Freitag, 24. Oktober 2014

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“Ich experimentiere mit Kunst” – Ausstellung von George Mirenes


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Gut gelaunt: Der KĂŒnstler George Mirenes stellt im Alten Rathaus aus und verbreitet zusammen mit seiner Frau gute Laune.

Guten Tag!

Heddesheim, 05. Juli 2011. Unter dem Titel “Fließende Formen in Bild und Stein” eröffnete am vergangenen Sonntag, 03. Juli 2011, der Heddesheimer Kunstverein die Ausstellung des Mannheimer KĂŒnstlers George Mirenes. Gut 50 Besucher begeisterten sich fĂŒr eine abwechslungsreiche Ausstellung.

Von Sabine Prothmann

Er sieht aus wie ein KĂŒnstler. Das schwarze Haar fĂ€llt fast auf die Schultern, er trĂ€gt den obligatorischen Hut, das schwarze Sakko, ausgefallene Ringe an den Fingern.

Dazu kommt – wie Veronika Drop, Vorsitzende des Kunstvereins Heddesheim, in ihrer Laudatio betonte, der klangvolle Name – George Mirenes – da kann man doch nur KĂŒnstler werden.

Nur gut, dass all’ dieser Schein noch mit Können gepaart ist – denn er kann was, der Sohn eines Spaniers und einer Französin, der 1956 in Paris geboren wurde.

Zwischen 1975 und 1979 studierte er Kunst und Bildhauerei in Paris,  1980 ging er nach Heidelberg und eröffnete dort ein Atelier. Heute hat er sein Atelier und seine Galerie in Mannheim und hofft dort bald sein eigenes kleines Bistro zu eröffnen, erfahren die Ausstellungsbesucher von Veronika Drop.

Kunst und leiblicher Genuss – sicher eine gelungene Kombination. Noch sind behördliche Hindernisse zu ĂŒberwinden, aber er schon seine genauen Vorstellungen, klein und fein soll es werden.

Mirenes hat sich keinem bestimmten Stil verschrieben wie die 23 ausgestellten Bilder und zehn Skulpturen eindringlich bezeugen.

Es sind die Kontraste, die sie vereinen. Die Farben, die Formen, die Linien. In den Bildern ebenso wie in den Skulpturen.

Mattes trifft auf GlÀnzendes, Ruhiges auf Wildes.KrÀftige, satte Farben auf zarte Töne.

Seine bevorzugten Techniken sind Öl-Pastell-Mischtechnik, Acryl auf Leinwand und Aquarell.

Mirenes Bildhauerei wurde maßgeblich beeinflusst von einem Aufenthalt in Zimbabwe 1993 und der Zusammenarbeit mit den dortigen KĂŒnstlern. Hier lernte George Mirenes die Skulptur aus dem Stein zu befreien.

Den Stein mit Leben erfĂŒllen

Seine Skulpturen bestechen durch die weichen runden Formen. “Er bringt Leben und Form in den harten, bizarren Stein”, sagt Drop.

Mirenes arbeitet mit Malachit, Marmor und immer wieder mit Serpentin. Es entstehen Skulpturen, die zum Angreifen geradezu einladen. Die in ihrem Ausdruck NaivitĂ€t und Formschönheit miteinander verbinden wie in “Mutter und Kind” oder in der “Möwe”. Ganz großartig, fast schon asiatisch anmutend, “Peine la amour” in weißem Marmor.

“Es ist ein spannender Spaziergang fĂŒr das Auge des Betrachters”, beschreibt Veronika Drop die Ansammlung seiner Kunstwerke.

Fast expressionistisch treffen die stĂŒrmischen Wellen auf die Klippen in dem ÖlgemĂ€lde “Bretagne”, grau-weiße Gicht trifft auf krĂ€ftiges Rot.

Satte Farben begegnen dem Betrachter immer wieder, wie in den beiden abstrakten Bildern “Goldregen-orange” und “Goldregen-rot”, aber auch in “Torero” und “TangotĂ€nzer”, hier kombiniert er krĂ€ftiges Gelb mit Rot und Schwarz – thematisch und farblich eine Reminiszenz an sein spanisches Erbe.

Kunstwerke wie pure Lebensfreude

“FĂŒr mich sind seine Kunstwerke pure Lebensfreude”, sagt Veronika Drop.

Diese AtmosphĂ€re ĂŒbertrĂ€gt sich auf den Ausstellungsraum im Alten Rathaus. “Ein wirklich schönes Ambiente”, lobt ein Paar aus Mannheim, die sich als Mirenes Fans outen. “Bei uns zuhause hĂ€ngen einige seiner Kunstwerke”, erzĂ€hlen sie und haben auch noch lange nicht genug.

Einen guten Monat arbeitet er an den Skulpturen. Das braucht Zeit, erzĂ€hlt der KĂŒnstler. Bei den Bildern kann man viel schneller eine Idee umsetzen.

Die Steinbearbeitung ist aufwendig. ZunÀchst wird die Form hervorgeholt, dann wird sie mit immer feinerem Schmirgelpapier bearbeitet. Um den Glanz auf dem jetzt matten Stein zu erzielen, wird er mit einem speziellen Fön auf 2000 Grad erhitzt. Bienenwachs wird aufgetragen und dann wird der Stein immer wieder und wieder poliert, beschreibt Mirenes den Schaffensprozess.

“Ich experimentiere mit Kunst”

In jĂŒngeren Bildern arbeitet Mirenes auch mal “kleinteilig”. Miniaturen fĂŒgen sich in einem Rahmen zu einem Thema zusammen: Radierungen, Federzeichnungen, Aquarelle, Fotografien – “ich experimentiere mit Kunst”, sagt er.

Am Sonntag, den 17. Juli 2011, 14 bis 17 Uhr, kann man George Mirenes bei einem Live-Workshop in der Galerie im Alten Rathaus dabei zuschauen, wie er eine Skulptur entstehen lĂ€sst – das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Sonntags 14 bis 17 Uhr.

Viel Freude mit den Fotos!

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (47) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.