Donnerstag, 31. Juli 2014

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Jahreshauptversammlung der Feuerwehr

Notfallseelsorge immer wichtiger

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Großbrand im Brunnenweg.

 

Heddesheim, 06. MĂ€rz 2012. (red) Im vergangenen Jahr gab es erfreulicherweise weniger EinsĂ€tze fĂŒr die Freiwillige Feuerwehr, dafĂŒr aber “hĂ€rtere”. Vor allem der Scheunenbrand in der Brunnenwegsiedling war eine große Herausforderung. Eine psychologische der Unfall in der Großsachsener Straße. Kommandant Dieter Kielmayer fasste bei der Jahreshauptversammlung die Ereignisse im RĂŒckblick zusammen und erlĂ€uterte die Aufgaben fĂŒr 2012.

Von Hardy Prothmann

Der Scheunenbrand in der Brunnenwegsiedlung war 2011 eindeutig die grĂ¶ĂŸte Schadenslage und der umfangreichste Einsatz. Einer der “eindrĂŒcklichsten” EinsĂ€tze war aber der Unfall in der Großsachsener Straße mit zwei eingeklemmten Personen.

Manche der Jungs kennen die Verunfallten und wenn die schreien, wĂ€hrend man arbeitet, ist das eine große Belastung.

Kommandant Kielmayer hat sich deshalb mittelfristig zum Ziel gesetzt, dass es auch vor Ort eine Notfallseelsorge gibt. Bislang kommen die Notfallseelsorgen aus umliegenden Gemeinden:

Die Belastung ist hoch und ich stehe dazu, dass meine Leute hier ein Betreuungsangebot erhalten.

Das ist sicherlich richtig und wichtig.

Insgesamt 70 EinsĂ€tze sind rund 20 weniger als 2010. Der RĂŒckgang sei durch ausgebliebene Unwetter begrĂŒndet, sagte Kommandant Kielmayer. Aber:

Die Schwere der EinsÀtze war aber ungleich höher wie in den vergangenen Jahren.

FĂŒr 2012 werden noch ein paar Kameraden neu eingekleidet mit den schwarzen AnzĂŒgen. Einige werden den FĂŒhrerschein Klasse C machen, außerdem wir die Fahrzeughalle in Eigenleistung renoviert.

Zwei neue Fahrzeuge, der Einsatzleitwagen (ELW) und ein GerĂ€tewagen (GW) sollen ersetzt werden. Die Fahrzeuge werden gerade konzipiert und die AntrĂ€ge auf Förderung gestellt. 2012 oder 2013 kommt ein neuer ELW2, der rund 90.000 Euro kostet. In zwei bis drei Jahren ist ein GW Logistik 2 geplant, Kostenpunkt rund 200.000 Euro. Der GWL2 ist eine eigene Einheit mit fĂŒnf Mann Besatzung und hĂ€lt wichtige GerĂ€tschaften auf Rollcontainern vor, so dass je nach Einsatzlage der Wagen schnell auf den Bedarf umgerĂŒstet werden kann.

Unsere Fahrzeuge sind noch einsatzfÀhig, aber ab 20 Jahre muss man sie austauschen.

Die Feuerwehren Heddesheim und Ladenburg kooperieren bei den Fahrzeugen – so hat Ladenburg eine Drehleiter, aber aktuell nur die “kleine” Variante des GerĂ€tewagens neu erhalten. Ist der große Wagen gefragt, rĂŒcken die Heddesheimer fĂŒr die Ladenburger damit aus.

Die aktive Wehr zĂ€hlt demnĂ€chst 84 Mitglieder: Tobias Ott, Steffen Brutscher, Okan Tekin und Robin Birr sind neu aufgenommen worden, mĂŒssen aber noch ihre Truppmann- und AtemschutzgerĂ€tetrĂ€ger-Ausbildung absolvieren, bevor sie mit auf EinsĂ€tze dĂŒrfen. TagsĂŒber sind rund 20 Mitglieder sofort einsatzbereit.

Insgesamt gibt es 124 Mitglieder, 24 davon in Reserve und 20 bei der Jugendfeuerwehr.

Zum Oberfeuerwehrmann wurden befördert: Erny Sascha, Kielmayer Tobias, Brenneisen Tobias, Koschel Stephan, Langendörfer Dennis, Özdemir Can, Skibowski Christian, Strahl Steve.
Zum Oberlöschmeister wurden befördert: Gerstner Klaus, Keller Carsten, Joachim Hagen, SchĂŒtz Christian, Wenz Gerhard, Thomas Fleck.
Zum Hauptlöschmeister wurden befördert: Bach Christian, Herre Frank, Schmitt Thomas.

2011 gab es 14 Übungen der FĂŒhrungsgruppe und des Kreisstabes sowie 4 Besprechungen der FĂŒhrungskrĂ€fte.

 

Zwei verletzte MĂ€nner wurden nach dem schweren Unfall in der Großsachsener Straße aus diesem Fahrzeug gerettet.

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (47) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.

  • Theo

    Nicht nur ein sehr schöner Artikel, auch sehr notwendig.
    Meistens wird die mentale Betreuung der Betroffenen vor Ort sehr unterschÀtzt.
    Aber die psychologische Hilfe durch Notfallpsychologie und Notfallseelsorge ist so wichtig, weil
    zum Beispiel die posttraumatische Belastungsstörung schon in ihren Ursachen
    minimiert werden kann. Das wissen viele nicht. Das Protokollieren durch die
    Polizei und die Versorgung der physischen Wunden reicht da oftmals nicht aus,
    um schwerwiegende mentale Folgen zu vermeiden. Hier im Kanton ZĂŒrich gibt es
    die Stiftung CareLink http://www.carelink.ch. Die Arbeit des Care-Teams ist vorbildhaft
    was die Betreuung durch psychologische Nothilfe angeht. Die Stiftung ist
    allerdings politisch, konfessionell, religiös und kulturell neutral.