer sich in den FreibĂ€dern nicht wohl fĂŒhlt und lieber in OberflĂ€chengewĂ€ssern baden möchte, hat im Rhein-Neckar-Kreis und der Umgebung die Möglichkeit, die umliegenden Badeseen zu nutzen. Aktuelle Badestellen, Wasseruntersuchungsergebnisse und weitere Daten finden sich unter: BadegewĂ€sserkarte Baden-WĂŒrttemberg

Zusatzinfo
Gesetzliche Grundlagen, die fĂŒr das Gesundheitsamt maßgeblich sind:
* Richtlinie 2006/7/ EG des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 ĂŒber die QualitĂ€t der BadegewĂ€sser und deren Bewirtschaftung

** Verordnung des Ministeriums fĂŒr Arbeit und Soziales und des Umweltministeriums Baden-WĂŒrttemberg ĂŒber die QualitĂ€t und die Bewirtschaftung der BadegewĂ€sser (BadegewĂ€sserverordnung – BadegVO vom 16.Januar 2008″

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